Die Black Lions hielten es streng geheim, aber beim Warmup kam dann die Wahrheit auf den Tisch. Quarterback und Head Coach DJ Hernandez hatte sich im Spiel gegen die Salzburg Bulls am Knie verletzt und konnte gegen die Dragons nicht aktiv ins Spielgeschehen eingreifen. Über die Art und den Grad der Verletzung wird spekuliert – von einem Riss des Außenbandes bis hin zu einer Überdehnung, auch die Möglichkeiten eines Comebacks sind von ‚im nächsten Spiel‘ bis ‚out for season‘ breit gefächert.

Jedenfalls war die große Frage, die es zu beantworten galt, wie effektiv die Kärntner Offense ohne ihren Mann für alles sein wird. Die Antwort gaben ihnen die Gäste aus Niederösterreich, welche den Angriff der Löwen auf zero points hielt.

Spannend wurde es nur kurz zu Beginn. Nach der frühen Führung der Dragons durch Pasha Asiladab, standen die Gäste bei einem Fieldgoalversuch vor dem 10:0, der Versuch wurde allerdings geblockt und Mario Wankmüller trug das Ei 67 yards weit in die Dragons Endzone zum kurzfristigen Gleichstand.

Marty-Horton-Show in Lind
Danach legten die Niederösterreicher aber einen Gang zu – besser gesagt: deren US-Amerikaner. Noch vor der Halbzeit stellten sie mit zwei Pässen von Eric Marty (21 com./29 att., 365 passing yards, 5 TDs) auf Jason Horton (10 rec./227 yards 3 TDs) die 21:7 Führung aus ihrer Sicht her. Dabei sahen die DBs auf Seiten der Löwen ganz schlecht gegen Horton aus, der sowohl über die linke, als auch über die rechte Seite ein klares Missmatch zu seinen Gunsten erzeugte.

Von der Black Lions Offense wie gesagt wenig nur mehr zu sehen. Ryan McGuire als Quarterback mit der Aufgabe überfordert – vier komplette Pässe bei 16 Versuchen für 36 yards – dazu musste er drei Sacks der Dragons Defense einstecken. Die Passversuche von Mario Wankmüller ergaben sogar minus yards. Auch am Boden blieb Kärntens Küche kalt – vier Ballträger erreichten in Summe 97 rushing yards. Zählbares war nicht dabei. Die Dragons Verteidigung limitierte die Black Offense damit auf 115 yards total.

Weitaus besser lief des bei den Drachen, die 462 yards Raumgewinn mit ihrer Offense produzierten und so lief das Spiel auch in Halbzeit zwei auf einer schiefen Ebene Richtung Endzone der Löwen. Eric Marty, Thomas Haider und noch einmal Jason Horton trugen sich in der Scorerliste ein und sicherten den Gästen einen verdienten 42:7-Erfolg, der durchaus auch höher hätte ausfallen können.

Playoff Szenario
Die Dragons (4-1) haben ihr Schicksal selbst in der Hand. Bei einem Sieg im letzten Spiel gegen die Vikings sind sie fix dabei, bei einer Niederlage haben sie immer noch sehr gute Karten auf einen Playoff-Spot. Auch für die Black Lions ist nicht aller Tage Abend, für sie wird es aber jetzt schwer, sollte Hernandez fehlen. Denn angesagt wären Siege gegen die Invaders und gegen die Panthers. Beides kein Honiglecken und so wie die Offense ohne ihren DJ auftrat, könnten das auch zwei Niederlagen werden.

Pro & Cons
Ganz stark in Kärnten der Gameday. Über 500 Zuschauer, Nik Jellinek als Lehrer, Erzähler und Stadionsprecher wird immer besser, dazu ein fesches Stadion. Sehr schön, was in Kärnten da entstanden ist bzw. die Lions sich aufgebaut haben. Sauer war Jellinek weniger wegen der Niederlage, mit der man ohne Hernandez ja rechnen musste, aber weil die vom AFBÖ versprochene Wurfwand und die WM Maskottchen nicht kamen. Das erfuhr er, so Jellinek, erst kurz vor Kickoff vom Verband auf Anfrage. Da dürften manche Herren schon im Pfingsturlaub verweilt sein, während andere einen Gameday organisieren.

Fremdschämen für Mocher
Besonders bedrückend und auch unverständlich die Art und Weise wie Black Lions Präsident Manfred Mocher, der sich ja selbst gerne im Rampenlicht sieht und dort nicht selten skurrile Auftritte absolviert, momentan agiert. Offenbar liegen bei ihm die Nerven blank, anders lässt sich sein Verhalten nicht erklären. Auftrittsverbot für Dragons Cheerleader, dem Gegner wird nicht gratuliert, Interview Verbot für ‚Wiener Mafia Medien‘ (FA) vereint mit Erpressungsversuchen (Fotoerlaubnis nur wenn die Rechte an ihn gehen – Hallo?). Letzteres konnten wir nach Intervention seitens des Verbandes noch verhindern. Alles in allem ein jämmerliches Bild, dass so ganz und gar nicht zum Rest des Klubs passt, der sich eigentlich sehr vernünftig präsentiert. Auch Spieler und Funktionäre genieren sich schon off records für ihren Präsi, der an und für sich ein hohes Ansehen bei seinen Leuten genießt. Wenn das so bleiben soll, muss er nun langsam wieder aus der Schmollecke raus. Diese ganze ‚Dirty South‘ Sache ist schön und gut, nur: die Teams kommen und spielen Football und andere berichten darüber. Mehr ist nicht. Kein Grenzblut, keine Verschwörungen, keine Mafia – just Football. Und ein Stück Seife, welches er von Dragons Kapitän Mikey Kühnmeyer nach dem Spiel geschenkt bekam.

AFL
1.QT
2.QT
3.QT
4.QT
TOTAL
CBL vs. DRA
0:7
7:14
0:7
0:14
7:42
 24. Mai 10 | 17:00
 Stadion Lind | Villach | Spielstatistiken

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