Ein flag rettete ihnen am Ende den vollen Erfolg. Die Styrian Bears erwiesen sich als ebenbürtiger Gegner für die Wiener.

Der erlösende Heimsieg
Es war ein hartes Stück Arbeit für die Vienna Knights, die den Gegner offenbar völlig unterschätzt haben, bis sie zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte auf der Schmelz jubeln konnten. Der erste richtige Heimsieg. Erlösend.

Die Ritter mussten ohne ihren etatmäßigen Quarterback Julian Trubel antreten. Der ist verletzt, die Knights wollen und werden Art und Grad der Verletzung aber nicht verraten. Trubel soll im übernächsten Spiel wieder fit sein.

Ohne dem Spielmacher waren die Knights in ihren Angriffsbemühungen limitiert. Um es mal höflich zu sagen. Es wurde gelaufen – das ist ja modern in Wien.

So lief Clemens Jagerhofer zum 6:0, Bernd Jungwirth legte zwei Punkte per Conversion drauf.

Die Bears, nicht wesentlich aber zumindest ein wenig origineller in ihrer Offense, konnten postwendend auf 8:7 über Raimund Winkler anschließen.

Im zweiten Spielabschnitt offenbarte sich zum ersten Mal eine Schwäche der Knights in ihren Special Teams. Die, die vierte Versuche auf wissenschaftlich erprobter Basis (dazu später mehr) ausspielen, probierten ein Fieldgoal und scheiterten großartig. Der Ball bewegte sich nicht mal in Richtung der Goalposts, sonder verschwand über den Schrebergärten den Hügel runter zum Wiener Gürtel.

Die Bears spielten auch mal ein 4th Down aus. Obwohl es nur ein kurzes war, endete der Versuch mit einem turnover on downs und bald stand Herr Jagerhofer wieder mit dem Ei in ihrer Endzone. 16:7 nach einer zusätzlichen Conversion durch eben diesen.

Wieder konnten die Bears antworten. Ein Touchdown-Pass von Stefan Florian auf Raimund Winkler zum Halbzeitstand von 16:13, denn der PAT Kick ging daneben. Vor dem Pausentee warf Michael Frank noch eine Interception.

Vierte Versuche ausspielen ist besser als punten
Bevor es weiter geht im Text, hier die Begründung des Knights Head Coaches Hany Razi, warum vierte Versuche fast immer ausgespielt werden. Es gäbe eine Studie, die belege, dass es auf lange Sicht besser ist vierte Versuche auszuspielen, als zu punten. Und zwar treffe das auf alle Ligen zu. Man würde eher gewinnen, wenn man ausspielt. Warum die Coaches in der NFL und im College Football, trotzt Studie, immer noch die altmodische Methode des Punts anwenden, das kann nur daran liegen, dass die sich nicht auskennen und nicht wissen wie progressiv auf der Schmlez ein Team am Werken ist.

Lassen wir es dabei, dass es in der Division 2 vermutlich egal ist. Der Verdacht, dass die Knights keine vernünftigen special teams haben, der verhärtete sich dann aber noch.

Vierter und zehn und Razi sollte Recht behalten
Ein Fugazi-Pass von Michael Frank im vierten Versuch landete nach einer Hangtime auf die jeder punt neidisch wäre samt achtfacher Schraube in den Händen von Bernd Jungwirth und der stand schon wieder in der Bärenendzone. 22:13 – keine Conversion dieses Mal.

Die Bears konnten mit ihrer Offense nicht mehr nach setzen, allerdings eroberten sie einen punt an der Knights 10 Yards Linie. Die Referees waren der Ansicht, dass kein Knights Spieler den Ball berührt habe. Diese Sicht der Dinge konnte man als Zuschauer nur sehr schwer teilen. Sei es ‚drum, denn die Bären zwangen die Gastgeber danach wirklich einmal zu einem punt und der ging gehörig in die Hose. Das Ei flog in die verkehrte Richtung, nämlich in jene der Knights Endzone – ein Safety und – was man zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen konnte – der Endstand von 22:15.

Im letzten punktelosen Viertel hatten die Bears den Sieg in ihren Händen. Ein schöner Touchdown-Pass, überhaupt der beste Offensiv-Spielzug der Partie, wurde aberkannt, weil ein Line-Spieler der Gäste bei der Ballagbabe zu tief stand. Die Bears hätten, das verriet ihr Head Coach Daniel Preininger nach dem Spiel, beim Stand von 22:21 eine Conversion gespielt. Sieg oder Niederlage – keine Overtime jedenfalls. Dazu kam es aber nicht, denn da lag ein gelbes Fähnchen und das bedeute am Ende den Sieg für die Knights. Denn die bekamen den Ball und liefen die Uhr tot.

Reaktionen
Hany Razi war nach dem Spiel glücklich über den ersten Sieg seiner Mannschaft überhaupt auf der Schmelz, aber mit der Leistung seiner Mannschaft nicht zufrieden. Man habe den Gegner unterschätzt und müsse sich im Acht nehmen, dass das gegen die Giants 2 nicht passiere.

Sein Gegenüber bei den Bears, Daniel Preininger, war mit der Leistung seines Teams zufrieden, mit dem Ergebnis allerdings nicht. Zumindest habe man gezeigt, dass man mithalten kann, der Sieg wäre möglich gewesen es habe aber nicht sein wollen. Auf seinem zu weit gelaufen Liner habe er keinen Groll, so etwas kann passieren.

Division 2
1.QT
2.QT
3.QT
4.QT
TOTAL
KNI vs. BEA
8:7
8:6
6:2
0:0
22:15
01. Mai 09 | 18:00
Schmelz | Wien


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