Das einzig Böse an der ganzen Sache war nämlich am Ende nur mehr der Name der Schweden, welche sich als laues Lüfterl an einem Sommertag in Wien präsentierten.
Start-Ziel Sieg mit Zündproblem
Vom Kickoff weg regierte die Vikings Defense. Sie hielten die Schweden in der eigenen Hälfte, welche 3 & out gingen. Neil Maki beim Punt Return mit einem Muff – die Mean Machines recovern ihn – First Down. Der einzige Lichtblick aus schwedischer Sicht für lange Zeit, denn die Defense hielt auch ein paar Yards weiter vorne allen Angriffsbemühungen stand. Maki im zweiten Versuch mit einem Fair Catch. Der erste Offensivspielzug der Vikings brachte die ersten Punkte. Ein Lauf von Clinton Graham zum First Down, ein Catch von Luke Atwood zum selbigen, dazwischen ein Holding von Valentin Gruber. Graham, der von den Mean Machines über den Verlauf des gesamten Matches nie unter Kontrolle gebracht werden konnte, ging über 19 Yards zum Touchdown und zur 7:0 Führung (PAT good, Peter Kramberger). Die Schweden blieben mit ihrer Offense harmlos. Ein guter QB (Casey Paus, USA) mit lauter Fliegenfänger als Receiver. Meistens wurden diese von den Vikings DBs zu gut gecovert, standen sie mal frei, dann sah man fast immer einen Drop. First Downs gab es durch Strafen (Face Mask Johannes Wimmer) und eines durch Elias Kvarning, der als DB am Roster stand und als einziger Schwede einen Paß über 5 Yards im ersten Viertel festhalten konnte.

Im zweiten Quarter schlugen die Vikings wieder zu. Ein 33 Yard Paß von Toby Henry auf Luke Atwood zum 14:0 (PAT good, Peter Kramberger), sorgte schon frühzeitig füt klare Verhältnisse, wer an dem Tag als Sieger vom Platz gehen wird. In diesem Viertel zogen die falschen Wikinger aus Wien den echten Wikingern aus Stockholm den Nerv. Ein langer Drive von ihrer 33 Yard Line bis zur Vikings 14, wieder durch einen 5 Yard Penalty (Personal Foul) begünstigt, wurde dort von Johannes Bintinger mit einer Interception gestoppt. Die Bestrafung danach erledigte Clinton Graham postwendend. Der längste Touchdownlauf in der Vikings Geschichte (laut Vikings) über 81 Yards zum 21:0 drückte die Skandinavier platt und rief beim Publikum eine Welle der Begeisterung hervor. Die Arbeit der O-Line bei diesem Spielzug perfekt, Graham selbst ließ keinen der Verteidiger mehr an sich herankommen. Die Geschwindigkeit des Amerikaners aus dem Stand heraus ist immer wieder beeindruckend. Kein Wunder, daß sich der Ami manchmal darüber ärgert, daß die Buffalo Bills ihn mit einer 4.7 40 Yard Dash Zeit frühzeitig als zu langsam aussortiert haben. ‚Ich laufe jederzeit eine 4.5‘ so Graham heute. Ein Glück für die Vikings, daß er das nicht schon früher getan hat. Der wertvollste Spieler der Wikinger, der wertvollste der Liga bislang. Zurück zur ersten Hälfte, denn da gab es am Ende doch noch Punkte für die Gastgeber. Ihre Running Backs Kim Taalbi und David Jonsson erzielten aber gemeinsam nicht annähernd so viele Yards wie Graham, arbeiteten sich aber zumindest auf Fieldgoaldistanz heran. Jens Alvernik mit dem Versuch aus 22 Yards – gut. 21:3 – Halbzeit.

In Hälfte zwei ein ähnliches Stück mit neuen Darstellern. Öfter kam Axel Schwarz als RB rein (7 Versuche, 21 Yards), zwei Österreicher sollten sich noch als Scorer eintragen. Gleich nach Wiederbeginn übersahen die Schweden nach einer Penalty Orgie (5 in einem Drive, davon 4 in Folge) Fullback Ralph Pointner als Paßempfänger – 43 Yards Touchdown Paß. 28:3 (PAT good, Peter Kramberger). Die Schweden bemüht, am Ende aber hilflos bis glücklos. Wieder ein langer Drive von ihrer eigenen 40 Yard Line zur Vikings 19, dort wartetete erneut Johannes Bintinger. Ein forced Fumble des jungen Mannes fiel in die Hände von Nationalteamkollege Florian Grünsteidl – Turnover. Als die einen nicht mehr konnten, wollten die anderen auch nicht mehr so recht. Das dritte Viertel ging zu Ende, Abba sangen Waterloo – voll gemein.

Im letzten Spielabschnitt kamen die Schweden dann doch noch zu einem Touchdown. Bevor das passieren durfte erhöhte Clinton Graham zur Sicherheit noch auf 35:3 (PAT good, Peter Kramberger). Henrik Hegardt erzielte im anschließenden Drive das 35:9 (2 PC failed), nachdem er einen Paß von QB Casey Paus festhalten und in die Endzone tragen konnte. Das ließen die Vikings nicht so auf sich sitzen. Toby Henry stellte mit einem 40 Yard Pass auf Roman Meklau den Endstand von 42:9 her.

Fazit
Rund 4000 wollten das EFL Halbfinale gegen den schwedischen Meister sehen. Sie bekamen einen schönen Gameday, noch schöneres Wetter und natürlich auch ein Footballmatch geboten. Die Schweden liefen nie in Gefahr dieses Spiel gewinnen zu können, waren den Gastgebern in allen Belangen unterlegen. 17 Penaltys gesamt auf beiden Seiten und jede Menge Drops der Mean Machine Receiver verhinderten leider ein wirklich gutes Spiel. Clinton Grahams 81 Yard Highlight als Ausnahme. Die Vikings stehen damit zum wiederholten Male im Eurobowl Finale. Der Titelverteidiger wird am 22./23. Juli gegen den Bezwinger der Swarco Raiders Tirol, Flash de La Courneuve, antreten. Wo das Finale stattfinden wird entscheidet sich diese Woche.

Nationalteamtrainer Bernhard Binstorfer hat Johannes Bintinger und Gregor Pachmann in das österreichische Nationalteam nachberufen und, wie schon die Male zuvor, das direkt beim Match verkündet.

EFL Semifinale
Dodge Vikings vs. Stockholm Mean Machines 42:9
(7:0/14:3/7:0/14:6)
11. Juni 06, Kickoff 15:00
Hohe Warte, Wien
Referees: Valongo / König T. / König M. / Leidö / Souhy / Ulicny / Edelmüller

Spielbewertung:
Spielniveau:
Ambiente:
Unterhaltungswert:

MVP
: Clinton Graham (Dodge Vikings, 15 ru – 172 yds – 3 TDs)

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