Er ist 25 Jahre jung, brach an der Penn State University Rekorde, wurde 2007 von den Philadelphia Eagles gedraftet und erzielte zwei Touchdowns in der NFL. Im Oktober 2008 wurde er von den Eagles frei gegeben. Tony Hunt war ein Jahr lang verletzt, arbeitete hart an einem Comeback, blieb aber auf der Suche nach einem neuen Verein glücklos. Bis er einen Anruf bekam, ob er nicht in Österreich spielen wolle. Seit März 2011 ist der Running Back bei den Raiffeisen Vikings und der Star der heimischen Liga.

Im Interview mit dem AFBÖ (Markus Riedlmayer) gibt er seine Meinung über die Chancen des Nationalteams bei der Heim-WM und Football in Österreich preis und verrät, ob ein AFL-Team in der NCAA bestehen könnte.

AFBÖ: Tony, wie fühlst du dich in Österreich?
TH: Sehr gut. Es gefällt mir hier und ich fühle mich wohl. Ich wurde sofort gut aufgenommen und Wien ist eine schöne Stadt.
War es eine gute Entscheidung nach Österreich zu kommen?
Das war definitiv eine gute Entscheidung. Ich arbeite hier sehr hart und werde von Woche zu Woche besser.
Was wusstest du über American Football in Europa bevor du hierher gekommen bist?
Die meisten Leute in den USA wissen nicht viel über Football in Europa. Über die NFL-Europe wusste man ein wenig Bescheid, aber nach deren Ende dachten auch die meisten, dass damit in Europa kein Football mehr gespielt wird. Jetzt wo ich hier bin, bin ich wirklich beeindruckt. Die Liga ist sehr hart.
Du hast nun ein paar Spiele in der AFL absolviert, unter anderem mit den Swarco Raiders und den Graz Giants gegen zwei der stärksten Teams der Liga gespielt. Was denkst du über die AFL?
Die Liga ist wirklich gut und sehr ausgeglichen. Die Teams werden gut gecoached und spielen sehr taff. Die Offensive-Line arbeitet sehr hart, es ist körperlich sehr anstrengend. Für mich ist es eine Herausforderung weil mich natürlich jeder tackeln möchte.
Gibst du deinen Mitspielern manchmal Tipps?
Ja, ich sage ihnen, dass sie mit voller Geschwindigkeit in den Gegner hinein müssen und gebe ihnen auch Ratschläge.
Kann man die österreichische Liga mit einer amerikanischen College-Liga vergleichen?
Nein, das kann man nicht vergleichen. Es gibt sehr gute Football-Spieler in Österreich und einige könnten auf einem höheren Level spielen, wenn die Voraussetzungen die gleichen wie in den USA wären – jeden Tag Training, Krafttraining, Lauftraining, etc.

In den USA arbeiten und trainieren die Spieler jeden Tag. Die Leute leben nicht nur Football, sie essen und schlafen Football.

Der größte Unterschied ist die Geschwindigkeit des Spiels und der Speed der einzelnen Spieler.

Ich habe nur Division 1 gespielt, aber sehr gute Spieler in der NFL kommen auch aus den unteren Ligen. In Amerika gibt es so viele Athleten, der Speed ist einfach anders.

Hier in Österreich werden gewisse Positionen mit Importen besetzt. Dadurch ist die Liga ausgeglichen. Aber die Spieler gehen arbeiten und haben nicht jeden Tag Training.

Für mich gab es nie einen Tag an dem ich nicht Football gespielt habe. In Amerika wird von früh bis spät trainiert, analysiert, geübt. Es gibt eigene Speed-Camps für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren. Man startet sehr früh, jeden Tag macht man Krafttraining. 

Du kennst mittlerweile die Liga und die Spieler. Welche Chancen hat das Nationalteam bei der WM im Sommer?
Das ist sehr schwer zu sagen weil ich die anderen Teams nicht kenne. Ich müsste sie zunächst sehen um wirklich etwas sagen zu können. Neben Amerika ist auch die kanadische Liga sehr, sehr gut. Ich kenne einige Spieler die in der CFL spielen und ich glaube nicht, dass Österreich gegen diese Spieler eine Chance hat.

Wer sind aus deiner Sicht die besten österreichischen Spieler?
Am besten kenne ich natürlich die Vikings-Spieler. Ein sehr guter Spieler ist Timothee Bach. Er ist ein echter Athlet. Er kann laufen, sich bewegen und den Ball fangen. Er könnte durchaus an einem College spielen.
Laurinho Walch genau so. Wenn man ihn in ein Aufbau-Programm steckt, er etwas an Gewicht zulegen kann, hätte er gute Chancen an einem College. Er ist jung und schnell. Auch Florian Grein ist ein sehr guter Running Back.
Du hast gegen die besten Quarterbacks der Welt gespielt. Was sagst du zu Christoph Gross, dem Quarterback des Nationalteams?
Er ist gut und noch jung. Er hat eine gute Armkraft und arbeitet auch mental an sich. Er ist ein guter Teamleader und wird mit Sicherheit von Jahr zu Jahr stärker.

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