„Wir werden Keath Bartynski auf Doping testen.“
(Tobias Oberzeller, Athletic Coach Danube Dragons)

(Wien Millenium-Tower) Bei der heutigen Pressekonferenz der Danube Dragons sorgte Tobias Oberzeller für diesen deftigen Sager. Ihm (Oberzeller) sind die Muskeln des US-Amerikaners „nicht geheuer“ und es wäre interessant zu wissen, „ob sie natürlichen Ursprungs seien.“ Somit wird Bartynski zum ersten Mal öffentlich von einem Vereinsvertreter indirekt die Einnahme von unerlaubten Substanzen unterstellt.

Mittlerweile hat sich ein schöner Trash-Talk zwischen Bartynski und Oberzeller entwickelt, welchen wir ihnen keinesfalls vorenthalten wollen.

Trash Talk Box: Bartynski vs Oberzeller
"Ich mache am Samstag gerne einen freiwilligen Dopingtest, wenn Mister Oberzeller den Becher hält." "Wir brauchen keine Becher bei einem Bluttest."

Dass Oberzeller, bzw. sein Verein, selbst keine Dopingtests an Spielern von anderen Mannschaften durchführen kann stört den 36jährigen dabei wenig. „Dann werden wir es eben beantragen.“ Solche Anträge gibt es aber laut dem Anti-Doping Beauftragten des AFBÖ Christian Steiner jedoch nicht. Bereits vor einigen Wochen sagte Steiner in einem Interview mit Football-Austria.com, dass man auf Zurufe Dritter beim Anti-Doping Comité nicht reagiere. Schon gar nicht, wenn es sich dabei um einen direkten Gegner handeln würde. Einzig alleine der Verband habe die Möglichkeit bei einem begründeten Verdacht eine Dopingkontrolle zu beantragen. Ansonsten würden die rund 700 Dopingkontrollen im Jahr nach dem Zufallsprinzip durchgeführt. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass Bartynski auch ohne Oberzeller-Intervention getestet wird. Wie viele andere auch.

Ein Schelm ist wer hier denkt die Dragons wollen damit von ihren eigenen Problemen ablenken. Das erste Saisonmatch gegen die Graz Giants hat man mit glänzenden Statistiken formschön in den Sand gesetzt. Man will nicht gute Haltungsnoten bekommen, sondern das nächsten Match unbedingt gewinnen. Es wird also wohl auch kein Zufall sein, dass Bartynski und die Blue Devils die Gegner der Dragons am kommenden Samstag sind und solches Öl im Feuer soll wohl Wirkung beim Gegner zeigen.

Football-Austria.com hat Christoph Piringer, Präsident der Cineplexx Blue Devils mit der Oberzeller Aussage konfrontiert: „Wenn ein Verein zu solchen Mittel greifen muss, ist entweder Feuer auf deren Dach, oder sie haben Angst. Der Stil ist jedenfalls unverkennbar jener der Dragons. Ich hielt Oberzeller bisher eigentlich für einen guten Mann, aber diese Aussage ist dumm, dümmer, oberdümmer.“ Weiter wollte Piringer die Sache nicht kommentieren.

Neben dieser „Kleinigkeit“ präsentierten die Dragons ihre Neuzugänge. Der frischgebackene Head Coach Greg Anderson (USA), welcher statt Tino von Eckardt nun die sportlichen Fäden in der Hand hält, war „geschockt über das hohe Spielniveau in Österreich“ als er im Vorjahr im Eurobowl Finale als Defense Coordinator der Bergamo Lions gegen die Chrysler Vikings sang- und klanglos unterging. Gemeinsam mit Deutschland habe Österreich die stärkste Football-Liga Europas.

Eine Verstärkung erhoffen sich die Dragons auch von den drei US-Amerikanern QB Brian Caler, DB Matt Crockett und DL Darin Martyna, welchen nicht nur am Spielfeld, sondern auch bei der sportlichen Weiterentwicklung des Vereins eine Rolle zugedacht wird. Nach etlichen Jahren der quantitativen Expansion am Spielersektor, will man heuer an der Qualität arbeiten. Das Trainingsprogramm wurde intensiviert in dessen Folge es zu einer Auslese kam, welche das Tor für gute Nachwuchsspieler geöffnet habe.

Die Ziele der Dragons
In der AFL ist das erklärte Ziel der dritte Platz. Im EFAF Cup trifft man daheim auf die Winterthur Warriors und auswärts auf die Unicorns aus Schwäbisch Hall. Hier erwartet man sich vor allem spannenden Partien. Im Vorjahr konnten die Dragons im EFAF-Cup den späteren Finalteilnehmer und englischen Meister P.A . Farmham Knights im Happyland bezwingen. Man spielt also an der Spitze der zweiten Klasse in Europa mit. In der aktuellen europäischen Rangliste rangiert man als drittbestes heimisches Team auf Platz 12. Die ersten beiden Plätze gehören den Chrysler Vikings und Papa Joe’s Tyrolean Raiders. Der direkte Kontrahent beim kommenden Match, die Cineplexx Blue Devils, findet man 4 Plätze dahinter auf Rang 16. Die Graz Giants sind auf dieser Liste ebenso wenig vertreten wie die Teams aus Deutschland, da sie im Vorjahr an keinem europäischen Bewerb teilgenommen haben.

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