25.000 Quadratmeter Spielfläche
Die Idee, dem riesigen Sportzentrum im Osten Wiens einen Mehrwert zu verleihen, war wohl in den Köpfen schon vorhanden, als die Bagger noch über die ehemalige Thell-Wiese fuhren. Der Betrieb der Anlage kostet rund 185.000 Euro im Jahr. Ein zusätzliches Geschäftsmodell, welches sich in der Agenda manifestiert, ist daher ebenso wichtig für die Vikings und die Ravelin GmbH (in der die ‚Vikingsworld‘ als ‚unit‘ integriert ist), wie die vielen freiwilligen Helfer im Umfeld des Klubs.

Vikings-Präsident Karl Wurm, der bei der Nennung der jährlichen Kosten die Befürchtung äußerte, dass viele Menschen die Summe nicht fassen oder verstehen können und daher auch nicht besonders glücklich darüber ist, dass wir sie veröffentlichen (‚da kommen sicher böse Kommentare‘), kann aber beruhigt sein. Es wird wohl niemand geglaubt haben, dass die ‚Rave Line‘ um einen Apfel und ein Ei bespielt werden kann und eine 25.000m² ‚Wohnung‘ um 15.000 Euro scheint eher kostengünstig zu sein.

Ohne Hilfe geht gar nichts
Wurm betont die Abhängigkeit des Ganzen von der freiwilligen und ehrenamtlichen Hilfe vieler Mitglieder im und Freunden um den Verein. Es wäre längst schon nicht mehr möglich gewesen, das alles zu realisieren, wenn nicht an allen Ecken und Enden jemand anpacken würde. Als aktuelle Beispiele von zusätzlichen Kosten, die in der Höhe eben nicht entstanden sind, nannte er die Errichtung einer DJ/Pressetribüne oder den Abtransport von mehreren Tonnen Laub der Ravelin-Pappeln. Da stecken viele Arbeitsstunden von freiwilligen Helfern drinnen.

Eierlegende Kunstrasensau
Neben der ausladenden Freifläche ist zusätzlich ein 600m² großes Gebäude in Planung. Danach soll die Wikingerwelt alle Stückchen am Klavier für Ökonomen und deren Bedürfnisse spielen können. Der Vikings-Hauptsponsor Raiffeisen testete bereits mehrfach die ‚Zweckentfremdung‘ und war – no na – sehr zufrieden.

Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt und wer die Vikings kennt, der weiß auch, dass es ihnen an Fantasie nie gemangelt hat. So soll die ‚Vikingsworld‘ Organisation (Achtung – lange Liste!) Marken & Produktevents, Mitarbeiterveranstaltungen, Personalentwicklungsprogramme, Teambuilding, Roadshows, Kundenevents, Firmenjubiläen, Eröffnungen, Launch Events, B2B Events, VIP Events, Investoren–Hauptversammlungen, Management Foren, Pressekonferenzen, Veranstaltungen zur finalen Personalauswahl, Traineeprogamme, Socialising Veranstaltung, NGO Events und sogar Sportveranstaltungen [sic!] für Kunden planen und durchführen.

Dass man zum Erfolg dieser Events auch (Achtung – noch längere Liste) Security, Zelte, Dekoration, Messebau, DJ Equipment, Bühnentechnik, Videotechnik, Ton-/Lichttechnik, Catering, Nachbetreuung, Gästemanagement, Organisation, Kalkulation, Planung, Konzeption, Beratung, Promotoren, Marketing, Grafik, Design, PR, Werbung, Give-Aways, Merchandising, Models/Hostessen, Kabarettisten, Moderatoren, Bands, Showbarkeeper, Tänzer, Sänger, Showgruppen, Entertainer, so wie DJs und MCs anbietet versteht sich dabei schon fast von selbst.

Vikingspower & Wirtschaftskrise
Man setzt bei der Werbung auf die bekannten Vikings-Attribute Erfolg (76 Titelgewinne) & Teamwork, verquickt den Sport mit Business, den Spaß mit dem Ernst des Lebens. Denn die meisten Firmen sparen angesichts der tristen Wirtschaftslage bereits bei ihren Events in 5-Stern-Hotels und genau hier bietet sich die ‚Vikingsworld‘ als weitaus billigere Alternative an. Indoor findet der Event statt, outdoor die Action mit Grillerei.

Ob man damit durchschlagenden Erfolg haben wird? ‚Bisher kam viel positives Feedback‘, sagt Wurm. ‚Nun müssen wir es nur mehr verkaufen.‘

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