Ein, wir nennen es mal ‚Memorandum of Understanding‘, ein Vorschlag eben ohne Beschluss, ergab natürlich eine prinzipielle Übereinkunft über dessen Inhalt wir eigentlich vorläufig nicht berichten wollten.
Nach dem Meeting am Tag der Austrian Bowl gab so mancher Teilnehmer sein Kommentar dazu ab. Jeweils mit einem ‚bitte nichts davon schreiben‘ versehen. Darunter auch Vorstandsmitglieder des AFBÖ. Es sei noch nichts davon spruchreif, die Sache an sich heikel, man wolle erst an die Öffentlichkeit gehen wenn die Nägel auch Köpfe haben. Wir hielten uns daran. Auch im guten Glauben, daß die Angelegenheit noch am Köcheln sei und sich erst im Werden befindet. Kurz danach veröffentlichten die Danube Dragons auf ihrer Webseite de facto ein Protokoll dieser Sitzung, mit, zumindest dem Ton & Anschein nach, vollendeten Tatsachen. Die AFL wird also eine 6-er Liga?!? Die AFBÖ Seite schweigt dazu.

Verbandspräsident Michael Eschlböck, der den Bericht der Dragons auf deren Webseite zum Zeitpunkt unserer Anfrage nicht kannte: ‚Was die Dragons auf ihrer Webseite schreiben ist ihre Sache und rein persönliche Sicht der Dinge. Fakt ist, dass es derzeit keine Entscheidung diesbezüglich gibt.‘ Daß generell ein Bericht darüber ohne Rückfrage veröffentlich wurde, obwohl man Stillschweigen (vor allem gegenüber den Medien) erbat, kommentierte Eschlböck mit einem kurzen: ‚Sie waren halt auch dabei, sehen das so und hatten anscheinend das Bedürfnis es allen zu sagen.‘ Wir erlauben uns daher die off-records Beschwörungsformeln auch für unseren Teil aufzuheben.

Piringer abgeblitzt
Der Vorschlag des Blue Devils Präsidenten Christoph Piringer, die AFL in eine nationale und internationale Gruppe einzuteilen, fand keine nötige Mehrheit. Damit fiel dieser so auch mal durch. Nicht mitziehen wollten hier die Black Lions und Invaders. Aus unterschiedlichen Gründen.

Kärnten im EFAF Cup
Die Graz Giants sollen als EFAF Cup Champion als drittes österreichisches Team, neben den Dodge Vikings und Swarco Raiders 2007 in der Eurobowl antreten. Damit fallen die beiden EFAF Cup Plätze den Blue Devils und den Black Lions (!) zu. Zur Erinnerung: Die Kärntner spielten in der AFL eine 0-8 Saison bei 23:317 Punkten! Jetzt sollen sie ins internationale Geschäft geschickt werden. Kamikaze Carinthians? Die Black Lions wollen auch in der AFL verweilen. Und zwar in der bisherigen Konstellation, ohne zwei Gruppen und wenn in zwei Gruppen, dann in der höheren. Nix da AFL National. Woraus sich dieser Anspruch herauslesen läßt bleibt unklar, aus den Spielergebnissen ganz sicher nicht.

Dragons wieder in der AFL
Die Dragons waren für den Vorschlag Piringers und haben das auch kundgetan. Sie steigen aber in jedem Fall wieder auf, egal was passiert. Neues Marketingkonzept, neue PR Abteilung, neue sportliche Leitung. Die Drachen sind wieder da. Die Dragons haben zwar keine formidable, aber sehr anständige Division 1-Saison gespielt. Der Titel war real gesehen nie in Griffweite, aber auch nicht Lichtjahre entfernt. Man hätte können, wenn… Mit dem nötigen Kleingeld für gute Imports kann man sich in Klosterneuburg durchaus vom Image des Prügelknaben verabschieden. Vor allem dann, wenn die Black Lions diese Rolle freiwillig übernehmen.

Bauchweh bei den Bulls
Die Salzburg Bulls bekamen akute Bauschmerzen. Sie haben zwar für die Big Boys (Junioren) genannt, somit zumindest eine der formalen Vorraussetzungen für eine Teilnahme in der AFL erfüllt, jetzt wollen sie aber nicht mehr oben mitspielen. Die 2 Gruppen Lösung von Piringer fanden sie an sich auch gut, allerdings ging die so ja nicht durch. Duellen mit den Vikings, Giants, Blue Devils und Raiders stehen sie eher skeptisch gegenüber. Das wird so nichts, also läßt man es so wieder bleiben. In dem Fall weiterhin Division 1. Ernüchterung. Auch für Piringer, der die Bulls fix in seinem AFL Konzept hatte. Wofür die Salzburger nun bei den Big Boys genannt haben? Wir wissen es nicht.

Abwesend Anheuser
Die St. Pölten Invaders glänzten bei diesem Treffen mit geschlossener Abwesenheit. Das hatte zwei Gründe. Zum einen konnten sie an einem Freitag Mittag kein Vorstandsmitglied dorthin schicken, zum anderen hatten sie ihre Meinung dazu längst kund getan. Dazu Invaders CEO Günter Zanker: ‚Wir sind ein Amateurverein. Wir arbeiten Freitag Mittag alle. Zusätzlich fanden wir den Vorschlag von Piringer zwar gut – allerdings für alle anderen. Für uns war er nichts. Wir erlauben uns hier eine eigene Meinung und Einschätzung unserer Situation. Wir sind derzeit nicht reif für eine AFL, vielleicht sind wir das aber in nächster Zukunft. Wenn wir nicht die Vikings II schlagen können, was machen wir dann eine Klasse höher? Für mich ist das eine klare Sache. Es spielt weder für die Spieler, noch für die Sponsoren und auch nicht für die Medien bei uns eine Rolle ob wir AFL oder Division I spielen. Gerne gehen wir in die AFL wenn wir wissen, daß wir dort eine seriöse Rolle übernehmen können. Das können wir so nicht, also lassen wir es. Wir kaufen uns für das Geld lieber eine schöne Tribüne.‘

Importregelung ‚light‘
Die Beschränkung der Imports auf 6 Spieler bleibt, dabei dürfen aber kommendes Jahr noch vier statt drei gleichzeitig am Feld stehen. Als Import gilt jeder nicht Österreicher (Klasse A Spieler) mit NFL, NFLE oder College Erfahrung, so wie jeder nicht österreichische Spieler der für seine Tätigkeit beim Verein Geld bekommt.

Sechs Teams in der AFL
Zu den bisherigen fünf Teams gesellten sich nun wieder die Danube Dragons. Damit haben wir die Klasse von 2005 wieder beisammen. Ob das am Ende auch so kommen wird, steht noch nicht ganz fest. Die Blue Devils könnten sich, ähnlich wie zuletzt die Danube Dragons, für ein Jahr in die Division 1 verabschieden um sich die Sache mal ein wenig von unten anzusehen. Ob die Black Lions 2007 überhaupt eine spielfähige Mannschaft stellen können ist zu hoffen. Der EFAF Cup Platz als Motivationsschub sollte wirken, wirkt er nicht, dann macht man sich damit allerdings zur europäischen Ulknummer.

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