Die Verstärkung kommt in höchster Not, denn in der Offensive klappte bei den Tirolern in ihrem Auftaktmatch reichlich wenig.
Ein Sieg in Graz ist für den Vizemeister fast schon ein Muss, will man nicht früh in der Saison in Bedrängnis kommen. Die Giants sind heuer allerdings ein nicht zu unterschätzender Gegner, haben zwar augenscheinlich organisatorische Probleme, das Team aber sportlich gehörig verstärkt. Zumindest am Papier.

Rosier wird heute Abend bereits trainieren und dann noch beim Abschlusstraining am Donnerstag dabei sein. Bis Sonntag kann er sich dann erholen, hatte er in den letzten Tagen einigen Stress zu bewältigen. Am Freitag wurde ihm sein Auto gestohlen, er musste noch die Agenden seiner Immobilienfirma übergeben und so kam er erst 45 Minuten vorm Abflug am Flughafen in Washington DC an. Haarscharf.

Ich bin jetzt absolut froh, wieder in Innsbruck zu sein. Hier kann ich meinem zweiten Beruf als Football Profi nachgehen und bin für ein paar Monaten weit weg von zu Hause,‚ so ein glücklicher Chris Rosier in Innsbruck.

2.4.2006 – Erster Tag der Wahrheit
Seine Ankunft kommt keine Minute zu früh für die Tiroler. Ganz im Gegenteil. Das Auftaktmatch am Tivoli endete für die Raiders in einer Offensiv Katastrophe. Einzig Jakob Dieplinger konnte überzeugen. Der neue Quarterback Michael Pozzi war der Unglücksrabe des Nachmittags. Seine Statistik liest sich wie ein Spielmacherbegräbnis erster Klasse. 41 Passversuche, 18 davon komplett, 5 Interceptions, 1 Touchdown. 125 Passing Yards gesamt. 111 davon gehen auf die Kappe von Jakob Dieplinger. Auch der Ersatz für Runningback Florian Grein kam nicht sehr weit. Andreas Hoheneder rushte 15 Mal für gerade 39 Yards. Grein soll bis Sonntag wieder fit sein. Ob der Klassemann Rosier hier einen Umschwung herbeiführen kann wird man in Eggenberg sehen. Für die Raiders geht es da bereits um einiges, denn sollten sie dieses Match verlieren, so tragen sie fürs erste Mal die rote AFL Laterne mit sich spazieren. Zudem scheint in Folge ein Sieg über die Vikings auf der Hohen Warte zurzeit so wahrscheinlich wie Hochwasser am Bergisel.

Wobei man nie nie sagen sollte, denn auch die Vikings zeigten alles anderes als eine glänzende Offensivleistung. Ihr neuer Quarterback Toby Henry schummelte sich nach dem Motto ’nur nicht ungut auffallen‘ durch den Tag und hatte damit, zumindest gegen die Raiders, Erfolg. Zwei Touchdowns standen einer Interception gegenüber, aber auch seine Statistiken werden Offense Coordinator Shawn Olson zu denken geben. 21 Passversuche, 9 davon komplett und 142 Yards Passing gesamt. Fehlen 4 Interceptions und er kann Pozzi die Hand geben. So haben auch die Wikinger noch rostige Flügel auf ihren Helmen und treffen am Sonntag auf eine geballte Ladung teuflischer Blausäure, die u. A. mit einer neu formierten Secondary auf die Hohe Warte kommen wird. Lionel Pieh, Joe Okrah und Leroy Brooks werden Henry und seinen Receivern das Leben nicht leichter machen. Es könnte aber auch erneut der Tag des Clinton Graham werden, der im ersten Match bereits seine Klasse aufblitzen ließ. Während viele Teams gegen die Vikings versuchen das Feld ‚breit‘ zu machen, werden die Devils die Vikings vermutlich ‚kommen lassen‘. Man vertraut auf die Passabwehr ebenso wie auf die eigene Offensive, angeführt durch den ASU Mann QB Gary Brashears. Für beide Titelanwärter ist also der erste Tag der Wahrheit gekommen. Bleiben die Vikings weiterhin das Alphatier der AFL oder können die Emser Anspruch auf die Führungsrolle erheben? Schaffen die Raiders den Umschwung oder schlagen sie den Weg Richtung AFL Endzone ein? Domenica speziale.

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Most Voted
Newest Oldest
Inline Feedbacks
View all comments