Die sechste Runde der zweiten Klasse hat es in sich. In Klagenfurt geht es um die Tabellenspitze, in Wien eventuell auch und in Salzburg wird nach dem Spiel einer von zwei Relegationsteilnehmern fest stehen.
Lions empfangen Blue Devils
Die Hohenemser (5-0) sind fix im Playoff, das Heimrecht würden sie mit einem sechsten Sieg im sechsten Spiel in Kärnten bei den Carinthian Lions (4-1) fixieren. Wobei sie sich auch eine Niederlage noch locker leisten können, blickt man auf ihr Restprogramm. Sie spielen noch die Bulls und die Raiders2 (beide 0-5), beides aufgelegte Wins für die Vorarlberger in der momentanen.
Die Emser sind zwar so gut wie ohne Laufspiel unterwegs, dafür haben sie mit Will Galusha einen Mann, der hinten die Löcher schließen kann (keine zwei Scores im Schnitt pro Spiel) und sie verfügen über eine Big Play-Passing-Maschine im Angriff. Harrison Daniels und seine Receiver Fussenegger, Bunderla und Maier waren bisher von keiner Mannschaft unter Kontrolle zu bringen, die Emser feuern pro Partie 47,4 Punkte aufs Scoreboard. Der 30:7-Sieg über die Knights in Wien war der mit den wenigsten Punkten in der Saison für die blauen Teufel. 
Für Kärnten, dem Meister des Vorjahres, das nach seiner Niederlage zum Auftakt bei den Vikings2 vier Spiele in Folge gewinnen konnte, hätte eine Niederlage schon dramatischere Auswirkungen, wollen sie das Playoff nach Klagenfurt holen. Zwei Mal Wien wartet auf die Löwen, daheim das Rückspiel gegen die Vikings und zum Abschluss müssen sie nach Wien zu den Knights. Alles andere als ein einfaches Programm, was sie zuletzt mit den Raiders und Bulls hatten. Die letzten drei Runde kommt also wieder Wahrheit auf den Kärntner Tisch. War es tatsächlich ein Aufschwung nach der Niederlage in Woche 1, oder lag es nur an den Gegnern? Bislang haben sie noch kein Team mit einem positiven Record geschlagen.
Die Stärke der Löwen ist wohl auch gleichzeitig ihre Schwäche. Viele ihrer Offense-Plays wirken spontan und improvisiert, gehen allerdings auch oft genug auf. Es wirkt so, als würden die Herren Dobrolevski & Co nicht selten das spielen, was ihnen gerade einfällt und nicht was angesagt wurde. Gegen gut organisierte Teams tut man sich daher auch schwerer. Den Vikings musste man sich geschlagen geben, die Knights rang man in Klagenfurt mit zwei Scores nieder. Ganz stark dafür die Defense der Löwen. Einzig die Vikings2 konnten mehr als zwei Scores gegen sie machen. Im Schnitt ließen die Kärntner bisher pro Spiel keine zehn Punkte zu. Top in der Division 1.
Das spannende Wiener Derby
Wer genug von der Eindeutigkeit der Purple River Bowls hat und trotzdem ein Wiener Stadtderby sehen will, der ist wohl bei Vikings2 (4-1) vs. Knights (2-3) gut beraten vorbei zu schauen. Die beiden Teams sind Garanten für spannende Matchups. Die letzten fünf Spiele gegeneinander ergeben ein 3-2 zu Gunsten der Wikinger, bei einem Punkteverhältnis von 95:89, ebenfalls für diese. Das letzte Spiel gegeneinander, das Halbfinale der Saison 2012, ging mit 19:9 an die Ritterlichen.
Bei einem Sieg der Vikings2…
…würden sie bei einem gleichzeitigen Erfolg der Blue Devils in Klagenfurt Platz 2 halten und hätten sehr gute Aussichten auf ein Playoff dahoam. Verlieren die Emser aber, dann stehen drei Teams bei 5-1 und da würden sie auf Grund des Punkteverhältnisses den zweiten Platz an die Kärntner abgeben müssem. Ems bliebe vorne, außer… 
…bei einem Sieg der Knights…
…die ein 3-3 bitter nötig hätten, nicht nur um sich noch nach vorne zu orientieren, sondern die Teilnahme am Playoff zu fixieren, würde sich so manche Sorgenfalte bei Head Coach Hany Razi glätten. Noch kann da theoretisch alles passieren, wobei Niederlagen sowohl gegen die Raiders2 als auch die Bulls wohl dann auch nur sehr theoretisch sind, aber möglich. Im Falle eines Erfolgs der Knights sinken gleichzeitig die Chancen der Wikinger auf ein Semifinale in der Raveline, die Lions hätten dann auch die Chance Hohenems, mit einem Sieg im direkten Duell, zu überholen.
Gegenüber 2012 hat sich die Spielanlage so wie Stärken und Schwächen der beiden nur geringfügig verändert. Auch die Wikinger hadern, wenn auch weniger als die Kärntner, mit schwierig zu coachenden Jungspunden, die öfter Mal Dinge auf eigene Faust probieren, ansonsten sind die beiden Wiener Vertreter aber well balanced. Den Knights ist es im Vorjahr gelungen den Speed-Vorsprung der Jungwikinger zu verkürzen und dann auch wichtige Siege einzufahren. Physisch sind die Ritter überlegen und beim Coaching stehen sie dem zweiten Team der Vikings um nichts mehr nach. Ein Spiel in dem für beide Teams alles drinnen ist und ein Pflichttermin für die Fans, da an dem Wochenende in Wien die AFL bereits am Karfreitag (Vikings vs. Rangers) gastiert und der Samstag somit der Division 1 gehört.
Wer muss gegen die Division 2 ran?
Vermutlich wird es sowohl die Bulls als auch die Raiders2 am Ende treffen, davon abhängig, ob sie Meister und Vize der Division 2 auch zur Relegation fordern. Es ist derzeit aber davon auszugehen, dass die Finalisten der Iron Bowl sehr wohl Lust verspüren werden aufzusteigen, egal wer es am Ende sein wird.
Während man in Tirol einem möglichen Abstieg in die dritte Klasse mit den Juniors wohl ein wenig gelassener gegenüber stehen kann, würde selbiges bei den Bulls einem Super-GAU gleich kommen. Zum 30-jährigen Jubiläum den Gang in die Division 2 anzutreten, das hat man sich sicher ganz anders vorgestellt, sprach man zu Saisonbeginn noch vom Playoff. Das ist nun bereits in weite Ferne gerückt. Allerdings hat man es auch nicht geschafft, die schon 2012 extrem schwache Offensive auf Vordermann zu bringen. Ganz im Gegenteil. Hatte man im Vorjahr nach fünf Spielen noch 45 Punkte am Konto, sind es heuer nur mehr magere 22. Mit dem derzeit schwächsten Angriff aller Teams in Österreich wird es sicher auch in der Relegation kein Honigschlecken.
Bei den Raiders2 ist das Jahr eins mit Flo Grein als Cheftrainer wohl auch alles andere als nach Wunsch verlaufen. Das Team kann physische Mankos nicht mit Speed ausgleichen und gerät in jedem Spiel unter die Räder. Über 50 Punkte kassieren die Jungs von Grein pro Partie. Das ist zu viel für die Division 1 und man muss derzeit davon ausgehen, dass die Tiroler ihr JVT-Programm 2014 eine Klasse weiter unten durchziehen müssen.
Der Gewinner des Spiels Bulls-Raiders2 hat dann aber noch Chancen den fünften Platz abzugeben. Hilfreich wäre eine Niederlage der Knights, die man als einzige noch rausboxen könnte.
Division 1 WEEK 6
Carinthian Lions vs. Cineplexx Blue Devils
Samstag 18. Mai 2013 17:00 Uhr, Fischl Stadion Klagenfurt
Raiffeisen Vikings Vienna2 vs. Vienna Knights
Samstag 18. Mai 2013 18:00 Uhr, Ravelinstraße Wien
protected Salzburg Bulls vs. Swarco Raiders Tirol2
Sonntag 19. Mai 2013 14:00 Uhr, Bulls Field Salzburg

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