Für die Vikings ist es der erste Titel auf europäischer Ebene seit dem Gewinn der European League of Football 2022. Seither erreichten die Wiener in jeder Saison zumindest das Semifinale, verloren allerdings ihre beiden folgenden europäischen Endspiele. Vier Jahre nach dem Titel von 2022 stehen die Vikings nun wieder ganz oben.
Gold Bowl Highlights
Spektakel vor 6.113 Zuschauern
Ausgerechnet jenes Team, das ihnen in der Regular Season die einzige Niederlage zugefügt hatte, bekam im Finale die volle Wucht der Vienna Vikings zu spüren. Vor 6.113 Zuschauern in der Schauinsland-Reisen-Arena in Duisburg dominierten die Wiener die Wroclaw Panthers von Beginn an. Schon zur Halbzeit war der erste Gold Bowl praktisch entschieden.
Für Spektakel war allerdings bereits vor dem Kickoff gesorgt. Fallschirmspringer des österreichischen Jagdkommandos brachten den Spielball aus rund 1.200 Metern Höhe ins Stadion. In der Halbzeitpause folgte zudem der nächste Höhepunkt abseits des Spielfelds: Mehr als 600 Cheerleader stellten gemeinsam einen neuen offiziellen Weltrekord auf.
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Auf dem Spielfeld war die Spannung dagegen schnell vorbei. Die Panthers blieben ohne einzigen Touchdown. Besonders bitter verlief der Nachmittag für Liga-MVP Jameson Wang, der insgesamt fünf Interceptions warf.
Auf der anderen Seite lieferte Ben Holmes ein herausragendes Finale ab. Der Vikings-Quarterback brachte 14 seiner 18 Pässe für 331 Yards und sechs Touchdowns an. Seine Partie endete allerdings nach einer Verletzung im dritten Viertel vorzeitig.
Drei Drives, drei Interceptions
Die Panthers starteten mit ihrer Offense und fanden zunächst ordentlich in die Partie. Nach einigen First Downs sprang Michael Harley Jr. der Ball nach einem Pass von Jameson Wang aus den Händen und landete in den Armen von Alejandro Fernandez. Der trug das Spielgerät noch 21 Yards in Richtung gegnerischer Endzone.
Eine durchaus glückliche Wendung für die Vikings, die das Geschenk dankend annahmen. Tight End Florian Bierbaumer fing wenig später den ersten Touchdown des Finales zum 7:0. Dennis Tasic verwandelte anschließend den Extrapunkt.
Vikings strike first! Quarterback Ben Holmes finds tight end Florian Bierbaumer for the first points of the Gold Bowl. 🏆
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Genau in dieser Tonart ging es weiter. Die zweite Interception war allerdings kein unglücklicher Abpraller mehr, sondern ein ganz schwacher Pass von Wang. Wieder suchte er Harley Jr., der im Halbfinale gegen Rhein Fire noch 21 Pässe gefangen hatte. Stattdessen fand er Marloshawn Franklin Jr. – Turnover Nummer zwei.
Die Strafe folgte auf dem Fuß: Albert Wiesigstrauch lief aus drei Yards zum 14:0.
Und weil aller guten Dinge drei sind, ging das Interception-Festival weiter. Auch den dritten Panthers-Drive beendete Wang mit einem Pick. Diesmal war Amani Dennis zur Stelle.
Kurz danach stand es bereits 21:0. Holmes bediente seinen schnellsten Mann Yannick Mayr für 58 Yards. Die Defense der Polen verlor Mayr dabei völlig aus den Augen. Kann passieren. Das erste Viertel war gespielt.
Ben Holmes goes deep and finds Yannick Mayr for a touchdown, giving the Vienna Vikings their third score of the game. 🚀
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21:0 – und Wroclaw sucht nach Antworten
Wroclaw bemühte sich nach dem Katastrophenstart, Ruhe in die Partie zu bringen und überhaupt einmal richtig ins Spiel zu finden. Mehr als ein Field Goal von Jakub Ciurkot zum zwischenzeitlichen 21:3 schaute zunächst aber nicht heraus.
Der vierte Drive der Vikings stand an. Wollten die Panthers bei der Musik bleiben, hätten sie weitere Punkte der Wiener verhindern müssen. Wir sind beim Konjunktiv.
Holmes führte seine Offense übers Feld. Eine Pass-Interference-Strafe gegen Wroclaw in der Red Zone leitete schließlich das schleichende Ende der polnischen Hoffnungen ein. Darrell Stewart Jr. fing den nächsten Touchdown zum 28:3.
Die Hoffnung auf den ersten Panthers-Touchdown währte nicht lange. Wroclaw musste punten und die Wikinger bekamen den Ball zurück. Ein tiefer Pass auf Noah Toure brachte 49 Yards Raumgewinn. Wenig später stand Albert Wiesigstrauch zum zweiten Mal in der polnischen Endzone – 35:3.
Auch der nächste Panthers-Drive endete mit einem Punt. Danach fand Holmes erneut Florian Bierbaumer zum Touchdown. Den geblockten Extrapunktversuch retournierte allerdings Maciej Jablonski für zwei Punkte der Panthers.
Nach einem Fumble von Wiesigstrauch keimte noch einmal kurz Hoffnung auf. Wroclaw hatte den Ball und damit die Chance auf den ersten Touchdown. Das Gegenteil passierte.
Wang warf seine vierte Interception – und Amani Dennis trug sie direkt zum Pick Six zurück. Statt des ersten Panthers-Touchdowns stand damit eine komfortable 48:5-Führung der Vikings zur Pause.
Vikings spielen Katz und Maus
Nach Wiederbeginn dauerte es keine zwei Minuten, bis Wien das Scoreboard weiter nach oben schraubte. Holmes feuerte eine Bombe auf Darrell Stewart Jr., der seinen zweiten Touchdown des Finales erzielte. Damit war endgültig jede Hoffnung auf ein Comeback der Panthers dahin.
Erst danach kam Michael Harley Jr. überhaupt richtig ins Spiel. Der Receiver, der im Halbfinale noch 21 Catches verzeichnet hatte, war in der ersten Hälfte praktisch komplett abgemeldet.
Mitte des dritten Viertels standen die Panthers dann tatsächlich vor der Wiener Endzone. Sollte jetzt der erste Touchdown gelingen? Nein. Wang warf seine fünfte Interception des Tages, diesmal fing Leonhard Gerner den Ball ab.
Während für die Polen offensiv weiterhin kaum etwas zusammenlief, machte Wien dort weiter, wo es vor der Pause aufgehört hatte.
THAT’S THREE FOR @stew1225 🔥
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Darrell Stewart Jr. fing seinen dritten Touchdown des Finals zum 62:5. Allerdings gab es bei diesem Spielzug auch die einzige wirklich schlechte Nachricht für die Vikings.
Holmes verletzte sich und musste gestützt vom Feld gebracht werden. Damit war sein Arbeitstag beendet. Nach dem „BenVP“ im Halbfinale wurde er nun auch offiziell zum MVP des Gold Bowls gekürt.
Garbage Time in Duisburg
Der Hafer war geschnitten, die Krallen der Raubkatzen stumpf. Eigentlich hatte die Garbage Time schon vor der Pause begonnen, nun wurde sie auch offiziell abgespult.
Hrouda warf zunächst noch eine Interception kurz vor der Panthers-Endzone. Wenig später fand er jedoch Fabian Eder für acht Yards zum letzten Touchdown des Nachmittags.
Der Extrapunkt misslang, am Ausgang änderte das freilich nichts mehr. Mit 68:5 endete ein Gold Bowl, der schon lange zuvor entschieden war. Die Vienna Vikings waren der erste Champion der AFLE.
Die Zahlen einer Machtdemonstration
Auch die Statistik zeigt, wie deutlich dieses Finale war. Die Vikings produzierten laut offizieller AFLE-Statistik 452 Total Yards, die Panthers 242. Besonders groß war der Unterschied durch die Luft: Wien kam auf 350 Passing Yards, Wroclaw lediglich auf 90.
Holmes brachte 14 seiner 18 Pässe für 331 Yards an, warf sechs Touchdowns und wurde anschließend zum MVP der Gold Bowl gewählt. Wang blieb dagegen ohne Touchdown-Pass und produzierte fünf Interceptions.
AFLE Gold Bowl
Vienna Vikings (13-1) vs. Wroclaw Panthers (11-3) 68:5
(21:0/27:5/14:0/6:0)
Sonntag, 06.09.2026 | 15:30 Uhr | Schauinsland-Reisen-Arena, Duisburg | 6.113 Zuschauer
Scores
1. Quarter
- VIK – Passing TD: Florian Bierbaumer, 7 yd pass from Ben Holmes (Dennis Tasic kick) – 7:0
- VIK – Rushing TD: Albert Wiesigstrauch, 3 yd run (Dennis Tasic kick) – 14:0
- VIK – Passing TD: Yannick Mayr, 58 yd pass from Ben Holmes (Dennis Tasic kick) – 21:0
2. Quarter
- WPA – Field Goal: Jakub Ciurkot, 32 yd – 21:3
- VIK – Passing TD: Darrell Stewart Jr., 11 yd pass from Ben Holmes (Dennis Tasic kick) – 28:3
- VIK – Rushing TD: Albert Wiesigstrauch, 29 yd run (Dennis Tasic kick) – 35:3
- VIK – Passing TD: Florian Bierbaumer, 8 yd pass from Ben Holmes (Maciej Jablonski extra-point return) – 41:5
- VIK – Pick Six: Amani Dennis, interception return (Dennis Tasic kick) – 48:5
3. Quarter
- VIK – Passing TD: Darrell Stewart Jr., 48 yd pass from Ben Holmes (Dennis Tasic kick) – 55:5
- VIK – Passing TD: Darrell Stewart Jr., 23 yd pass from Ben Holmes (Dennis Tasic kick) – 62:5
4. Quarter
- VIK – Passing TD: Fabian Eder, 8 yd pass from Nico Hrouda (kick no good) – 68:5
→ Report, Team Stats und Play-by-Play bei der AFLE
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Schön wäre jetzt ein Spiel der Vikings gegen Storm 🙂
Habe Krone und ORF probiert – grauenhaft.
Bin dann bei den Deutschen gelandet.
Vermisse Walter/Michael…..