Man habe nicht mehr viel Zeit zur Vorbereitung – die Entscheidung hätte längst fallen müssen. Mittlerweile glaubt man in Döbling nicht mehr an ein Finale auf der Hohen Warte.
Seit über einer Woche befindet sich die EFAF nun auf Evaluierungskurs. Hat man eigentlich mit einer Entscheidung unmittelbar nach dem Halbfinale gerechnet, so wurde diese danach überraschend hinausgezögert. Es gäbe neben den Vikings noch einen zweiten Bewerber – den Finalgegner der Wikinger, La Courneuve Flash. Die Begeisterung der Franzosen das Finale zu veranstalten dürfte nach Bekanntwerden der Kosten (~ 30.000 Euro) jedoch rasant gesunken sein, denn die Entscheidung fiel nicht wie angekündigt am letzten Sonntag nach dem Finale der französischen Liga, wo die EFAF herausfinden wollte ob man ein Eurobowl Endspiel dorthin vergeben kann, sondern wurde ein weiteres Mal verschoben. Eine Vergabe soll laut Turnierdirektor Uwe Talke diese Woche passieren, womöglich in den nächsten 2-3 Tagen. Die Wikinger rotieren, wollen sie eigentlich vor vollendete Tatsachen gestellt werden und rechnen auch nicht mehr mit einem Heimspiel. Mit gutem Grund.

Das plötzliche Interesse von Flash ist auf ein Zaunpfahlwinken zurückführen. Man hat den Parisern zu verstehen gegeben, daß im Falle einer Bewerbung ihre Chancen sehr gut stünden. Also gab man ein Angebot ab. Dieses dürfte sich nun so weit weg von jenem der Wiener befinden, daß man nachbessern muß. Die Vikings, welche drei der letzten vier Endspiele austragen konnten, sehen auch im Streit um das EFAF Cup Finale (Graz) mit einen Grund, daß sie wohl dieses Mal durch die Finger schauen werden. Die Skandinavier haben heftig gegen die Entscheidung das EFAF Cup Finale in Österreich auszutragen protestiert. Ein abgekartetes Spiel sei es gewesen – der norwegische Vertreter Eidsvoll 1814s ist vor den Giants im europäischen Ranking zu finden und hätte damit automatisch das Heimrecht. Diese Einschätzung ist zwar grundfalsch und steht auf keinem EFAF Papier, trotzdem würde man mit einem zweiten Finale in Österreich Resteuropa auf die Palme bringen. Insofern werden die Vikings so lange warten müssen, bis man Flash halbwegs auf Kurs hat. Erst danach wird man sie zum Ticketschalter schicken. Ein Finale in Wien wird es nur dann geben, wenn man trotz der Verzögerung zwecks Geburtshilfe die Franzosen nicht auf Schiene bekommt. Was auch noch möglich ist, denn das Team hat weder das Budget noch die Zuschauer der Vikings. Eine TV Übertragung auf einem überregionalem französischem Sender kann man ausschließen. Das Eurobowl Endspiel würde damit nicht mehr das Aushängeschild des europäischen Club Footballs sein, sondern ein Werkzeug zur Entwicklungshilfe. In dem Fall wäre der EFAF vermutlich die bösen Mienen der anderen Mitglieder lieber, als ein Chaos Finale ohne Fernsehübertragung. (war)

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