Dass die Munich Cowboys ein solides Football-Team sind, bekamen die Schwäbisch Hall Unicorns am Sonntag zu spüren. Wegen der guten Defense-Leistung reichte es aber trotzdem zu einem 27:7-Erfolg in München.
Es waren am Sonntag im Münchner Dantestadion sieben Minuten im ersten Viertel gespielt, da passierte durch den Cowboys-Cornerback Daniel Martin schon fast etwas historisches: Er konnte einen Pass von Aaron Boehme, der in den vorherigen zehn Spielen ohne eine einzige Interception geblieben war, abfangen. Diese Interception war sinnbildlich für die Partie in München, denn bei der Haller Mannschaft war ordentlich Sand im Getriebe – vor allem im hoch gelobten Angriff der Unicorns. Am Ende war es die Defense, die dem Tabellenführer den Sieg sicherte.
Dabei hatte das Spiel perfekt begonnen. Pünktlich zum Kick-Off kam in München nach Dauerregen am Morgen die Sonne heraus und bescherte den 600 Zuschauern gutes Football-Wetter. Dementsprechend startete Schwäbisch Hall in die Partie. Gleich der erste Spielzug der Partie endete nach einem langen Pass von Aaron Boehme auf seinen US-Kollegen Justice Joslin mit einem Touchdown. Die vielen mitgereisten Fans sahen nach zehn gespielten Sekunden schon dem nächsten hohen Sieg der Unicorns entgegen.
Auch die Abwehr der Haller arbeitete gut und sorgte dafür, dass die Cowboys sich mit einem Punt vom Ball trennen mussten. Anstatt wie gewohnt weiter zu erhöhen, mussten die Unicorns durch Boehmes Interception ebenfalls wieder den Ball abgeben. Doch weiterhin nutzten die Münchner ihre Chance nicht, wodurch Hall erneut in Ballbesitz kam. Anschließend marschierte der Angriff um Aaron Boehme in gewohnter Marnier über das Feld und kam durch einen ausgeglichenen Einsatz von Pass-und Laufspiel bis zur Münchner 20 Yards-Line. Doch dann war Schluss. In vier Versuchen schafften es die TSG-Footballer nicht, einen neuen ersten Versuch zu erzielen, sodass München eine neue Möglichkeit erhielt, an die Haller heranzukommen. Gary Lautenschlager, der bei der WM im Juli noch Deutschlands Ersatz-Quarterback war, führte die Münchener über das Feld. Wie aus dem Nichts kam dann David Seiffer, der seinem Gegenspieler den Ball aus den Händen nahm und somit den Weg zum 14:0 für die Unicorns ebnete: Aaron Boehme selbst machte seine Interception wieder gut und vollendete den Angriffszug.
Vor der Halbzeit hätte Schwäbisch Hall diese Führung noch ausbauen müssen. Die Unicorns-Offense machte ungewohnte Fehler und ließ in manchen Spielzügen Eingespieltheit vermissen. Das verschossene Fieldgoal kurz vor der Halbzeitpause setzte dem noch die Krone auf. „Die Konzentration im Training ließ in der vergangenen Woche zu wünschen übrig. Das hat sich heute gezeigt“, wusste Head Coach Siegfried Gehrke nach dem Spiel eine Erklärung für die Fehler in seinem Angriff.
Auch die Bilanz der Defense blieb nicht makellos. Im dritten Viertel verkürzten die Cowboys durch einen schönen Pass von Lautenschlager auf Philipp Vinzenz zum 7:14 – kurzzeitig wackelte die ungeschlagene Bilanz der Unicorns gewaltig. Dazu beitragen konnte auch Nationalmannschafts-Runningback Jerome Morris. Um seine kraftvollen Läufe zu stoppen, brauchten die Unicorns einige Anläufe.
Doch es ist Aaron Boehme wie auch Justice Joslin hoch anzurechnen, dass sie in dieser schweren Lage einen kühlen Kopf bewahrten. In entscheidenden Situationen sorgte der Quarterback mit Pässen auf den Receiver für den nötigen Raumgewinn. Den Touchdown zum 21:7 erzielte schließlich Youngster Sebastian Küstner.
Doch noch war für München Anfang des vierten Viertels alles drin. Wieder überquerten die Bayern schnell das Feld und waren nur noch 14 Yards von der Haller Endzone entfernt. In drei Versuchen gelang den Münchnern kein First Down. Sie entschieden sich aber statt eines Fieldgoal-Versuchs dafür, den vierten Versuch auszuspielen und einen neuen ersten Versuch zu erkämpfen. Lautenschlager übergab den Ball Jerome Morris, doch dieser wird lange vor der First Down-Markierung von Bruno Michitti zu Fall gebracht, sodass der Ballbesitz zu Schwäbisch Hall wechselte.
Michitti gab Boehme damit eine gute Vorlage, um zu zeigen, warum er zurecht alle Statistiken der Football-Bundesliga anführt: Alle Zuschauer im Dante-Stadion sahen ihn schon zu Boden gehen, doch er konnte sich vom Münchner befreien und brachte anschließend einen perfekten Pass an den Mann. Erneut war es Justice Joslin, der mit seinem zweiten Touchdown zum 27:7 den Haller Sieg sicherte. Danach war das Aufbäumen der Münchner vorbei.
Cowboys-Quarterback Gary Lautenschlager ist nach dem Spiel überzeugt: „Mit dieser Leistung hätten wir heute jedes andere Süd-Team geschlagen. Nur Schwäbisch Hall eben nicht.“ Siegfried Gehrke stimmt ihm zu. München habe den Haller Angriff mit seiner starken Defense wie erwartet vor Probleme gestellt. Und Dan Billadeau, der nach dem Weggang von Phil Hickey sein erstes Spiel als Head Coach der Munich Cowboys erlebte, lobte seine Mannschaft: „Unter diesen Umständen haben sie alles gegeben. Die Offense wird von Woche zu Woche stärker.“
Schon in der kommenden Woche wartet wieder kein einfaches Spiel auf die Haller. Die Stuttgart Scorpions sind am Samstag zu Gast, um sich für die hohe Hinspiel-Niederlage zu revanchieren. Für Gehrke ist klar: „Wir wollen weit kommen und die restlichen drei Spiele natürlich gewinnen.“ Bevor die Schwäbisch Hall Unicorns am Sonntagabend die Heimreise antraten, wünschten die Münchner ihren Kollegen aus dem Süden schon mal „viel Spaß in Magdeburg“. Dort findet am 8. Oktober der German Bowl statt.

GFL Süd
Munich Cowboys vs. Schwäbisch Hall Unicorns 7:27

(0:7/0:7/7:7/0:6)
7. August 11 | 15:00
Dante-Stadion | München

Weitere Ergebnisse vom GFL-Wochenende:

Kiel Baltic Hurricanes vs. New Yorker Lions 37:7
(14:0/20:0/0:0/3:7)
Berlin Adler vs. Assindia Cardinals 59:6 
(21:0/10:0/7:6/21:0)
Düsseldorf Panther vs. Mönchengladbach Mavericks 0:28
(0:14/0:7/0:0/0:7)
Saarland Hurricanes vs. Marburg Mercenaries 18:35
(0:6/12:22/0:0/6:7)

GFL Tabelle Gruppe Nord:

1. Kiel Baltic Hurricanes* 320:138   9-0
2. Mönchengladbach Mavericks*   298:150  9-2
3. Düsseldorf Panther 238:213  6-4
4. Berlin Adler   292:217  6-5

5. Braunschweig FFC   123:163  3-6
6. Dresden Monarchs   284:173  3-7
7. Essen Cardinals 82:423  0-11

GFL Tabelle Gruppe Süd:

1. Schwäbisch Hall Unicorns*  505:196  11-0
2. Marburg Mercenaries* 289:154  8-1
3. Munich Cowboys*   232:241    7-5
4. Stuttgart Scorpions* 241:238  6-1-3

5. Wiesbaden Phantoms 178:276  2-1-7
6. Saarland Hurricanes 131:299  1-10
7. Plattling Black Hawks 151:483  0-10

Playoff
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