Mit sechs Österreichern am Roster setzte man sich den Gewinn der Meisterschaft in der 2. Bundesliga Süd zum Ziel. Fünf Runden vor Schluss hält der Kater der Ernüchterung Einzug bei den Katzen.

Lukas Miribung, Andreas Diwald, Tobias Khilan, Johannes Geser und Max Seitner, faktisch die Creme der Salzburg Bulls, plus Samir Farghali, sollten es, nach einer enttäuschenden 2006er-Saison, für die Wildcats heuer richten. Als Ziel wurde der Gewinn der Meisterschaft in der zweiten Bundesliga Süd ausgegeben, damit verbunden die Chance auf einen Aufstieg in die GFL.

Diese Aussichten lockten auch die fünf Bullen über die Grenze, die sich bei den Niederbayern mehr Chancen als bei den Mozartstädtern erwarteten. Nach mittlerweile neun gespielten Runden sieht es allerdings nicht mehr nach meisterlichen Katzen aus. Die vierte Saison-Niederlage am vergangenen Wochenende ließ die Kirchdorfer auf Platz fünf der Süd-Tabelle abrutschen. Acht Punkte hinter dem Tabellenführer Munich Cowboys, müssen sie ihr schweres Restprogramm gewinnen, um noch ein Wörtchen mitreden zu können. Schon am kommenden Wochenende (4. August, Airport Arena, 16:00) kommt es zum Showdown gegen die bislang ungeschlagenen Cowboys. Entern oder kentern heißt es dann für das halbe Dutzend Österreicher.

Von der Talsohle fast ins Playoff
Die Abgänge ließen die Salzburg Bulls vor der Saison in ein tiefes Loch fallen. Nach dem ersten Schock fingen sich die Bullen aber, traten mit einem rundum erneuerten Youngster-Team an und holten sich mit dem US-Import Kevin Jackson einen passablen Spielmacher an Board. Jacksons Pässe sahen stets gut aus, die Receiver hatten aber ihre Probleme das scharfe Ei unter Kontrolle zu bringen. Höhepunkt der Saison war der Sieg über den späteren Finalisten St. Pölten Invaders, Tiefpunkt die Niederlage gegen die Steelsharks im letzten Saisonspiel, die sie aus die Playoffs warf. Kein Grund zur Traurigkeit, die Bulls zogen, angesichts der Situation, eine positive Saisonbilanz und treten heuer zum zweiten Mal in Folge mit ihren Junioren nicht im Cupbewerb, sondern bei der Meisterschaft (Big Boys) an. Präsident Alexander Narobe will seinen Nachwuchs mit den Besten ihrer Klasse in den Ring stellen. Ein klares Zeichen wohin es in Zukunft bei den Salzburgern gehen soll. Man will wohl über kurz oder lang dann doch in der AFL ankommen und geht dieses Unterfangen nun von neuem an.

Stadt, Land und zu viele rote Bullen
Ein Kernproblem dabei: Die Stadt und das Land Salzburg sind am American Footballsport nur mäßig interessiert, so es auch schwierig ist Sponsoren zu finden. Die roten Bullen gibt es schon in zweifacher Salzburger Ausführung – am Fußballfeld und am Eis – beide sind Meister von Gnaden Österreichs bekanntester Dose, die man auch gerne als Footballer aufreißen würde. Ein Engagement bei den Bullen mit dem Ei würde weit weniger kosten als bei jenen mit dem Puck und dem runden Ball, blieb aber bislang fast zur Gänze aus. Hier sollte sich doch etwas machen lassen. Wo ist die Portokasse? Die würde für die AFL bereits locker reichen.

Türen sind weiter offen
Präsident Narobe zeigte, trotzdem er schwer enttäuscht und auch persönlich gezeichnet war, weitgehend Verständnis für die nach Bayern geflüchteten Spieler. Er räumt auch Fehler seinerseits und seitens des Vereins ein. Man wollte in die AFL, sprach darüber offen, musste sich dann aber eingestehen, dass man diesen Sprung finanziell gar nicht und daher auch sportlich nur notdürftig bewerkstelligen kann. Die Spieler waren enttäuscht und erhofften sich mehr Erfolg und neue Perspektiven in Kirchdorf. Beides, so scheint es nun, will sich aber auch dort nicht einstellen, so die Ex-Bullen wohl ihrerseits nicht ganz zufrieden mit ihrer Entscheidung mehr sein können. Narobe schmiss die Türen damals nicht zu (das sind ja quasi meine Kinder!) und so stehen sie heute, wo beide Seiten demnächst eine Saison gescheiter sind, noch geöffnet da. Man darf also gespannt sein ob es hier nicht zu einem Happy End namens Wiedervereinigung kommen wird.

Wissen wo die Musik spielt
Die fünf Herren haben, bzw. machen noch immer eine wichtige Erfahrung. Deutschland kocht nur mit Wasser (Wir baden unsere Europatitel darin) und Ziele werden auch dort verfehlt. Dazu der internationale Vergleich auf Klubebene, zwischen deutschen und österreichischen Teams in den vergangenen zwei Jahren, ihnen wohl auch klar gemacht haben sollte, wo die Musik in Europa spielt. Eher in Salzburg als in Kirchdorf. Sonst hieße es ja Kirchdorfer Festspiele, die für heuer wohl abgesagt sind.

Die Wildcats-Saison bisher:
28. April @ Aschaffenburg Stallions 15:32 won
06. Mai @ Hanau Hornets 0:51 won
12. Mai vs. Wiesbaden Phantoms 33:33 tie
20. Mai @ Munich Cowboys 20:13 lost
26. Mai vs. Königsbrunn Ants 20:22 lost
02. Juni @ Plattling Black Hawks 26:34 won
16. Juni vs. Franken Knights 7:35 lost
21. Juli vs. Hanau Hornets 37:10 won
28. Juli @ Wiesbaden Phantoms 27:6 lost

Noch zu spielen:
04. August vs. Munich Cowboys
12. August @ Königsbrunn Ants
25. August vs. Plattling Black Hawks
02. September @ Franken Knights
08. September vs. Aschaffenburg Stallions
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Ergebnisse und Tabellen aus Deutschland vom Wochenende: GERMAN FOOTBALL LEAGUE Darmstadt Diamonds vs Weinheim Longhorns 6:12 (0:0/0:6/0:0/6:6) Schw.Hall Unicorns vs Stuttgart Scorpions 22:38 (8:7/14:6/0:12/0:13) Cologne Falcons vs Kiel Baltic Hurricanes 15:31 (3:7/0:3/6:14/6:7) Hamburg Blue Devils vs Berlin Adler 16:14 (0:7/2:0/8:0/6:7) Saarland Hurricanes vs Marburg Mercenaries 6:40 (0:10/0:16/0:7/6:7) Braunschweig Lions vs Dresden Monarchs 49:14 (14:0/10:7/10:7/15:0) Tabellen: Gruppe Nord 1. Braunschweig Lions 15:1 250:126 2. Berlin Adler 10:4 164:55 3. Kiel Baltic Hurricanes 9:5 171:101 4. Hamburg Blue Devils 6:8 142:148 5. Cologne Falcons 4:8 102:211 6. Dresden Monarchs 0:16 95:317 Gruppe Süd 1. Schw.Hall Unicorns 15:7 357:218 2. Stuttgart Scorpions 14:2 276:100 3. Marburg Mercenaries 11:3 218:120 4. Weinheim Longhorns 4:12 119:224 5. Darmstadt Diamonds 2:12 91:164 6. Saarland Hurricanes 2:14 47:248 2.BUNDESLIGA Düsseldorf Panther vs Weyhe Vikings 41:7 (7:0/14:0/13:0/7:7) Plattling Black Hawks vs Franken Knights 28:31 (7:7/7:0/7:21/7.3) Berlin Rebels vs Frankfurt Red Cocks 26:0 (6:0/13:0/7:0/0:0) Langenfeld Longhorns vs Hamburg Eagles 20:38 (7:3/7:14/0:14/6:7) Wiesbaden Phantoms vs Kirchdorf Wildcats 27:6 (6:0/15:0/6:6/0:0) Königsbrunn Ants vs Aschaffenburg Stallions 0:29 (0:7/0:7/0:7/0:8) Troisdorf Jets vs Lübeck Cougars 7:6 (7:6/0:0/0:070:0) Hanau Hornets vs Munich Cowboys 13:26 (0:13/7:7/0:6/6:0) Tabellen: Gruppe Nord 1. Hamburg Eagles 14:2 249:128 2. Langenfeld Longhorns 14:2 244:141 3. Troisdorf Jets 10:6 151:121 4. Düsseldorf Panther 8:8 188:139 5. Berlin Rebels 7:5 82:68 6. Lübeck Cougars 4:14 112:172 7. Frankfurt Red Cocks 4:14 120:244 8. Weyhe Vikings 3:13 112:245 Gruppe Süd 1. Munich Cowboys 17:1 237:121 2. Franken Knights 15:1 319:114 3. Plattling Blackhawks 10:8 267:223 4. Wiesbaden Phantoms 9:9 189:180 5. Kirchdorf Wildcats 9:9 233:188 6. Königsbrunn Ants 6:12 126:263 7. Aschaffenburg Stallions 2:14 104:217 8. Hanau Hornets 2:16 137:298

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