Die Organisation und Austragung der American Football-WM 2015 wurde von der IFAF an Schweden vergeben. In der Stockholm-Arena sollen dann erstmals zwölf Mannschaften binnen drei Wochen 24 Spiele bestreiten.
Das AFVD-Präsidium, unter Vorsitz des mit dem Weltverband-Präsidenten und WM-Ausrichter Tommy Wiking (SWE) im Dauerclinch liegenden Robert Huber, stellte vergangenen Samstag die generelle Frage, ob es überhaupt genügend sportlich leistungsfähige Mannschaften für eine Zwölfer-Feld gibt, ohne diese allerdings zu beantworten.
Weiters sehe man auf Grund der Turnierlänge von drei Wochen die Interessen der Nationalverbände mit starken nationalen Ligen nicht ausreichend berücksichtigt. Für die GFL würde eine in den Ligamonaten stattfindende WM eine Spielpause von mindestens vier Wochen bedeutet, was einem vernünftigen Spielbetrieb abträglich sei.
Startgebühr abgelehnt – Schweden bleiben EFL fern
Der AFVD lehnt eine Finanzierungsbeteiligung, wie bei der Junioren-EM 2009 und der WM 2011 von 10.000 Euro im Falle der WM 2015 in Schweden kategorisch ab. Begründet wird die Ablehnung im Fall dieser WM in der Aussendung nicht.
Weiters habe die Junioren Nationalmannschaft zwar durch den vierten Platz bei der Junioren-EM in Sevilla die Qualifikation für die Junioren WM verpasst, allerdings konnte der Weltverband bisher weder Ausrichter noch Datum noch Austragungsort benennen, weshalb – so die Schlussfolgerung des AFVD –  hier möglicherweise noch ein Nachqualifikation oder auch eine Verschiebung des gesamten Turniers erfolgen kann bzw. wird.
Zuvor schon überraschte Schweden damit, dass kein einziger ihrer Klubs an einem europäischen Bewerb (EFL oder EFAF-Cup) teilnimmt. Huber ist ja auch Präsident der EFAF und das legt zumindest den Verdacht nahe, dass es auch um einen persönlichen Konflikt bzw. um einen der EFAF/des AFVD mit der IFAF geht. 
Wiking, der auch Präsident des schwedischen Verbandes ist, auf die Frage von FA, warum kein schwedischer Klub in einem internationalen Bewerb mehr zu sehen ist:

„Schweden in der EFL? Ist das ein Scherz? Wir sind nicht so gut. Wir waren nicht bei der WM, wurden nur vierte bei der EM, dritte bei der Junioren-EM und letzter der Flag EM. Wir können froh sein, wenn wir Norwegen schlagen!“

Unseren Nachsatz, dass Carlstad 2011 den deutschen Meister Kiel geschlagen hat, ließ Wiking unkommentiert stehen.

Eigenlob satt
Bis auf die Kritik an der IFAF (WM und Junioren WM) fällt das Fazit des AFVD durchgehend positiv aus. Vor allem mit sich selbst ist man sehr zufrieden. Die 11.700 Zuschauer bei der German Bowl seien „angesichts der Spielpaarung mit entsprechend weiter Anreise“ eine positive Marke. Die Übertragung auf Eurosport bzw. Eurosport2 hätte eine deutlich erhöhte Einschaltquote gebracht. Ein Besuch Hubers bei Eurosport in Paris hätte ergeben, dass Eurosport von der Qualität seiner eigenen Übertragung sehr angetan war. Für 2012 wurde eine Live-Übertragung in Aussicht gestellt, eine Ausweitung auf Playoff-Spiele sei möglich.
Nach dem sportlichen und wirtschaftlichen Totalausfall Plattlings (der keine Erwähnung im öffentlichen AFVD-Bericht findet), wurden die Nürnberg Rams der freie Platz in der GFL 2 Süd eingeräumt. Insgesamt wird die GFL und die GFL 2 mit 32 Vereinen an den Start gehen (16 je Liga), vorausgesetzt alle Vereine erhalten eine Lizenz.
Ab dem Jahreswechsel werden beide Nationalmannschaften durch den AFVD Vizepräsidenten Peter Springwald als Chef-de-Mission betreut und Jean Marc Tappy wird als Leistungssportdirektor die administrative Gesamtleitung übernehmen.

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