Die Vorarlberger Firma Identec Solutions schützt in den USA nun Footballspieler vor Überhitzung. Und kann damit Leben retten.

Der 1. August 2001 war ein drückend heißer Sommertag im Trainingscamp. Bei über 30 Grad im Schatten hetzten die Minnesota Vikings über das Footballfeld. Unter ihnen auch Korey Stringer. Noch in der Saison zuvor gehörte der rund 160 Kilo schwere Hüne zu den besten Spielern der amerikanischen Liga. Doch nicht nur seine sportliche Karriere fand an diesem Vormittag ein jähes Ende: Wegen Atembeschwerden brach der Footballprofi das Training ab. Noch auf dem Weg ins Krankenhaus versagten mehrere Organe, schließlich erlag er den Folgen eines Hitzschlags.

Stringer war nicht das erste Opfer körperlicher Überhitzung, wohl aber das berühmteste. Amerika sagte der schleichenden Gefahr auf dem Spielfeld fortan den Kampf an. Die Suche nach verlässlichen Lösungen, die zudem praktikabel sein mussten, begann. Großformatige technische Geräte kamen dabei von vornherein nicht in Frage: Zum einen würden sie die Bewegungsfreiheit der Athleten einschränken, zum anderen zusätzlichen Ballast bedeuten. So verfolgten findige Köpfe beispielsweise die Idee, die Spieler einen kleinen Sensor schlucken zu lassen – in der Hoffnung, die Körpertemperatur während des Spiels auslesen zu können. Der Vorstoß scheiterte jedoch an der Reichweite der Sensoren. Das mehr als 100 Meter lange und knapp 50 Meter breite Feld ließ sich damit einfach nicht abdecken.

Österreichische Lösung für die USA
Auch das US-Unternehmen Hothead Sports arbeitete an einer ‚Waffe‘ gegen den Hitzschlag und holte sich dafür Identec Solutions mit ins Boot. Der österreichische Spezialist für aktive RFID-Technologie entwickelte einen schlagfesten, ultraleichten Transponder mit Temperatursensor, der bei einem Aktionsradius von bis zu 500 Meter höchste Präzision und auch absolute Bewegungsfreiheit garantiert.

‚Dieser Tag wird im Footballhelm integriert, misst im Bereich der Schläfe permanent die Körpertemperatur und leitet die Daten in Echtzeit an einen PDA weiter‘, erklärt Peter Linke, Executive Vice President Sales and Marketing bei Identec Solutions. In dem handlichen Computer, den der Trainer bei sich trägt, sind die relevanten Informationen zu jedem einzelnen Spieler gespeichert. Überschreitet die Temperatur eines Sportlers den Grenzwert, ertönt sofort ein Warnsignal. ‚Die Betreuer werden somit bereits auf die ersten physischen Anzeichen einer Überhitzung aufmerksam gemacht, können den Spieler umgehend vom Feld nehmen und entsprechend behandeln lassen‘, so Linke weiter.

Dieses ‚Frühwarnsystem‘ ist derzeit zwar noch Footballspielern vorenthalten, ähnliche Lösungen könnten zukünftig aber auch in weiteren Teamsportarten, im Motorsport, beim Militär oder in der Arbeitssicherheit eingesetzt werden. Laut Peter Linke eröffnet aktive RFID-Technologie im Bereich der Gesundheitsprävention weite Einsatzfelder: ‚Neben der Temperatur lässt sich damit ebenso die Herzfrequenz, der Kalorienverbrauch oder die auf die Person wirkende Beschleunigungskraft ermitteln.‘

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