Update: Causa "so gut wie erledigt". Ingravalle kein A-Klasse-Spieler.

Franco Ingravalle sollte eigentlich bei einer Vorarlberger Firma arbeiten, wie der Verein dem Verband AFBÖ vor der Saison mitgeteilt hat, was er allerdings entweder nie tat, oder zumindest bei dieser nicht mehr tut.

Die ganze Sache köchelt schon seit Anbeginn dieser Woche hoch, seither eine Entscheidung des Verbandes auch auf sich warten lässt, die im schlimmsten Fall für die Hohenemser Strafverifizierungen nach sich ziehen könnten.

Die Vorgeschichte
Der heute 26-jährige aus Deutschland stammenden Linebacker Franco Ingravalle (Euro Bowl-Finalteilnehmer mit den Marburg Mercenaries), hätte laut den Cineplexx Blue Devils einen Job bei einer Vorarlberger IT-Firma und sei daher nicht als A-Klasse-Spieler zu bewerten. Das ‚ging‘ beim American Football Verband in erster Instanz zu Saisonbeginn auch durch.

Bei einer Kontrolle in der Vorwoche war besagter Ingravalle in der Firma aber nicht nur nicht mehr beschäftigt, man kannte den Mann dort offenbar gar nicht.

Auf Anfrage des Verbandes bei den Blue Devils hieß es von dort, dass er den Arbeitgeber zwischenzeitlich gewechselt hätte.

In Folge gaben die Emser zu, Ingravalle ‚kurzfristig‘ und ‚geringfügig‘ (für Arbeiten als Plakatierer) beim Verein beschäftigt zu haben. In der Übergangszeit zwischen seinem alten und seinem neuen Job, wie es hieß, denn man könne sich nicht leisten Leute ’schwarz‘ zu beschäftigen. Aus Sicht der Vorarlberger wäre da alles rechtens, denn davon hätte er (Ingravalle) schließlich nicht leben können, daher wäre es auch kein Profitum.

Daraufhin schrillten nicht nur in Klosterneuburg die Alarmglocken, der AFBÖ verlangte Anstellungsunterlagen, konkret auch einen Auszug seiner Sozialversicherungszeiten.

Die Devils haben bisher aber nur einen hausgemachten Lohnzettel seiner angeblichen neuen Firma bereitstellen können, ein Sozvers-Auszug müsse warten, denn Ingravalle sei physisch nicht anwesend (der ist nämlich nach Angaben der Devils in Deutschland) und durch den gestrigen Feiertag würde eine Beschaffung dieser Unterlagen mindestens bis nächste Woche dauern.

Das rief dann nicht nur den Vorstand des Verbandes auf den Plan, der sich die Sache, so weit Unterlagen überhaupt vorhanden sind, genauer ansah, sondern auch Manfred Mocher, der Präsident der Carinthian Black Lions wurde hellhörig, denn immerhin würde den Kärntner wieder das Heimrecht im Wildcard-Spiel zustehen, hätten die Emser hier falsch gehandelt. Mocher machte zwischenzeitlich auch klar, dass er alle rechtlichen Mitteln ergreifen wird, sollte der Verband sich hier von Piringer ‚wieder einmal über den Tisch ziehen lassen‘.

Mit ‚wieder‘ ist jene Geschichte aus der jüngsten Vergangenheit gemeint, als Blue Devils-Präsident Christoph Piringer 2008 Spieler aus der GFL in der Firma seiner Mutter als ‚Busputzer‘ anstellen ließ und diese so der A-Klasse-Regel ‚entkamen‘.

Piringer gibt auch unumwunden zu Paragraphen zu seinen Gunsten zu dehnen, gebrochen hätte er jedoch keinen einzigen.

Letzte Frist bis Montag
Der AFBÖ-Vorstand, in dem mit Karl Wurm, Gregor Murth (beide Vikings) und Nikolaus Jellinek (Black Lions) drei von fünf Personen sitzen, die davon auch direkt betroffen wären, neigte offenbar zu einer ‚Verurteilung‘ der Devils, woraufhin Verbandspräsident Michael Eschlböck die Reißleine für einen letzten Devils-Fallschirm zog. Die Vorarlberger, bei denen nach der WSO die Beweislast liegt nun glaubhaft zu machen, dass der Spieler nicht als A-Klasse zu bewerten ist, haben bis Montag Vormittag Zeit alle Unterlagen nachzureichen, vor allem einen Auszug seiner Sozialversicherungszeiten, die eine Vollzeitbeschäftigung von Ingravalle in den vergangenen beiden Monaten belegt. Passiert das nicht, oder sind diese unvollständig oder nicht glaubhaft, dann wird der Vorarlberger Klub mit Konsequenzen rechnen müssen.

Update 12.6.2009 17:55
Zwischenzeitlich reichten die Blue Devils die angeforderten Papiere beim Verband bereits ein. Die Sache ist für AFBÖ-Präsident Michael Eschlböck, damit "so gut wie erledigt" in dem Sinne, dass unter Berücksichtigung der Unterlagen, Franco Ingravalle wohl nicht als A-Klasse-Spieler einzustufen war und ist.

Best kontrolliertester Klub Österreichs
Christoph Piringer erklärt die Devils zum am schärfsten kontrollierten Verein Österreichs.

"Wir haben soweit mal alles dem Verband geschickt, was wir adhoc an "Beweisen" auftreiben konnten. Ich denke, dass hat mal klar gezeigt, dass Ingravalle in Vorarlberg einer geregelten Arbeit außerhalb des Vereins nachkommt. Ich hoffe es kommt niemand auf die Idee uns zu unterstellen, dass wir Unterlagen von Steuerberatern fälschen. Anfang nächster Woche folgen dann die restlichen Unterlagen von der Versicherung. Damit sollte die Sache dann aber abgeschlossen sein", so Piringer, der noch anmerkt: "So gut kontrolliert wie die Blue Devils wird wohl kaum ein anderer Verein in dem Land."

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