JCL Giants wird der Co-Rekordmeister ab sofort gerufen und das wird mindestens so bis 2013 bleiben. Die dreijährige Vereinbarung zwischen dem Grazer Traditionsklub und dem Logistikunternehmen geht dabei über eine rein finanzielle Unterstützung hinaus. Eine Charity Bowl ist angedacht – gespielt soll diese in der UPC Arena werden. Dort möchte man 2012 überhaupt öfter am Platz stehen. Nicht nur bei Schlagerspielen der AFL, sondern auch in der Euro-Bowl hätte man gerne mal in einem Playoff-Spiel Heimrecht gehabt. In Innsbruck, Paris und Berlin flog man auswärts knapp aber doch jeweils aus dem Bewerb. Das soll sich mit dem WM-Stadion im Talon ändern.
Die Erleichterung über die Kooperation war in den Gesichtern der Giants-Vertreter vor Ort deutlich zu erkennen. Man ist zwar nicht ganz dort, wo Swarovski und Raiffeisen die Raiders und Vikings aufstellen können, aber man kommt in deren Nähe. Die in Graz beheimatet JCL Logistics, ein operatives Transport-, Produktlogistik und eCommerce-Unternehmen, betreibt 60 Niederlassungen in 25 Ländern. Mit ihren 1.900 Mitarbeitern erwirtschaftet sie einen Umsatz von 560 Millionen Euro.
Über die Höhe der Unterstützung hüllt man sich in Schweigen. Laut Vorstandsmitglied Dr. Armin Karisch steht man finanziell nun aber „deutlich flexibler da“, als noch in den vergangenen Jahren. Gefragt nach dem hauptsächlichen Verwendungszweck des Geldsegens, erteilt er Spekulanten eine Absage. Es wird nicht „mehr Amerikaner“ geben, sondern das Geld wird „nachhaltig“ investiert. Man sei Bausparer. Nachhaltigkeit für die Giants: ihre Infrastruktur, die Organisation und der Nachwuchs. Angelo Barsuglia macht klar, warum er überhaupt hier ist: wegen den Österreichern. Der (Barsuglia) wird übrigens noch ein Jahr als Spieler anhängen, als General Manager aber abtreten.

Schreiner als GM
Ähnlich dem Modell der Raiders werden die JCL Giants ab Oktober auch einen Vollzeit-General Manager haben. Christoph Schreiner, der nach der WM seine aktive Karriere beendet hat, wird diesen Posten übernehmen. Es fehlt noch der Segen der Generalversammlung des Vereins, der aber obligatorisch scheint. Schreiner, der gerade dabei ist seine universitäre Ausbildung als Sportwissenschaftler abzuschließen, könnte zusätzlich auch als Position-Coach zur Verfügung stehen. Bezüglich des Coachings allgemein gehen die Meinungen innerhalb der Giants aber ein wenig auseinander.
Rhoades fast unumstritten – mehr Coaches, oder nicht?
Christoph Schreiner und Dr. Armin Karisch haben sich klar für den Verbleib des zuletzt in Kritik geratenen Cheftrainers Rick Rhoades ausgesprochen. Er sei eine Ikone der Grazer und habe viel für den Verein getan. Schreiner plädiert auch dafür, den Coaching Staff quantitativ auszubauen, während Karisch hier ein wenig zögerlich wirkt, aber zumindest weiß, dass es hier etwas gibt „was zu erledigen ist“. Zur Vergrößerung des Trainerstabs kommt auch von Barsuglia ein klares Ja, zu Rhoades ein ebenso undeutliches Jein (siehe Video). Unbestritten seien Rhoades‘ Verdienste im und um den Verein, aber man sei nicht am Ende der Straße angekommen. Man müsse die beste Option für die Giants wählen. Das lässt zumindest die Möglichkeit offen, dass Rhoades für Barsuglia nur die zweitbeste ist. Das könnte spannend werden.
Giants² – die „running franchise“
Den von Christian Knes (ebenfalls anwesend) geführten Giants² wurde eine zusätzliche Rolle angedacht. Neben jener des Haus- und Hoflieferantens für die erste Mannschaft, soll das Team auf Wanderschaft gehen – am besten durch die ganze Steiermark. Damit will man das Bewusstsein des Bundeslandes Steiermarks, außerhalb der Landeshauptstadt Graz, für den Sport schärfen. Erster Kooperationspartner ist hier der DSV Donawitz. 
Alles in allem präsentierten sich beide Partner froher Zukunftshoffnungen. Den Schwung von der WM will man mitnehmen und 2012 einen deutlichen Schritt nach vorne machen. Organisatorisch, wirtschaftlich und auch sportlich. Denn der letzte Titel der Giants, der wird 2012 dann vier Jahre zurück liegen. Und ob sie diese deutlich, oder doch nur knapp verpasst haben, das spielt für die Fans am Ende keine Rolle.

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