Kurz, knackig und vor allem präzise. Die Football-USA Saisonvorschauen bringen die Ereignisse von sieben Monaten Offseason wenige Stunden vor dem Start der Regular Season genau auf den Punkt.

Baltimore Ravens | AFC East

Was hat sich getan?
RB Jamal Lewis wurde gegangen, dafür kam Willis McGahee, selbsternannter bester Läufer der Liga. Leider befindet sich mit Steve McNair zwar ein solider, aber nicht überragender QB in den eigenen Reihen. Auf Seiten der Verteidigung musste mit LB Adalius Thomas eine wertvolle Allzweckwaffe (spielte laut Angaben von DC Ryan 2006 sieben verschiedene Defensivpositionen) an die Patriots abgetreten werden. Glaubt man Coordinator Rex Ryan so befindet sich mit Jarett Johnson aber bereits ein geeigneter Nachfolger am Roster.

Was wird sich tun?
Leider werden die Ravens nicht viel weiter als im letzten Jahr kommen (Niederlage im Divisional Playoff gegen Indy, Anm.). Die AFC North wird vermutlich gewonnen werden, Defensive und Laufspiel sind immer noch gut genug, zu viel mehr wird es aber nicht reichen. In den Divisionals dürfte für die Violetten dann aber Schluss sein.

Buffalo Bills | AFC East

Was hat sich getan?
Buffalo hatte von McGahees Mundwerk, das fernab von seinen eigentlichen Taten operierte, die Faxen dicke und holte sich im Draft mit Cal RB Marshawn Lynch einen hochkarätigen Ersatz. Big Bucks wurden vor allem an der O-Line investiert. Für 49 Millionen Dollar wurde Derrick Dockery von den Redskins geholt. Dafür verlor man mit CB Nate Clements den angedachten Franchise Player in der Defensive. HC Dick Jauron könnte mit seinen jungen Wilden dennoch für eine faustdicke Überraschung sorgen. Wenn da nicht die fiese Division wäre.

Was wird sich tun?
Gegen die Patriots werden die Bills nichts zu melden haben, auch die Jets scheinen im Moment noch einen Nasenlänge voraus zu liegen Immerhin können die Dolphins im Zaum (oder Schwimmbecken) gehalten werden. Sollten die Bills jedoch tatsächlich für eine Überraschung sorgen, dann haben sie es hier natürlich zuerst gelesen.

Cincinnati Bengals | AFCNorth

Was hat sich getan?
Beeindruckend wenig bengalische Spieler wanderten während der Offseason ins Kittchen. Einzig Chris Henry sorgte – wenngleich erwartbar – mit seiner acht Spiele währenden Suspendierung für Aufsehen. Die Offensive blieb bis auf den Abgang von LG Eric Steinbach weitestgehend intakt. Die Combo Palmer-Johnson-Johnson wird weiterhin für Angst und Schrecken beim Gegner sorgen. Massive Probleme lassen sich in der Defense finden (2006 nur die 31.). Auch wenn der ebenfalls suspendierte MLB Odell Thurman noch Starter wäre (nach der offiziellen Homepage ist er das immer noch), würde das nur wenig ändern. Ein noch immer abgängiger Run Stuffer für die Mitte wird Cincys Probleme gegen den Lauf nicht unbedingt verbessern.

Was wird sich tun?
Im Gegensatz zur vergangenen Spielzeit wird man bereits vor dem letzten Spieltag keine Chance mehr auf die Playoffs besitzen. Besonders bitter, dass damals in Woche 17 eine 17:23-Niederlage nach Overtime gegen Divisionsrivalen Pittsburgh das endgültige Aus bedeutete. Dieses Jahr machen die Stählernen den Kätzchen wahrscheinlich noch früher den Gar aus.

Cleveland Browns | AFC North

Was hat sich getan?
Die leidgeprüften Fans im Dawg Pound zu Cleveland sahen zum ersten Mal seit der Expansion gleich mehrere Schritte in die richtige Richtung. OG Eric Steinbach wurde für 49 Millionen Dollar vom Lokalrivalen Cincinnati losgeeist, zudem wurden mit OT Joe Thomas und QB Brady Quinn zwei weitere Leistungsträger für die Zukunft im Draft verpflichtet. Letztgenannter wird – so sieht es im Moment aus – dieses Jahr noch wertvolle Erfahrung sammeln dürfen. HC Romeo Crennel lässt Charlie Frye zwar noch ein wenig herummurksen, spätestens nach der Bye (Woche 10) wird er an Quinn aber nicht mehr vorbeikommen.

Was wird sich tun?
Cleveland ist seit 1999 als ‚Work-in-Progress‘-Team zu bezeichnen. Nur blöd, dass zu keinem Zeitpunkt ein ‚Fortschritt‘ zu erkennen war. Auch die Jubelmeldungen nach Crennels Verpflichtung sind beispielsweise schnell verstummt. Es ist wahrscheinlich, dass die Mannen mit den unansehnlichsten Dressen der Liga auch diese Spielzeit im Keller der AFC versumpfen werden. Für 2008 bestehen dann aber durchaus berechtigte Hoffnungen auf mehr. Vorausgesetzt Golden Boy Quinn vollführt nicht den nächsten ‚Tim Couch‘.

Denver Broncos | AFC West

Was hat sich getan?
Die eine Glocke (Tatum) wurde nach Detroit verschifft, der anderen (Mike) mit RB Travis Henry ein neuer Starter vorgesetzt. Die Defensive wurde mit CB Dre‘ Bly, Rookie-Pass-Rusher Jarvis Moss und kürzlich auch mit Ex-Buc Simeon Rice hochkarätig verstärkt. Einige Die-Hards der Broncos haben allerdings noch immer mit der Entlassung von Fanliebling Al Wilson zu kämpfen. Ex-Hurricane D.J. Williams wird in seinem vierten Jahr nun seinen Mann in der Mitte der Defense stehen müssen.

Was wird sich tun?
Aus den Broncos der letzten Jahre wurden die Fans nie so ganz schlau. Das Team präsentiert sich beim ersten Hinsehen immer als ein grundsolides, mit dem ganz großen Wurf klappte es aber doch nie. Einige Sachen trauen wir uns aber dennoch zu prophezeien: Travis Henry wird der nächste 1000-Yard-Läufer im Dress der Broncos, Jay Cutler wird sich weiterhin brav entwickeln und das Team irgendwo in den Bereich der Wild-Card-Plätze manövrieren. Ein Team, welches in der NFC möglicherweise um den Super Bowl-Einzug mitspielen könnte, wird in der AFC dann aber allerspätestens in den Divisionals ausscheiden.

Houston Texans | AFC South

Was hat sich getan?
David Carr wurde aus dem Team (nach Carolina) gekickt – was vielleicht auch einfacher war als die fünf Starting Offensive Lineman zu entlassen. Statt Carr wurde Atlanta Back-Up Matt Schaub mittels dicken Vertrags nach Houston gelockt und als neuer (nächste) Hoffnungsträger einer gebeutelten Franchise ausgerufen. Schaub verfügt über Potential, bleibt dennoch abzuwarten wie er sich im schwierigen texanischen Terrain zurechtfinden wird.

Was wird sich tun?
Die Waffen in der Offensive hören sich nicht allzu schlecht an. Mit Ahman Green (aus dem Packerland gekommen), Andre Johnson und TE Owen Daniels sieht es so schlecht nicht aus. Aufzupassen gilt es auch auf Rookie-WR Jacoby Jones, der Noch-Starter Kevin Walter immer dichter im Nacken sitzt. Für die eine oder andere Überraschung könnte die Defensive der Texaner sorgen, die im Draft mit dem erst 20-Jährigen (!!!) Amobi Okoye verstärkt wurde. Die Brocken in der Division können von der jungen Truppe zwar (noch) nicht gepackt werden, eine wertvolle Erfahrung wird dieses Jahr dennoch werden.

Indianapolis Colts | AFC South

Was hat sich getan?
Ein gewaltiger Aderlass in der Defense ereilte den amtierenden Champion. Drei Starting DBs (Harper, David und Doss), ein Linebacker (June), swoie die Starting Tackles (Reagor und McFarland) sind entweder bei neuen Teams untergekommen oder verletzungsbedingt nicht mehr verfügbar. Dass es offensiv weiterhin wie geölt laufen wird ist anzunehmen, aber in der Defensive werden sich klaffende Lücken auftun, die Defensiv-Guru Tony Dungy nicht mehr stopfen können wird.

Was wird sich tun?
Die Colts werden weiterhin ein Team sein, das nur unter zwei Bedingungen geschlagen werden kann. Entweder in einem Shoot-Out (vielleicht schon im Season Opener gegen New Orleans am Donnerstag ab 01:55Uhr live auf ORF1), oder durch einen schlechten Tag von Manning. Das Projekt Titelverteidigung mutet im Moment eher wie eine Mission Impossible an. Die Playoffs sind drinnen, spätestens gegen die Patriots oder Chargers wird dann aber Schluss sein.

Jacksonville Jaguars | AFC South

Was hat sich getan?
Im Februar sprach HC Jack del Rio seinem QB Byron Leftwich noch das Vertrauen aus, vor kurzem entzog er ihm selbiges und entließ den ehemaligen Erstrunder. David Gerrard bekommt nun die Aufgabe übertragen, dem lethargischen Passangriff der floridianischen Kätzchen neues Leben einzuhauchen. Hilfe bekommt er dabei von der letztjährigen Rookie-Sensation Maurice Drew-Jones. Die starke Defensivabteilung sollte durch die Rückkehr von MLB Mike Peterson und die Verstärkung durch Rookie FS Reggie Nelson abermals zur Elite der Liga zählen.

Was wird sich tun?
Wenn die Jaguars den Colts die Divisionskrone endlich entreißen wollen, muss endlich konstanter gespielt werden. Auf Licht folgte 2006 reichlich Schatten, zudem ging Del Rios Truppe zweimal gegen Houston als Verlierer vom Platz. Um angesprochene Konstanz zu erreichen wären vielleicht durchdachtere Schritte erforderlich als wenige Tage vor Beginn der Saison den angedachten Starting QB abzusägen. Gerrard hat nun aber die Chance zu beweisen, dass dieser Schritt schon längst überfällig war. Wir lassen uns gerne überraschen, rechnen aber mit einem weiteren Januar ohne Jacksonville’sche Beteiligung.

Kansas City Chiefs | AFC West

Was hat sich getan?
Die Offensive Line löste sich mit dem Rücktritt von Will Shields weiter auf und entwickelte sich von der einst dominantesten Formation der NFL zum Stückwerk. Arbeitstier Larry Johnson (NFL-Rekord mit 416 Carries im letzten Jahr) bekam erst kurz vor Ende des Training Camps einen neuen Vertrag und muss, gemessen an den Erwartungen, noch mehr mit noch weniger Unterstützung vollbringen. Entgegen vieler anders lautender Meinungen schätzt Football-USA die Defense stärker als die Offense ein. Ein solider Mix aus Erfahrung (Ty Law, Donnie Edwards) und jugendlicher Frische (LB Derrick Johnson, DE Tamba Hali) dürfte die Chiefs lange im Spiel halten.

Was wird sich tun?
Der völlig unerwartete und im Endeffekt auch blamabel zu Ende gegangene Playoff-Einzug (8:23 gegen Indianapolis) der Truppe aus Missouri wird 2007 nicht wiederholt werden können. Die Mannschaft präsentiert sich besonders im Angriff zu unrund. Eklatante Probleme an der O-Line und bei den Receivern (trotz Erstrunden-Rookie Dwayne Bowe) pflastern den Weg der schlussendlich den dritten Platz in der AFC West einbringen wird.

Miami Dolphins | AFC East

Was hat sich getan?
Einer muss es ja machen. Getreu diesem Motto übernahm Ex-Chargers OC Cam Cameron das von Nick ‚das Wiesel‘ Saban fluchtartig verlassene Team. Da der (Neu-)Aufbau einer Franchise nicht etwa über einen QB, sondern mittels Wide Receiver vorangetrieben wird, holte ‚Trainerfuchs‘ Cameron statt Brady Quinn gleich Ohio State WR Ted Ginn Jr in den sonnigen Süden der USA. Als Notnagel auf der Spielmacherposition wurde letztendlich Trent Green verpflichtet. Fakt ist, dass er in Miami eine wahrscheinlich noch schlechtere Offensive Line vorfinden wird, als er dies – wäre er ein Chief geblieben – bei seinem alten Team getan hätte. Keineswegs besser sieht es in der Defensive aus, die auch weiterhin von den alternden Stars Jason Taylor und Zach Thomas angeführt wird.

Was wird sich tun?
Wenig Erfreuliches für die Anhänger der Delfine. Immerhin kommen die vor allem in Europa äußerst zahlreichen vertretenen Fans in den Genuss ihre Mannschaft am 28. Oktober im Londoner Wembley Stadion gegen die Giants sehen zu können. Danach gilt es nur noch den nächsten vierten Platz in der Division zu vermeiden.

New England Patriots | AFC East

Was hat sich getan?
Die Parallelen zwischen den Patriots und Bayern München nehmen immer frappierendere Ausmaße an. Beide polarisieren enorm – teilen die Sportjünger in Fans und Abgeneigte – sind über die letzten Jahre höchst erfolgreich und haben diesen Sommer, nach einer für die eigenen Ansprüche mäßig einträglichen Saison – aufgerüstet wie noch nie. Was des Bayern Franck Ribery oder Luca Toni, das des Neu-Engländers Adalius Thomas oder Randy Moss. Tom Brady, letzte Saison noch mit dürftigem Receiving Corps ausgestattet, darf nun mit Moss, Stallworth, Welker und Washington aus dem Vollen schöpfen.

Was wird sich tun?
Alles andere als ein Super Bowl-Sieg wäre für die Region um Boston eine herbe Enttäuschung, für die restlichen Fans eine große Überraschung. Die großen Namen bei den Neuzugängen verpflichten nun mal. Speziell der Saisonauftakt der Patrioten wird spannend zu verfolgen sein, denn mit Richard Seymour wanderte unlängst der beste Verteidiger auf die PUP-List (fällt somit für die ersten sechs Saisonpartien aus) und Teamleader Rodney Harrison wurde der Einnahme von Wachstumshormonen überführt was ihm eine Sperre von vier Spielen einbrachte. Das und der schwere Auftakt (@ NYJ, SD, BUF, @ CIN) wird bereits der erste Prüfstein für die Belichick-Buam. Wäre jedoch nicht das erste Mal, wenn solch einer gemeistert werden könnte.

New York Jets | AFC East

Was hat sich getan?
Neue Besen kehren gut. Eine Binsenweisheit die HC Eric Mangini zumindest im übertragenen Sinne letztes Jahr eindrucksvoll zu bestätigen wusste. Solides Spiel an der Offensive Line, die Mangini in seinem ersten Draft ausgezeichnet verstärkt hatte, verhalf dem verletzungsanfälligen QB Chad Pennigton zum ‚Comeback Player of the Year‚ und dem Team trotz wenig illustrer Besetzung zu einem überdurchschnittlich guten Laufangriff. Man nehme nun ein wenig von Thomas Jones (von den Bears gekommen), eine Prise Star-DB im Draft (Darrelle Revis) und fertig ist die Mannschaft, die auch heuer wieder Jagd auf New England und den Spitzenplatz in der AFC East machen will.

Was wird sich tun?
Genau da liegt allerdings der Hund begraben. Am Schwergewicht aus Foxboro wird, so sieht es aus, kein Weg vorbeiführen und auch die Konkurrenz am Lake Erie bei Buffalo schläft nicht. Mangini muss also aufpassen, dass er sich nicht zu sehr auf seinen ehemaligen Lehrmeister Belichick einschiesst, nur um dann im Laufe der Spielzeit von den Bills übertölpelt zu werden. Schlüsselspiele werden deswegen die Divisionsspiele gegen Pats (Woche 1 und 15) und Bills (Woche 4 und 8) sein.

Oakland Raiders | AFC West

Was hat sich getan?
Al Davis hat seinen Masterplan ohne mit der Wimper zu zucken durchgeführt. Dieser wird in Bälde unter dem Titel ‚Wie führe ich eine Franchise schnellstmöglich vom Super Bowl zum ersten Pick im Draft‚ als Buch erscheinen. Fragwürdige Personalentscheidungen auf Coaching- und Spieler-Ebene pflastern seit Jahren seinen Weg, diese Offseason machte dabei keine Ausnahme. Mit Lane Kiffin (32) angelte er sich den blutjungen OC von USC, mit der Wahl von JaMarcus Russell im Draft erlag er einmal mehr seiner Passion für große QBs mit noch größerem Arm. Russell verdingt sich bis zum heutigen Tag in seinem Heimatort und scheint weiterhin wenig Drang zu Vertragsverhandlungen zu verspüren. Daunte Culpepper und Josh McCown wird’s freuen, denn Russells Holdout verhilft ihnen aller Voraussicht nach zu einem für beide unwahrscheinlich gehaltenen Comeback als Starter.

Was wird sich tun?
Der AFC-Keller wird ‚Silver and Black‚ nicht erspart bleiben. Zwar hat sich die Defense unter Coordinator Rob Ryan zu einer hochkarätigen Formation entwickelt, dafür hakt es in der Offensive aber an allen Ecken und Enden. Lamont Jordan und Dominic Rhodes (nachdem er seine Sperre von vier Spielen abgesessen hat) laufen hinter einer höchst suspekten Offensive Line, die restlichen Skillplayer sind bestenfalls Durchschnitt.
Kleiner Fun Fact am Rande: Von den ersten beiden Spielern die Oakland im Draft genommen hat, befindet sich einer (Russell) im wer-weiß-wie-langen Holdout, der andere (Drittrunden DE Quentin Moses) wurde gecuttet.

Pittsburgh Steelers | AFC North

Was hat sich getan?
Bill Cowher beendete seine Karriere als HC (auch wenn über seine baldige NFL-Rückkehr bereits wieder gemunkelt wird), mit OC Ken Wisenhunt und O-Line Coach Russ Grimm ließ das Team die aussichtsreichsten Kandidaten auf eine Nachfolge ziehen und Ex-Vikings DC Mike Tomlin (35) wurde somit zum erst dritten Steelers Head Coach seit 1969 gemacht. Um sich als Frischling aber gleich an die geänderten Aufgabenbereiche eines Head Coaches zu gewöhnen, versorgten ihn seine Spieler immer wieder mit kleinen Skandälchen, die es zu überstehen galt. Der mehrfache Pro Bowl Guard Alan Faneca erschien nicht zu den Minicamps und wollte so von der Vereinsführung mehr Geld erzwingen. Liebling und Identifikationsfigur Joey Porter wurde an die Miami Dolphins abgegeben, ein potentieller Nachfolger aber postwendend mit LB Lawrence Timmons im Draft gefunden. So nebenbei beklagten sich immer wieder ein paar Athleten über das harte Training Tomlins, was in zwei klare ‚wenn,dann‘-Situation münden wird. Wenn die Steelers dieses Jahr Erfolg haben, wird Tomlin in den Stahlhimmel gehoben. Wenn Pittsburgh aber eine weitere Saison ohne Playoffs bevorstehen sollte, dürfte es ob des harten Trainings sicherlich die ein oder andere kritische Stimme geben.

Was wird sich tun?
2006 traf der sagenumwobene Super Bowl-Fluch nicht etwa den Verlierer, sondern den Gewinner. Die Saison der Steelers war der Kaderstärke nicht würdig. Egal ob Big Bens katastrophale Offseason, Cowhers frühzeitig erklärter Rücktritt, das Gesamtpaket wollte nicht so zusammenpassen wie es beispielsweise beim denkwürdigen Playoffrun des Jahres 2005 der Fall war. Gut, dass den Spielern nun ein steifer Wind ins Gesicht bläst, der das Team zu alter Stärke zurückfinden lässt. Die Steelers sind reif für die Wild Card. Vielleicht ist dem einen oder anderen Leser ja auch noch in Erinnerung was passierte, als man im Westen Pennsylvanias zum letzten Mal eine solche ergattern konnte.

San Diego Chargers | AFC West

Was hat sich getan?
Was darf sich der NFL-Interessierte von einer Mannschaft erwarten, die 2006 über 14 Mannschaften drüberfuhr und durch größtenteils schwachsinnige Entscheidungen des Head Coaches im Januar viel zu früh den Hut nehmen musste? Einer Mannschaft, die neben dem aktuellen MVP 19 weitere Starter zurückbringen kann? NFL.com titelte bezugnehmend auf die Chargers unlängst ‚Built for a run‚. Weise Worte, denn das berüchtigte und viel beschworene ‚Window of Opportunity‘ ist noch längst nicht geschlossen. ‚Built for a run‚ scheint auch weiterhin auf LT zuzutreffen, der statistisch sein bestes Jahr hinter sich hat, spielerisch aber erst in die volle Blütezeit kommt. Gegnerisches Teams wird angst und bange werden, wenn der Schützling des neuen HC Norv Turner noch besser aufspielen sollte als dies im letzten Jahr der Fall war. Dass Offensive und Front Seven der Bolts die Prunkstücke sind ist zweifelsfrei bewiesen. Spannend wird nur wie schnell sich die Spieler nach dem Abgang von HC Marty Schottenheimer, OC Cam Cameron und DC Wade Philipps an die neuen Schemen gewöhnen werden.

Was wird sich tun?
Die Kalifornier stellen in der AFC West nominell noch immer die stärkste Truppe. Einige pessimistische Experten munkeln im Hintergrund aber bereits darüber, dass die Chargers ähnlich wie 2005 ein Seuchenjahr durchleben könnten. Immer wieder wird dabei auch Norv Turners verbesserungswürdige Bilanz (59-83-1)als HC ins Spiel gebracht. Diesen Leuten stellt Football-USA nur eine Frage: Warum gibt es wohl einen Begriff wie ‚Marty-Ball‘ aber keinen wie etwa ‚Norv-Ball‘? Turner wird in entscheidenden Situationen keinesfalls so fragwürdige Calls in Betracht ziehen. Der Divisionssieg – so sieht es aus – sollte eigentlich Formsache sein.

Tennessee Titans | AFC South

Was hat sich getan?
Nehmen wir an ein aufstrebender Jungstar befindet sich in ihrem Team auf der Spielmacherposition. Wofür würden sie als General Manager wohl sorgen? A) dem Spieler jede nur erdenkliche Unterstüzung zukommen lassen? oder B) ihm seinen Leading Rusher, und seine beiden Leading-Receiver wegnehmen?
Im Falle von Vince Young haben sich die Tennessee Titans für Option ‚B)‘ entschieden. Travis Henry, Bobby Wade und Drew Bennett tragen allesamt keine brennenden ‚T’s‚ mehr auf ihren Helmen. Nach dem furiosen Finish sind die Erwartungen in Nashville nun enorm hoch.

Was wird sich tun?
Football-USA-Experte Christopher Houben meinte einst über Vince Young: ‚Der ist einfach ein Siegertyp‘. Letztes Jahr ließ er dieses im Football rar gesäte Talent des Öfteren aufblitzen (prompt schießt einem der unfassbare Overtime-TD gegen Houston in den Kopf). Der ultimative Härtetest folgt aber ab dem kommenden Sonntag. Was heutzutage in Europa wie die Humankapitaleinsparungsparole schlechthin anmutet, ist der offizielle Leitspruch der Titans Offensive für 2008: Mit wesentlich weniger, noch mehr zu vollbringen. Football-USA sieht diese Entwicklung äußerst skeptisch und die Titans dementsprechend nicht in den Playoffs.

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