Die Vikings werden am Wochenende 30./31. August damit Heimrecht im Halbfinale genießen. Paris ist aus dem Playoff eliminiert und Rhein Fire hat vor dem Spiel gegen Kopenhagen sein Playoff-Ticket bereits in Händen. Die letzte Wild Card geht an den Gewinner des Sonntagsspiels Frankfurt gegen Madrid. Der Gegner der Vikings wird in der Wild Card-Rune ermittelt.

Das Spiel:

Paris gewann den Münzwurf, entschied sich für den Ball in der zweiten Hälfte und schickte die Vikings Offense mit einem 3 & Out vom Feld.

Ein Big Play von Hugo Tekedam, nach Pass vom Jaylon Henderson, brachte die Franzosen in Scoring Range, Nicolas Khandar erzielte die ersten 6 Punkte mit einem kurzen Lauf. Der PAT Mathys Dupont ging daneben.

Die Hausherren bewegten mit zweiten Drive dann Ball und Kette. Mit erfolgreicher Kurzpass-Arbeit und Läufen von Karri Pajarinen. Der stete Tropfen höhlte den Stein der Musketiere, auch wenn die Vikings über ein langes 4th Down zu einem First & Goal kommen mussten (Noah Toure nach Pass von Ben Holmes).

Es war am Ende wieder ein ausgespieltes 4th Down das die erste Führung für die Wiener brachte – Holmes lief selbst, Dennis Tasic kickte zum 7:6.

Vikings Defense schlug zu
Vienna Vikings vs. Paris Musketeers
Foto: Hannes Jirgal

Ein Forced Fumble von Lucky Ogbevoen an Jaylon Henderson wurde von Oskar Kranich erobert. Das erste Turnover war da und brachte den Vikings beim ersten Seitenwechsel eine gute Feldposition. Die Defense der Gäste war am Posten, aber 3 Punkte kostete ihnen das Turnover. Dennis Tasic verwandelte ein Fieldgoal aus 32 Yards zum 10:6.

Es schien nur so, als on die Wiener Kontrolle über das Spiel bekamen, denn die Big Plays der Franzosen (Anthony Mahoungou) hielten sie nicht nur gut über Wasser, sondern brachten sie erneut in Scoring Range. Wie auf der einen Seite, lief auch auf der anderen der Quartback in die Endzone. Jaylon Henderson zum 10:12, die Two-Point-Conversion ging nach einem zu hohen Snap in die Hose.

Nichts brachte auch der nächste Drive der Vikings ein, das zweite 3 & Out der Wiener. Das brachte Paris die Möglichkeit seine Führung vor der Pause noch auszubauen. Bei den Musketeers musste dann aber Hugo Tekedam als Quarterback für einen angeschlagenen Jaylon Henderson ran, der nach einem First Down Lauf raus musste und das lief gar nicht nach ihrem Geschmack. Ein Intentional Grounding, nach einem Miss-Snap, brachte ein 3 & 38 und dann passierte es: Amani Dennis mit einem Pick Six und Florian Bierbaumer mit der Two-Point-Conversion brachte statt einem Rückstand zur Pause die 18:12-Halbzeitführung. Die Stimmung in der bummvollen Döblinger Arena am Kochen.

Paris verkürzt

Zu Beginn der zweiten Halbzeit kam der Starting QB Henderson zurück ins Lineup der Musketeers. Und die Offense des Teams von Jack Del Rio sah gleich ganz anders wieder aus. Am Ende eines sehr langen Drives konnten die Vikings den Gegner auf 3 Punkte halten. Das 34 Yards-Fieldgoal von Mathys Dupon stellte das Scoreboard auf 18:15.

Der nächste Drive der Vikings, das halbe dritte Viertel war bereits um, sah zu Beginn noch verheissungsvoll aus, endete aber zumindest mit einem 50 Yards-Fieldgoal von Dennis Tasic zum 21:15. Im bislang wichtigsten Spiel der Saison für Wien funktionierte plötzlich das Kicking Game. Ein gutes Omen?

Paris konnte mit einem Touchdown ausgleichen, mit Extrapunkt(en) die Führung zurückerobern. Die Partie bereits früh in der Crunch-Time. Man spürte, jedes Play zählt jetzt, es ging ins letzte Viertel.

Paris spielte über Henderson ein 4th Down erfolgreich aus, sie wussten, ihre Saison steht am Spiel: Siegen oder Fliegen. Es kam das nächste 4th Down für die Musketiere. Dieses mal kam Mathys Dupon zum Fieldgoal raus. Doch er durfte wieder raus, eine Strafe gegen die Vikings schenkte Paris ein First Down. Und Jaylon Henderson lief zum Ausgleich, der PAT no good.

Challenge der Vikings

Ein vermeintliches First Down von Noah Toure wurde incomplete gegeben. Eine Challenge der Vikings brachte nichts ein, die Bilder gaben nichts anderes her. Die Wiener mussten sich vom Ballrecht trennen, Paris plötzlich im Driver Seat.

Die steckten einen langen Drive zusammen, die Uhr längst ein Faktor. Das Wollen und der Wille der Pariser, dass ihre Saison nicht in Wien endet, war spürbar. Und dann passierte es auch: Jason Bofunda lief zum 21:27. Dem nicht genug: Jaylon Henderson lief für weitere two points zum 21:29. Noch 1:53 waren zu spielen. Die Offense der Vikings war gefragt: 8 Punkte mussten her!

Der Drive der Vikings sah dann wieder besser aus als einiges davor. First Downs von Yannick Mayr und Florian Bierbaumer, ein Lauf von Holmes und man stand ante portas Paris. Ben Holmes sneakte sich zum 27:29, es folgte die Two-Point-Conversion: Reece Horn zum Ausgleich – 29:29.

Overtime!

Die Vikings starteten mit ihrer Offense. Es wird nach College Regeln gespielt, also von der 25 des Gegners weg. Die Vikings bei einem 4th und 2 blieb mit der Offense am Feld. Touchdown Ben Holmes! Die Vikings wieder vorne. Der PAT von Dennis Tasic ging daneben.

Die Musketeers konnten mit einem TD + PAT ihre Saison retten. Am Ende entschied aber die Defense der Vikings das Spiel, hielten Paris aus der Endzone und gingen als Sieger vom Feld.

Stimmen zum Spiel:

„Wir haben in Wien die besten Homegrowns in Europa. Wir sind ein großartiges Footballteam und das haben wir heute gezeigt. Ich fühle viel Liebe für dieses Team und jetzt geht die Reise weiter.“, so Reece Horn nach dem Spiel.

„Viele Emotionen sind in mir. Ich bin mehr als 20 Jahre in Österreich, ich hab hier viel gewonnen, manches auch verloren. Die Atmosphäre heute war unglaublich. Wir haben gewusst es wird hart, sie haben gescored, wir haben gescored, wir mussten am Ende alles auspacken. Hut ab vor Paris, sie sind ein wirklich starkes Team. Die Bye Week jetzt ist wichtig für uns.“, sagte Head Coach Chris Calaycay.

ELF WEEK 14

Vienna Vikings (11-1) vs. Paris Musketeers (7-5) 35:29
(7:6/11:6/3:3/8:14/OT: 6:0)
SA 16. August 2025 18:00 Uhr · Stadion Hohe Warte Wien

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