Dabei dürften sich die beiden nicht wirklich mit Statistenrollen zufrieden geben.
Daniel Nwangwu, ursprünglich aus Houston Texas, spielte bei der University of California Berkeley in der NCAA als Defensive Tackle. Der 24 Jahre alte D-Liner mit nigerianischem Paß ist durch eine zweijährige Pause zwar nicht voll im Training, hat aber durchaus ernstzunehmende Ambitionen die Vikings DL in der AFL zu verstärken. „I will make an impact“, so Nwangwu zu Football-Austria.com.

Im ersten Training hinterließ der 194cm große und 130 Kilo schwere Mann einen ausgezeichneten Eindruck. Eine pfeilschnelle und massive Wand auf die kurze Distanz, konditionell dürfte er aber noch Flanken offen haben. Wir gehen daher davon aus, daß die Vikings einen DL Spot für Nwangwu bereits im Hinterkopf haben.

Ebenfalls nicht nur zum Zeitvertreib dürfte Eero Heinonen der „schönen Stadt Wien“ einen Besuch abstatten. Der NFLE erfahrene finnische Runningback (Frankfurt Galaxy) konnte voriges Jahr verletzungsbedingt nur eine halbe Saison lang bei den Helsinki Roosters spielen, scheint aber heuer wieder voll in Form zu sein. Der Skandinavier hat einen Job bei einem großen heimischen Transportunternehmen angenommen und gedenkt über längere Zeit in Österreich zu bleiben.

Wer die Vikings kennt, weiß was das bedeutet. Ist der Mann nur halb so gut wie sein Image, so kommt er am Ende auch in die Suppe. Beim üblichen Understatement der Wikinger (Na, dann schauen wir mal was er kann), wissen wir heute bereits ganz genau was es da gespielt hat. Heinonen ist ein Top RB und wird sich sicher nicht mit einem Platz in der zweiten Reihe zufrieden geben. Da mag uns Felix Hoppel erzählen was er will. Wir gehen davon aus, daß Heinonen sich mittelfristig einen Fixplatz in der Vikings Offensive als RB erarbeiten wird. Es kommen also wieder (und weiter) harte Zeiten auf Ralph Pointner, Thomas El-Badramani, Axel Schwarz und den neuerdings erstarkten, aber derzeit verletzten Albert Platzer zu. Und das ist gut so. Heinonen ist nicht nur in der Lage den Österreichern (und dem Deutschen) den Platz „wegzulaufen“ – diese wiederum dadurch gefordert sich dem zu widersetzen – sondern durchaus auch im Stande Superstar Lance Gustafson zurück in die Defense zu „versetzen“.

Eile mit Weile. Hier geht sicher ein wenig die Phantasie mit uns durch, aber man hat auf der Schmelz, als einer der ganz seltenen Orte dieser Welt, schon Pferde kotzen gesehen. Heinonen ist gut. Vermutlich zu gut um als reiner Garnitur zum Wikinger Buffet herzuhalten. Er wird dieses Jahr noch spielen und auch punkten. Wir wetten gegen Präsident Wurm daher gerne wieder um einen kleinen Braunen. Da er uns mittlerweile schon eine halbe Kaffeeplantage in Südamerika schuldig ist was unsere Prognosen betrifft, wird es darauf auch nimmer ankommen.

Natürlich wird dieser Umstand postwendend das Jammertal der immens und dauerhaft besorgten Patrioten neu eröffnen und sie flugs auf den Plan rufen – von wegen die Vikings reüssieren nur über ihre Imports. Ein genauerer Blick auf die Erste und nur ein oberflächlicher auf das zweite Team (so wie – ganz nebenbei auf die Nachwuchsarbeit der Wiener) genügt eigentlich um jeden noch so misstrauischen Footballfan eines Besseren zu belehren. Es gibt kein Team in Österreich, wo die Chancen, sich als Einzelner in der Kampfmannschaft zu etablieren so gering sind wie bei den Vikings. Völlig egal, ob man aus Finnland, dem Salzkammergut, Washington oder aus Fünfhaus ist. Ein Lance Gustafson in Unform ist ein Lance Gustafson an der Sideline! Das gilt für alle. Es gibt daher auch kein anderes Team, wo so viele Mannsbilder um einen Platz kämpfen. Die lebenden österreichischen und spielenden Beispiele bilden eine Liste. Dem „die Vikings sind so böse, weil sie haben so viele Imports“ Gejammer können wir uns daher beim besten Willen nicht anschließen. Genauso wenig wie wir das bei den Raiders, Devils und Falcons nicht tun wollen. Es ist müßig und das Müßige überlassen wir gerne Anderen.

Was wir aber wohl erkennen – und das Teamübergreifend: eine Dual-Passport Regelung deren Sinn sich wohl mehr als überholt hat. Falls sie je einen solchen besessen hat. Die Anzahl der sich ihrer europäischen Verwandten bewußt werdenden Amerikaner ist stetig im Wachsen begriffen. Pässe werden hier eingeholt wie vor Jahren noch Heringe aus der Nordsee. Dass plötzlich jeder dritte US Bürger im Falle eines Anrufs aus Wien, Bergamo, Klagenfurt, Hohenems (Liste ließe sich endlos erweitern) seine europäische Uroma abbussln will, ist zwar schön für deren Familienleben, es sollte aber dabei in Betracht gezogen werden, daß die liebe Urli bereits vor 60 das Zeitliche gesegnet hat. Hier ist eigentlich der Verband – nicht als Exekutive in dieser Angelegenheit (der kann nicht entscheiden wer einen Paß bekommt und wer nicht) – aber zumindest als legislative Instanz den Spielbetrieb betreffend, aufgefordert sich mit diesen Urenkeln gemeinsam mal auf Ahnenforschung zu begeben. Diese Regelung ist falsch und macht keinen Sinn. Falls doch, so mag man uns diesen erklären. Alle bisherigen Versuche uns das näher zu bringen haben sich als Fehlschläge entpuppt. Wahrscheinlich weil wir so uneinsichtig und stur sind…

Eero Heinonen Video Interview – English Translation

FA: Just arrived from Finland – Eeron Heinonen. Your second practice with the Vikings. How you’re doing?
Eero Heinonen: Actually it is the first full practice for me. On Monday I just tried to figure out what’s going. Today is the first real practice for me.

FA: You will live here in Austria for the next time?
That was the idea, yes.

FA: For how long?
As long as it makes fun. At least the next few months. Vienna is a beautiful city. Maybe I stay for years? I can’t say it by now.

FA: 2003 you played for Frankfurt Galaxy in the NFLE. What did you do last year?
Last year I played with the Helsinki Roosters. I was injured, so I just played a half season.

FA: What are your goals for this year? You want to become a starting Running Back in the Vikings Team, or just stay in practice?
I have come here to practice hard and to play. I didn’t come just to practice a little bit. It’s not possible just to practice ineffectual and playing football on this level.

FA: So your plan is to maintain in the starting unit?
Definitely.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei