Dass man mit körperlich überlegenen Gegnern auf zweierlei Art umgehen kann, zeigten die Gastgeber. Zuerst bewiesen die Minis der Vikings, daß man sich großen, körperlich überlegenen Spielern nicht von vorn herein geschlagen geben muß. Eine Woche zuvor in Innsbruck – offenbar noch in Ehrfurcht erstarrt – hatten die jüngsten der Vikings noch mit 19:34 verloren. Am vergangenen Samstag, sechs Tage später, hatten die Coaches der Purple Minis ganze Arbeit geleistet. Auf der Schmelz zeigten sie, wie man mit Riesen aus Tirol umgehen kann. Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Raiders Minis gewannen auch auf der Schmelz – aber nur mit einem TD (plus 2 Punkte) Vorsprung – 28:20.
Die Vikings Minis waren diesmal unbeeindruckt ob ihrer Kontrahenten und spielten auch mit einem neuen Quarterback, #1 Alexander Thury, der den mit Gips in der Teamarea wartenden Gregor Mernyi ersetzte. Und er machte seine Sache ausgezeichnet. Sehenswerteste Aktion ein Big Play (Pass) auf Philipp Kreuzer (# 24), den er zum TD zum 13:14 in die Endzone trug. Ein zweiter Pass in der zweiten Halbzeit rutschte Kreuzer durch die Finger – ein complete Pass hätte den purple Minis kurz vor Schluss noch den Ausgleich gebracht – vorausgesetzt die zwei Zusatzpunkte wären auch gut gewesen.
Doch wir wollen uns hier nicht auf das „wäre“ reduzieren und festhalten, daß die Raiders-Minis nach wie vor die stärkste Mannschaft in diese Altersklasse stellen. Daniel Dieplinger hat hier zusammen mit dem Gastcoach Bernie Binstorfer (der Ex-Vikings-Nachwuchs-HC und Junioren-NT-Headcoach unterstützte bekanntlich die Raiders bei ihrem ersten Preseason-Nachwuchs-Camp) toll gearbeitet und rüttelt gehörig am vierfachen Thron der Vikings. Die Keyplayer der Raiders waren #14 Simon Hoser (1 TD) und #20 Alex Achammer (2 TDs), welche die Vikings-Defense immer wieder mit schnellen Outside-Runs vor schwere Aufgaben stellten. Im Gegensatz zu den Vikings ließ HC Dieplinger seine Buben fast ausschließlich Runningplays ausführen, die Wiener hingegen zeigten auch effektive Paß Spielzüge.
In den kommenden vier Wochen haben beide Teams genug Zeit ihre Minis auf das Finale vorzubereiten. Es wird sicher eines der spannendsten Spiele dieser Saison werden.
Minis
Chrysler Vikings vs Papa Joe’s Tyrolean Raiders 20-28 (13-14)

Schmelz, Wien, Kickoff 14:00h
Referees: Müller / Tod / Savicevic / Albrecht / Kreimel
Die Schüler der Vikings waren im anschließenden Spiel einigermaßen überrascht. Der Auftritt mit „Feuer frei!“ von Rammstein war beeindruckend, denn hier liefen Riesen-Spieler auf das Feld, die ohne weiters beim ersten hinsehen auch Jugendspieler hätten sein können. Prompt war’s auch so, denn am Sonntag etwa, war #55 Mario Waidacher, der auch die meisten Punkte (3 TDs) der Raiders erzielte auf dem Roster der Jugendmannschaft aus Tirol zu finden.
Aber die Mannen aus Tirol um Quarterback #5 Stefan Steirer erteilten den Gastgebern eine Football-Lektion. Endstand: 27:53. Es war die höchste Niederlage eines Vikings-Nachwuchsteams seit Jahren! HC Horst Obermayer forderte nach dem Spiel von seinem Coaching-Staff auch eine komplette Änderungen der Spieltaktik. Insider meinten nach dem Spiel: „Wenn wir mit den Schülern noch einmal gegen die Raiders spielen, können wir nur hoffen, dass ihr Bus eine Panne hat und sie nicht rechtzeitig zum Spiel kommen!“ Ganz so drastisch muss man die Sache nicht sehen, denn Spieler wie Dominik Thaler (# 50 ist bei Runs immer für 5 bis 10 Yards gut), Mario Waidacher, David Fornwanger (# 72) oder Simon Scheit (# 59) zählen sicher zu den besten in Österreich in dieser Altersklasse.
Bis zur Halbzeit konnten die Vikings Schüler das Match halbwegs offen halten (21:37), kurz nach der Pause schöpften die Zuschauer noch einmal Hoffnung als Dominik Maschek (# 37) zum 27:37 scorte. Aber schon im Gegenzug zerstörte Mario Waidacher mit einem Run alle Hoffnungen, dass die Vikings noch einmal aufschließen könnten. 27:43 und zwei Extrapunkte – 27:45 – wirkten sich auf die Moral die Wiener Wikinger aus. Kein Punkt mehr in der verbleibenden Spielzeit für die Vikings, dafür noch ein TD und zwei Extrapunkte für die Tiroler.
Mysteriös sind nach wie vor die Gründe für den Ausfall des Ausnahmespielers Marc Binstorfer bei den Wienern. Er ist nun schon seit mehr als zwei Wochen verletzt. Augenscheinlich ist dem Runningback aber nichts anzumerken. Aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht konnte (durfte) auch der Teamarzt der Vikings keine Auskunft darüber geben, warum Marc wieder nicht spielte.
In der Tabelle sieht es so aus, dass die Vikings (wenn die Arithmetik von Football-Austria.com stimmt, denn die Tabellen waren bei Verfassen dieses Berichts noch nicht offiziell) aufgrund der besseren Punktanzahl nun auf Rang zwei (2 Siege eine Niederlage) hinter den Raiders (3 Siege) noch vor den Danube Dragons (2 Siege eine Niederlage) liegen.
Schüler
Chrysler Vikings vs Papa Joe’s Tyrolean Raiders 27:53 (21-37)

Schmelz, Wien, Kickoff 16:00h
Referees: Müller / Tod / Savicevic / Albrecht / Kreimel

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