Manche davon realistisch, andere überlebensgroß. Jene wenn z.B. Bill Moore das Engagement Kambers damit vergleicht, als hätte Ronaldo bei Rapid unterschrieben. Der Headcoach sieht keinerlei Probleme auf sein Team zukommen, sondern eher rosige Zeiten. Kamber selbst bleibt am Boden, legt sich aber selbst einen starken Druck auf. Der Titel 2006 muß her.
Wenn Sie im Fertigteil Discotempel "Mamma Mia" auf der Tanzfläche stehen, der DJ um Mitternacht die Musik ausmacht, alle Damen wie Herren bittet aufzustehen weil jetzt die Hymne kommt, so ist das eher ungewöhnlich. Wenn dann anstatt der Berg- und Stromlandmelodie die Nummer mit den Worten "Langsam find‘ da Tog sei End’…" beginnt, dann ist Ihnen klar, wo sie gelandet sind. Dowtown Fürstenfeld! – wo der Ron den Bacardi noch aus Havanna holt.
Das ist die Steiermark. Eineinhalb Bahnschranken entfernt ist das Burgenland, genau gesagt Rudersdorf und die sehr empfehlenswerte Pizzeria "Monte Fusco". Um diese geht es zwar nicht, aber wenn man im tiefsten Süden Österreichs auf einen italienischen Familienbetrieb trifft, der gar leckere Pizzen auf Holzkohlenbasis herstellt, dazu auch noch eine sehr schöne Ahnung hat wie man Miesmuscheln behandeln soll, dann ist mir das zumindest eine Erwähnung wert. Falls Sie mal in der Nähe sind, gehen Sie dort hin. Es zahlt sich aus.
In dessen Stüberl versammelte sich die lokale Presse, Spieler, Funktionäre und Coaches der Gladiators um das offiziell zu machen was vorher schon bekannt war. Das Engagement Bernhard Kambers bei den Gladiators.
"…und die Nocht beginnt…"
Bill Moore, von Stolz und Zufriedenheit ob des Coups angetrieben, hielt eine bedeutungsschwangere Erstrede in der er Kamber nicht genug loben konnte. Kamber wird von ihm als fehlendes Teil in seinem Puzzle gesehen, sollte man 2006 nicht mindestens die Playoffs erreichen, dann tritt er zurück. "Ich wäre ein furchtbar schlechter Coach, würden wir das nicht schaffen".
In wie weit den anwesenden Pressevertretern der Name Kamber vorher etwas gesagt hat ist unbekannt, aber dafür das sie es heute wissen, sorgte Moore selbst, als er ihn und die Gladiators mit Ronaldo und Rapid verglich.
Kamber selbst, der mit leichtem Übergepäck in der Bauchgegend zur Pressekonferenz erschien, kann mit Playoffs alleine weniger anfangen. Für ihn kommt nichts anderes als ein Finalsieg in Betracht. Dieser Erfolg und kein anderer ist für ihn anzupeilen, denn auch bei allen seinen bisherigen Silverbowl Titeln, habe man sich vor der Saison dieses Ziel (Titelgewinn) im Team gesteckt.
"…hot a greanes Röckerl an…"
Unvermeidlich die Übergabe des Trikots mit der Nummer 13 und dem Namen des neue Lokalhelden. Alles lächelte ins Blitzlichtgewitter als Rudersdorfs Ronaldo sein Leiberl überstreifte. Ein wenig eng war es schon.
"…Niemois spü‘ i mehr in Wien…"
Doch! Der erste Vorbereitungsgegner der Gladiators werden am 12.03.2006 die Dodge Vikings II auf der Schmelz sein. Der Gegner ist ein Wunsch, den man will gleich im Frühjahr wissen wo man steht. Ob das wirklich ein Gradmesser ist wird sich zeigen. Es wirkt alles ein wenig übermütig und könnte auch ins Auge gehen. Die Gladiators nehmen sich die Vikings als Vorbild, wissen aber, daß ihnen das vorläufig wenig nutzen wird. Trotzdem muß man mit seinen Möglichkeiten versuchen umzusetzen was gut und erfolgreich ist. Nicht alles davon sei kompatibel, aber man will sich an den Besten orientieren.
"…do geh i gestern ins U4…"
Die APKP (After Presse Konferenze Party) fand zwar nicht im Meidlinger Kulttempel statt, auch hatten die "Dirndln" keine schwarzen Lippen und grüne Haare, aber die Musik war fast so gut wie unten bei der U-Bahn. Endlich wieder mal Wolfgang Petry (höllisch) auf 140dB und zum Abschluß durfte Xavier Naidoo den Gladiators etwas beinahe philosophisch-programmatisches vorjammern. Dieser Weg wird kein leichter sein.

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