Begründet wird dieser Schritt mit einem zu kleinen Kader, der 2006 noch gültigen alten Importregelung und fehlenden finanziellen Mitteln um zusätzliche Legionäre zu verpflichten. Eine Rückkehr in die AFL kann man sich aber bereits ab 2007 wieder vorstellen, abhängig vom Beschluss der Neuregelung der Importfrage und der Performance des Teams, dem eine Verjüngungskur bevorsteht, in der Division 1 in der kommenden Saison.
Dazu Robert Katzmayer im O-Ton:
"Neben guten Imports benötigt ein erfolgreiches AFL Team zumindest 20 sehr gute einheimische Spieler, verteilt auf alle Positionen, mit hoher Trainingsbeteiligung und athletischen Leistungen sowie ausreichend Spielerfahrung. Zusammen mit 10-20 jüngeren Spielern oder Backups ergibt sich dann ein Team welches in einer AFL 2006 zumindest eine 3-3 Saison mit Chancen im Playoff hat. Diesen Kader haben wir im Moment nicht; wir haben einige sehr gute Spieler, allerdings nicht die notwendige Anzahl mit hoher Qualität. Die Kaderaufrüstung sowie die Installation einer besseren Trainingsqualität sind unabdingbar. Das Tryout am 9.9. ist der erste Schritt, im Coaching setzen wir auf die Entwicklung einheimischer Trainer, dazu werden wir uns Unterstützung von Profis holen."
"Neben dem Kader gibt es noch einen anderen Grund – der AFBÖ hat entschieden 2006 weiter ohne Limitierung von Imports zu spielen, dies hätte auch für uns bedeutet an die Verstärkung durch 7-10 Imports zu denken um mit Erfolgsaussichten mitspielen zu können. Die Finanzen sind dabei die eine Geschichte, ausschlaggebender ist unsere Linie, es werden weiterhin unsere eigenen Leute Football spielen. 2007 wird es eine Regelung mit maximal drei Imports am Feld geben, der einheimische Kader sowie profunde Nachwuchsarbeit gewinnen damit wieder an Bedeutung. Hier werden wir wieder einsteigen und mit uns auch andere Teams."
Katzmayer erkennt auch hausgemachte Fehler.
„Voriges Jahr hatten wir 65 Spieler im Kader der Kampfmannschaft und uns ein Team 2 überlegt. Als wir im Herbst die Trainingseinheiten angehoben haben, sah man plötzlich nur mehr rund die Hälfte der Spieler beim Training. Muss arbeiten – muss studieren – muss alles tun, bloß nicht mehr trainieren. Die üblichen Geschichten halt, nur das reicht nicht für die AFL wie man deutlich gesehen hat. Die Einstellung mancher Spieler dazu ist lasch, auch mit den Coaches waren wir in der Beziehung nicht zufrieden. Um hier in Ruhe ein neues Team aufbauen zu können, ziehen wir uns in die Division 1 zurück.“
„Noch ein Problem welches wir einer Lösung zuführen müssen ist, dass wir an einigen Positionen Spieler einsetzen, die schon lange Jahre am Feld stehen. Mit 30 oder gar 35 Jahren hast du eben Beruf und Familie und nicht mehr so viel Zeit für das Training. Steht dann hinter dem Arrivierten ein hungriger Junior, der zwar vielleicht noch nicht die Skills des älteren Starters hat, aber dafür zu jedem Training kommt, dann hast du ein Motivationsproblem, wenn der keine Spielzeit bekommt. Wir wollen auch einen Neuanfang mit vielen jungen Spielern machen. Nicht ausschließlich Junioren, aber den Nachwuchs mehr in die Kampfmannschaft einbinden ist ein Ziel. Auch dafür scheint uns die Division I weit geeigneter als die AFL. Wir haben nicht die Finanzen um sieben, acht oder mehr Imports anzustellen und hätten wir sie, würden wir es wahrscheinlich auch nicht tun.“
Die Weichen stehen also auf Neustart mit Verjüngungskur bei den Drachen. Von Beobachtern, wie Fans schon länger „empfohlen“, setzt man nun auch konkrete Schritte in diese Richtung. Betrachtet man die Historie der Dragons, passiert hier eigentlich etwas völlig Normales. Alle Jahre wieder steht man vor einem Neubeginn, was maßgeblich mit einem Generationswechsel zusammenhängt.
Die nächsten Schritte
Christian Sandner baut einen einheimischen Coaching Staff auf, parallel dazu wird die Ausbildung geplant. Dies wird durch US-Coaches während der Saison, sowie Schwerpunkt Clinics erfolgen. Das nächste Ziel ist die Teilnahme an einem Einladungsturnier Ende Oktober, bei dem die Dragons auf ein Team aus der Ukraine treffen werden.
Auswirkungen auf die Liga
Für die AFL stellt der Rückzug der Dragons ein kleines Problem dar. Nur fünf Teams in der obersten Liga und auch hier gibt es eventuell noch einen Wackelkandidaten für 2006. Aufsteiger gibt es höchstwahrscheinlich keinen, da Bruins und Invaders das frühestens 2007 in Angriff nehmen wollen und die Bulls generell nur gegen Teams ohne Importspieler antreten wollen. Womit sich das Thema AFL für die Salzburger generell mal besprochen haben dürfte, so lange man in der Position verharrt. Guter Rat ist also teuer und auf den Spielplan der AFL 2006 darf man jetzt schon gespannt sein.
„Die AFL hat für sich beschlossen wo sie 2006 hin will. Wir haben das nun für uns getan. Wir müssen natürlich zuerst an uns denken, wenn wir eines Tages wieder oben mitspielen wollen. Es wäre für uns in der Art nicht weitergegangen.“, so Robert Katzmayer abschließend.

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