Die St. Pölten Invaders mussten in ihrem siebenten Saisonspiel die fünfte Niederlage einstecken. Gegen das zweite Team der Vienna Vikings waren die Niederösterreicher machtlos und unterlagen den Gästen am Ende mit dem schmeichelhaften Ergebnis von 17:35.
Die ersten zwei Offense Drives endeten mit Punts. Der zweite Drive der Hausherren führte sie an die Redzone der Wiener Gäste heran, Maximilan Luger verwandelte ein Fieldgoal aus 33 Yards zur 3:0-Führung für die Invaders Mitte des ersten Viertels. Es sollten für längere Zeit die besten Momente der Gastgeber in dem Spiel sein.
Denn die Antwort der Gäste folgte postwendend. Vikings2 Quarterback Bernhard Seikovits bediente von der Invaders 41 Santino Schlimpert mit einem Touchdown-Pass. Florin Baumgartner versenkte den PAT zum 3:7.
Bei dem Spielstand wurden auch zum ersten Mal die Seiten gewechselt. Ein bereits im ersten Quarter beginnender langer Drive der Vikings2 versandete an der Invaders 21, als die Wiener dort einen vierten Versuch erfolglos ausspielten.
Die Invaders mussten sich schnell vom Ballrecht trennen, dabei misslang der Punt und ein Personal Foul auf Seiten der Gastgeber brachte die Vikings2 an der gegnerischen 30 in Ballbesitz. Doch erneut endete der Drive der Wiener mit einem Turnover on downs an der 21 der Niederösterreicher.
Ein missglückter Lateral Pass von Invaders Quarterback Andreas Jungblut wurde von Philipp Wimmer in die Endzone getragen, die Invaders hatten soweit Glück, da eine Flag gegen die Vikings am Feld lag die den Touchdown annullierte, die Wiener hatten aber den Ball. Kurz danach lief Florian Maier aus 15 Yards Entfernung in die Endzone der St. Pöltner zum 3:14 (PAT Florin Baumgartner good).
Bei den Invaders löste der zweite Score der Gäste offenbar bereits Torschlusspanik aus, die einen vierten Versuch in der Spielfeldmitte erfolglos ausspielten und damit den Vikings2 den Ball in guter Feldposition zurück gaben. Kurz danach lief Florian Maier an die Invaders 1 und im nächsten Spielzug in die Endzone zum 3:21 (PAT kick Florin Baumgartner good). Ein Score, den der Invaders Coaching Staff zumindest zu 50 Prozent auf seine Kappe nehmen musste.
In der Phase, Ende der ersten Halbzeit, tat sich dann auch auf mehreren Ebenen erstmals ein Klassenunterschied zwischen Rotgold und Purple auf. Auch Angesichts der Tatsache, dass alle Punkte der Wiener von 17-Jährigen gemacht wurden (Seikovits, Maier, Baumgartner, Schlimpert) die auch noch im Nachwuchs der Wikinger spielen, kam für die Invaders die Pause in der Gluthitze von St. Pölten gerade Recht, die mit ihrem letzten Offense Drive nach einem Gang-Sack der Wiener sogar noch in Bedrängnis kamen.
Vikings2 machen im dritten Quarter alles klar
Die Vikings2 bekamen zu Beginn des dritten Quarters den Ball und bauten ihren Vorsprung gleich mit dem ersten Drive auf 3:28 aus. Seikovits bediente über 47 Yards seinen Receiver Marian Deininger zum Touchdown (PAT kick Florin Baumgartner good). Der erste 18-Jährige der einen Touchdown in dem Spiel machte.
Während sich die Invaders Offense mit einem Punt vom Ballrecht trennen durfte, schlugen die Wikinger erneut zu. Dieses Mal war es Quarterback Bernhard Seikovits selbst, der über 20 Yards die Endzone des Gegners besuchte. Nach dem PAT kick von Baumgartner war das Spiel bei 3:35 Mitte des dritten Quarters bereits entschieden. Bei dem Spielstand wurden auch zum letzten Mal die Seiten gewechselt, bei den Vikings2 wechselten dann auch die Starter vermehrt durch und überließen den Hausherren das Spielgeschehen.
In der Garbage Time schrieben die Invaders dann noch richtig an. Zwei Touchdowns von Andreas Jungblut retteten die Ehre der Hausherren und Max Luger verwandelte die PAT Kicks zum Endstand von 17:35, der das Spielgeschehen nicht vollständig wieder gibt, denn die Wiener hatten die Angelegenheit und auch den Gegner stets im Griff.
Noch eine kleine Chance für St. Pölten
Mit der Niederlage müssen die Invaders nun auf ein kleines Wunder bzw. auf den Westen des Landes hoffen. Zum einen sollten die Raiders2 nur mehr ein und nicht zwei oder kein Spiel gewinnen, zum anderen müssen sie am 14. Juni in Hohenems die Blue Devils schlagen, was angesichts des bisherigen Saisonverlaufs fast unmöglich scheint. Für die Vorarlberger geht es in der Partie allerdings um nichts mehr – sie haben den Grunddurchgang bereits fix für sich entschieden.
Division 1
Generali Invaders St. Pölten vs. Vienna Vikings2

(3:7/0:14/0:14/14:0)
Donnerstag 4. Juni 2015 16:15 Uhr, Egger Home Field St. Pölten
Punkte Invaders:
Touchdowns: Andreas Jungblut (2)
Extrapunkte: Maximilian Luger (2)
Fieldgoal: Maximilian Luger
Punkte Vikings2:
Touchdowns: Santino Schlimpert, Florian Maier (2), Marian Deininger, Bernhard Seikovits,
Extrapunkte: Florin Baumgartner (5)
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Preview
Die schlechte Nachricht für St. Pölten zuerst: Ihre Niederlage bei den Steelsharks hat die Ausgangslage, um einen Playoffplatz zu erreichen massiv verschlechtert. Die Invaders müssen mindestens ein Spiel der kommenden zwei gewinnen, um, abhängig davon was die Raiders2 machen, noch eine Chance zu haben.
Es gibt aber auch halbwegs gute Nachrichten für sie. Für die kommenden beiden Gegner, Vikings und Blue Devils, geht es um nichts mehr im Grunddurchgang, was ihre Position verändern könnte. Die Wiener (5-1) stehen fix auf Platz 2 und können von Mödling nicht mehr überholt werden, die Vorarlberger würden den Grunddurchgang mit 7-1 genauso gewinnen wie mit 8-0.
Die Invaders dürfen die Hoffnung haben, dass die Raiders2 ihr Spiel gegen die Vikings2 verlieren und jenes gegen Hall gewinnen, womit zwei Teams bei 3-5 wären. Gesellen sich die Invaders als drittes Team zu der Runde dazu, dann wäre der nächste Tie-Breaker (WSO §13 Pkt. 11) das Punkteverhältnis, wo St. Pölten sehr gute Karten hält.
Rein theoretisch können auch Invaders, Raiders2 und Rangers noch 4-4 gehen, wo selbiges Szenario eintreten und wieder für die Invaders sprechen würde. Allerdings müssten hier gleich vier Überraschungen passieren u.a. eine Niederlage der Rangers gegen Hall.
Es ist also noch alles möglich für St. Pölten, nur eines ist dabei klar: Sie müssen jetzt Spiele gewinnen und nicht nach einer Niederlage immer davon reden, dass sie eigentlich besser waren als der Gegner, der sie geschlagen hat. In der vergangenen zwei Saisonen hat man in der Landeshauptstadt gerade mal drei von 14 Footballspielen gewonnen. Und das ist sicher alles zusammen kein Zufall.

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