In Austrian Bowl XXX treffen sie am Samstag, den 26. Juli auf die Raiffeisen Vikings Vienna. Kickoff in der NV Arena St. Pölten ist um 19:00 Uhr.
Die Tiroler wollen ihren vierten Austrian-Bowl-Titel gewinnen. Es wäre der erste Triumph seit 2011. Das Finale ist eine Neuauflage der Endspiele der vergangenen beiden Jahre.
Die Begegnung wird live ab 18:30 Uhr auf raidersTV und auf ORF Sport+ übertragen.
"Ein Finale ist immer etwas Besonderes und hat seine eigenen Gesetze.", so Raiders Head Coach Shuan Fatah. "Für uns ist es die Chance, eine jetzt schon erfolgreiche Saison mit einem Titel zu beenden – und die wollen wir nutzen. Wenn wir die Wiener ein zweites Mal in diesem Jahr besiegen wollen, müssen wir jedoch fehlerfrei spielen. Die Vikings haben ein sehr homogenes Team und ihre Defensive ist die vielleicht beste in Europa. Wir respektieren jeden unserer Gegner, haben aber vor niemandem Angst. Die Schwere der Aufgabe ist uns allen bewusst, jedoch liebt unsere Mannschaft große Herausforderungen."
Duell auf Augenhöhe
Sieben Siege und zwei Niederlagen. Mit genau dieser Bilanz gehen die beiden Finalisten jeweils ins Endspiel. Die Raiders kassierten ihre zweite Saisonniederlage in der Austrian Football League (AFL) erst am letzten Grunddurchgangsspieltag in Prag. Die Vikings verloren zuletzt am 11. Mai daheim gegen den Tabellenletzten aus Graz. Außerdem verloren und gewannen beide Teams je ein Spiel gegeneinander.
Die Vikings stellen die mit Abstand beste Defensive der AFL. Im Schnitt erlaubten sie in der regulären Saison nur 14,5 Punkte pro Spiel. Alle anderen Teams ließen je mehr als 30 Punkte pro Partie zu. Zudem ließen sie die wenigsten Yards zu (267,3 Yards/Spiel). In punkto Angriff erzielten die Wiener die zweitmeisten Yards (397,5 Yards/Spiel).
Die Raiders kontern mit der besten Scoring Offense der AFL (36,4 Punkte/Spiel). Sie erzielten pro Spiel nur sieben Yards weniger als Wien und stellten den mit Abstand gefährlichsten Laufangriff in Österreich (168,8 Yards/Spiel). Allerdings erlaubten sie die meisten Yards pro Spiel (456,6 Yards).
Im Playoff-Halbfinale der AFL zeigte die Defensive der Tiroler aber eine deutliche Leistungssteigerung und ließ nur 255 Yards und keine Punkte zu. Beim 34:0-Sieg gegen die Danube Dragons erzielten die Raiders zudem 200 Lauf-Yards.
Die Vikings setzten sich im Halbfinale mit 41:27 gegen den Playoff-Neuling Prague Black Panthers durch. Prag kam dabei auf nur 36 Lauf-Yards und Quarterback Kyle Newhall-Caballero – der vielleicht beste Spieler der Saison – warf zwei Interceptions.
Eine Negativserie ist durchbrochen
Nach acht Siegen in Serie konnten die Raiders Tirol am 3. Mai endlich ihren "Vikings-Fluch" besiegen. Sie gewannen mit 22:20 am Tivoli und feierten den zehnten Sieg im 36. Duell mit den Wikingern (AFL und EFL/BIG6). Es war zugleich die erste Niederlage der Vikings seit dem Eurobowl 2012.
Eine Serie gilt es aber noch zu brechen: Die Wiener haben die vergangenen beiden Austrian-Bowl-Endspiele klar gegen die Raiders gewonnen und dabei jeweils 48 Punkte erzielt (48:34 im Jahr 2012/48:31 im Vorjahr). Auch Eurobowl XXVII gewannen sie vergangenes Jahr gegen die Tiroler (37:14). In den vergangenen drei Endspiel-Duellen der beiden Kontrahenten hatten die Tiroler also jeweils das Nachsehen.
Offensive MVP gegen Defensive MVP
Im Playoff-Halbfinale gegen die Dragons überzeugte Raiders Quarterback John van den Raadt mit 96 Rushing Yards und zwei Touchdowns bei acht Läufen. Zudem brachte er zwölf von 16 Pässen für 123 und einen Touchdown an. Running Back Andreas Hofbauer erzielte bei zehn Läufen 61 Yards und einen Touchdown. Wide Receiver/Kicker Clemens Erlsbacher fing vier Bälle für 58 Yards und einen Touchdown.
Im gesamten Saisonverlauf der AFL brachte van den Raadt 114 von 205 Pässen für 1.762 Yards mit 13 Touchdowns und sechs Interceptions an. Er hatte zudem 73 Läufe für 512 Yards und acht Touchdowns. Seine Pass-Yards waren der zweitbeste Wert der AFL.
Hofbauer führte die AFL mit 732 Yards bei 100 Läufen (7,3 Yards pro Lauf) sowie 14 Touchdowns an. Er fing außerdem sieben Bälle für 153 Yards und einen Touchdown. Für diese Leistung wurde er gerade zum "Offensive MVP" der Saison 2014 gekürt. Sollte er mal eine Pause benötigen, verfügen die Tiroler über erfahrene und talentierte Running Backs. Lukas Miribung steht bei acht Läufen für 40 Yards und einem Touchdown. Aufgrund von Verletzungen und der Junioren-WM wird Running Back Filip Vlajic als dritte Option fungieren.
Das Passspiel verteilt sich auf mehrere Schultern. Angeführt werden die Ballfänger von Erlsbacher, der in der regulären Saison 33 Pässe für 507 Yards und drei Touchdowns fing. Wide Receiver Julian Ebner hatte bisher 17 Catches für 351 Yards und drei Touchdowns. Wide Receiver Damaso Tarneller fing 16 Pässe für 212 Yards und drei Touchdowns. Wide Receiver Christian Willi steht bei 12 Catches für 118 Yards. Fehlen werden dem Team Wide Receiver Adrian Platzgummer und seine 25 Catches für 388 Yards und sechs Gesamt-Touchdowns. Er verletzte sich bei der Junioren-WM in Kuwait am Knie und fällt länger aus.
Auch in den Special Teams geht nichts ohne Erlsbacher. Er kickte sechs Fields Goal und 29 Extrapunkte, hatte 20 Kickoff Returns für 615 Yards und einen Touchdown und puntete 19 Mal für 759 Yards (Schnitt von 39,9 Yards pro Punt).
Im AFL-Halbfinalspiel gegen die Dragons machte die Defensive der Raiders Tirol ihr vielleicht bestes Spiel der Saison. Sie erlaubte den Dragons keine Punkte und erzielte fünf Sacks. Defensive Lineman Korbinian Hoffmann hatte allein 1,5 Sacks. Defensive Lineman/Linebacker Philipp Margreiter erzielte zwei Sacks und blockte einen Punt. Zudem blockte Defensive Back Alexander Achammer einen Field-Goal-Versuch und fing eine Interception. Defensive Back Arno Andreas führte das Team mit 6,5 Tackles (sechs solo) an.
Der beste Tackler der AFL und der Tiroler war im Grunddurchgang Linebacker Fabian Seeber. Er erzielte 49,5 Tackles (38 solo), 2,5 Tackles für Raumverlust und einen Sack. Zudem fing er eine Interception und eroberte zwei Fumbles. Linebacker Florian Hueter hatte 35 Tackles (26 solo), 5,5 Tackles für Raumverlust und fing eine Interception und forcierte einen Fumble. Margreiter erzielte 29 Tackles (22 solo), 8,5 Tackles für Raumverlust, einen forcierten Fumble und fünf Sacks. Linebacker Simon Hoser hatte 26,5 Tackles (22 solo), forcierte und eroberte einen Fumble und erzielte einen Tackle für Raumverlust.
Defensive Back Markus Krause steht bei 27,5 Tackles (21 solo) und fing drei Interceptions. Defensive Back Simon Muigg fing zwei Pässe ab, hat 13,5 Tackles (zehn solo) und zwei Tackles für Raumverlust. Andreas erzielte 26,5 Tackles (22 solo). Er fing zwei Interceptions bei den Broncos in der BIG6. Achammer erzielte bisher 27,5 Tackles (26 solo) und zwei Tackles für Raumverlust. In der BIG6 fing er eine Interception. Defensive Back Simon Unterrainer erzielte zehn Tackles (acht solo) und einen Tackle für Raumverlust. Defensive Back Enrico Martini hatte einen Tackle für Raumverlust und 8,5 Tackles (fünf solo) und fing eine Interception. Defensive Back Patrick Pilger, der das Team in Prag zuletzt mit sechs Tackles anführte, spielt bei der Junioren-WM in Kuwait.
Defensive Lineman Maximilian Pichler erzielte zwei Sacks, vier Tackles für Raumverlust sowie neun Tackles (sieben solo). Defensive Lineman Ralf Stefanitsch hat einen Sack, einen Tackle für Raumverlust und 4 Tackles (4 solo). Defensive Lineman Reinhard Pardeller kam bisher auf 10 Tackles (8 solo) und 5 Tackles für Raumverlust. Hoffmann hat ebenfalls einen Sack sowie zwei Tackles für Raumverlust und 13 Tackles (zehn solo) zu Buche zu stehen. Defensive Lineman Philipp Popp hatte bisher einen eroberten Fumble, sieben Tackles (vier solo) und 1,5 Tackles für Raumverlust. Defensive Lineman Manuel Jovic erzielte acht Tackles (sechs solo) sowie 2,5 Tackles für Raumverlust und einen Sack.
Die Vikings werden von Quarterback Christoph Gross angeführt. Der Nationalteam-Spielmacher fehlte bei der Niederlage in Innsbruck verletzungsbedingt. Im AFL-Grunddurchgang brachte er 103 von 172 Pässen für 1.565 Yards mit 17 Touchdowns und sechs Interceptions an. Im Playoff-Halbfinale komplettierte Gross 16 von 28 Pässen für 281 Yards mit fünf Touchdowns und einer Interception
Nachdem sich die Wikinger vor einigen Wochen von Running Back Emmanuel Moody getrennt haben, ist Running Back Islaam Amadu der Mann fürs Grobe. In der AFL-Saison hatte er 92 Läufe für 434 Yards. Im Halbfinale hatte er allein 23 Läufe für 163 Yards. Amadu wartet jedoch noch auf seinen ersten Saison-Touchdown.
Wide Receiver Laurinho Walch führte die Vikings in der Saison mit 37 Catches für 751 Yards und sieben Touchdowns an. Wide Receiver Stefan Postel fing bisher 38 Bälle für 567 Yards und fünf Touchdowns. Tight End Manuel Thaller stand bei 29 gefangenen Pässen für 358 Yards und fünf Touchdowns und Wide Receiver Dominik Bubik fing 23 Bälle für 408 Yards und sechs Touchdowns. Im Halbfinale fing Postel sieben Bälle für 128 Yards und einen Touchdown. Walch hatte einn 66-Yard Touchdown-Reception.
Die Defensive wird angeführt von Linebacker Dustin Illetschko, der als "Densive MVP" der Saison 2014 ausgezeichnet wurde. Er erzielte 38 Tackles (28 solo) und vier Tackles für Raumverlust in der regulären Saison. Linebacker Marco Aigner erzielte 32,5 Tackles (21 solo) mit 3,5 Tackles für Raumverlust und einem Sack. Defensive Lineman Paul Werner folgte mit 23,5 Tackles (19 solo) sowie 4,5 Tackles für Raumverlust und einem Sack. Linebacker Simon Blach erzielte sieben Sacks und 8,5 Tackles für Raumverlust. Defensive Back Benjamin Bubik und Defensive Back Andreas Lunzer fingen je drei Interceptions. Im Halbfinale gegen Prag fing Bubik zwei Interceptions und forcierte einen Fumble.

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