Während bei den Berlin Adler wohl wirtschaftliche Inkompetenz zu einem sechsstelligen Budgetloch führten, machten sich die Kölner Falken alleine von einem Sponsor abhängig.
Besagter Geldgeber der Cologne Falcons, BWF-Gold, ist seit kurzem ein Fall für die Staatsanwaltschaft. Die Berliner Finanzstiftung hätte die Kölner mit einer halben Million Euro unterstützen sollen, stattdessen gibt es nun Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen. Weitere Sponsoren und Unterstützung dürfte es weder von privatwirtschaftlicher Seite, noch von der Stadt selbst geben.
„Ich wundere mich, dass die Leute in dieser Stadt so wenig hilfsbereit sind“, beschwert sich Head Coach Martin Hanselman in der Kölnischen Rundschau. Lediglich 100.000 Euro Jahresbudget konnte man zusammen kratzen – zu wenig um in der GFL zu reüssieren. Hanselmann wollte in Köln ein Zentrum des deutschen Football etablieren, welches nun zum Epizentrum wurde.
Nach einer Krisensitzung musste der Klub gestern (Freitag) seinen Rückzug aus der German Football League bekannt geben, die bereits in fünf Wochen beginnen soll. In der European Football League (EFL) werden die Kölner durch die Allgäu Comets ersetzt, dem Fünftplatzierten der GFL Süd der Vorsaison.
5 vor 12 in Berlin
Eine noch kurzfristigere Entscheidung über Sein oder Nichtsein möchte der noch amtierende Eurobowl Champion aus Berlin treffen. Die Adler wollen erst am 12. April einen endgültigen Kassasturz machen und dann erst entscheiden, ob sie sechs Tage später zum BIG6-Opener in Schwäbisch Hall antreten, oder eben nicht. Die GFL würde für Berlin erst am Wochenende 25./26. April in Düsseldorf beginnen. 
Bei der Krisensitzung am Freitag lehnten die stimmberechtigten Mitglieder eine 90-Euro Umlage, um das Finanzloch zu stopfen, für alle Vereinsmitglieder mehrheitlich ab. 35.000 Euro seien nach Vereinsangaben an Schulden noch ausständig, die man damit bereits deutlich minimieren konnte. Wie in Köln ist auch hier Hilfe von außen überschaubar. Der Landesverband Berlin-Brandenburg klagte den Traditionsklub sogar wegen ausstehender Gelder.
BIG6 bald BIG5?
Ein Rückzug Berlins hätte natürlich auch Auswirkungen auf die BIG6. Berlin wäre als  Gruppengegner der Schwäbisch Hall Unicorns und Vienna Vikings vorgesehen, nötigenfalls wird ein Hin- und Rückspiel zwischen den Unicorns und Vikings als Ersatzprogramm in der dann nur mehr BIG5 stattfinden.
Finanzielle Probleme, Insolvenzen und kurzfristige Rückzüge vom Spielbetrieb sind in der GFL nichts allzu neues. Die Fans der Hamburg Blue Devils konnten 2009 ein Lied davon singen (und auch 2014). Die Insolvenz des Vermarkters in Braunschweig führte dazu, dass die Lions zwei Saisonen lang keine vollgültige GFL-Lizenz mehr erhielten. Ende der Saison 2011 fehlten Mönchengladbach nicht nur 350.000 Euro, sondern auch eine Ansprechperson. Den Entzug der Lizenz musste der AFVD öffentlich zustellen. Dazu kam eine Anzeige wegen illegal beschäftigter US-Spieler.
Neu an den Vorgängen ist, dass 2015 erstmals zwei Vereine in einer GFL-Saison die Segel streichen könnten. In Berlin darf man aber noch hoffen.

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