Das letzte Spiel am letzten Spieltag der EFA Saison 2026 war also ein Entscheidungsspiel um das vierte und letzte Playoff-Ticket. 4.083 Zuschauer am Tivoli hofften auf eine Tiroler Cinderella Story, am Ende wurde es aber eine klare Angelegenheit für die Gäste aus der französischen Hauptstadt.
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Paris gewann den Münzwurf und entschied sich zuerst den Ball zu nehmen. Das Vertrauen in die Offense machte sich bezahlt. Die Gäste sammelten First Downs mit kurzen Pässen und Läufen und Hugo Tekedam schloss den Drive nach Pass von Zach Edwards zum 0:7 ab (PAT Dean Faithfull).

Die Antwort der Raiders: Kenyatte Allen verteilte seine Bälle auf Aaron Jackson, Lukas Haslwanter und Toni Rabensteiner. Am Ende landete man zwar in der Hälfte der Franzosen, aber ein Fieldgoalversuch von Jonata Loria über 53 Yards ging knapp daneben. Ein denkbar schlechter Start ins Spiel für die Raiders. Paris hatte den Ball, gute Feldposition und einen Zach Edwards, der die schwache Tiroler Passverteidigung penetrierte. Ein Trick Play über Tekedam, der zu Edwards passte, wurde vereitelt, die Offense von Paris ging jedoch erneut mit Punkten vom Feld: Faithfull machte das Fieldgoal zum 0:10. Früh standen die Raiders also unter Lieferdruck.
Fehlender Rhythmus und Fehltritte im Kicking Game

Das zweite Viertel begann mit einem First Down für die Raiders durch Jackson, die Raiders starteten aber nach einem Penalty beim Return tief in der eigenen Hälfte. Tim Tonko hechtete sich zum nächsten First Down, doch dort war dann wieder Schluss. Tirol musste punten, die Musketeers kontrollierten das Spiel. Ein Touchdown von Nicolas Khandar wurde wegen eines Holdings zurückgepfiffen. Es lief aber weiter gut in der Pariser Offense: Auch Jason Bofunda bereitete mit Läufen der Tiroler Defense Kopfzerbrechen. Selbst eng gecovert konnte Torin Justice Raiders CB Angelo Grose schlecht aussehen lassen, als er den Catch zum 0:16 machte. Der PAT ging nach einem schlechten Snap daneben – mit 0:16 war es noch ein Two-Score-Game.
Eine Pass Interference an Aaron Jackson von Jamalcolm Liggins brachte die Raiders dann aber in Scoring Position. Die Raiders mussten vor der Pause aufs Scoreboard und das wusste auch Marco Schneider, der nach einem Pass von Allen den ersten Touchdown für die Hausherren erzielte. Der PAT von Loria ging rechts vorbei – 6:16. Es war nicht der beste Tag des italienischen Kickers in Diensten der Tiroler.
Paris wusste, der Gegner bekommt den Ball zu Beginn der zweiten Hälfte, und konnte über Hassane Dosso große Stücke aus dem Braten beißen. Ein Quarterback Sack von Jakob Scheucher an Edwards machte aber die Pariser Avancen zunichte. Es ging mit +10 für Paris in die große Pause.
Bizarres Fumble bricht den Raiders das Genick
Marco Schneider, der die sechs Punkte für die Seinen in der ersten Halbzeit machte, stand auch zu Beginn der zweiten im Rampenlicht. Ein Big Play auf ihn und Innsbruck stand in der Pariser Hälfte. Dort nahm das Unglück seinen Lauf: Es war ein ganz seltsamer Fumble nach einem Sneak von Allen, wo nach Helmen auch noch der Ball aus dem Bulk von Spielern geflogen kam, der dann einsam liegend von Yani Gouadfel aufgenommen und retourniert wurde. Adrian Platzgummer verhinderte gerade noch einen Fumble Return Touchdown. Das Play ging als Turnover under review, blieb aber so stehen. Es gab keinen Videobeweis, dass es kein Fumble war – Paris Ball!
Die Musketeers ließen sich nicht lange bitten: Zach Edwards auf Torin Justice zum 6:23 (PAT Dean Faithfull). Wieder sah die Passing Defense der Raiders dabei indisponiert aus.
Offensiver Offenbarungseid und Hoffnungsschimmer durch Kantner
So leicht die Defense der Raiders zu überwinden war, desto zahnloser wurde dann auch deren Offense. Nach dem unglücklichen Fumble lief man sich im nächsten Drive im sprichwörtlichen Sinn in einem 3 & Out fest. Auch das Play Calling wirkte wenig inspiriert. Paris hatte nach dem Punt der Raiders den Ball, drei Scores Vorsprung und es roch bereits nach einer Vorentscheidung, da die Franzosen, im Gegensatz zu den Tirolern, in der Lage waren, die Kette regelmäßig zu bewegen. Angesichts der letzten zwei Spielwochen ist das eine überraschende Bestandsaufnahme: Die Musketeers waren bis dahin einfach das bessere Team der beiden. Und das sollte sich auch nicht mehr ändern.
Dobson Hopson konnte dann mit einem starken Play gegen Edwards den nächsten Drive von Paris beenden, bevor weitere Punkte für sie hinzu kamen. Ein erster Lichtblick. Den zweiten, noch helleren, setzte Felix Kantner, der eine Allen-Bombe zum 12:23 verwerten konnte. Die Two-Point-Conversion gedacht auf Jackson ging out of bounds.
Dann begann auch Paris zu wackeln. Ein zu hoher Snap konnte gerade noch von Edwards gesichert werden, der danach bei einem Scramble von Precious Ogbevoen herzhaft am halben Weg begrüßt wurde.
Edwards macht den Deckel drauf – Bitteres Ende am Tivoli
Daraus resultierend musste Paris zum Start des vierten Viertels punten. 11 Punkte Rückstand und 15 Minuten auf der Uhr. Dass der erste Drive im 4. Quarter mit einem Punt endete, machte die Aufgabe ungleich schwieriger. Paris arbeitete natürlich schon an der Uhr und lief. Und wie: Nicolas Khandar fand eine Lücke und konnte erst an der Raiders-12 aus dem Feld gedrängt werden.
Den Deckel machte Zach Edwards mit einem Touchdown-Pass auf Hassane Dosso drauf. Zwar waren noch über 11 Minuten auf der Uhr, der Rückstand war aber wieder auf 18 Punkte angewachsen. Und die Offense der Raiders war kaum mehr imstande, Stiche zu setzen. Ein Takeaway nach einem Fumble von Jason Bofunda, der von seinem eigenen Mann (Hugo Tekedam) verursacht wurde, gab noch einen letzten Funken Hoffnung her. Adrian Platzgummer fing einen Pass an der Musketeers-40. Das war der ganze Zauber. Kenyatte Allen, der in seinen ersten zwei Spielen in der EFA noch für Furore sorgte, sah am Entscheidungstag wieder aus wie der Allen, der in der AFL mit den Swarco Raiders alle zehn Spiele in der Saison 2026 verlor. An ihm alleine lag es aber sicher nicht; das, was Tirol in dem Spiel zeigte, war in Summe das, was sie die Spiele 1 bis 7 zeigten: Zu wenig.
Den Schlusspunkt setzte Dean Faithfull mit seinem zweiten Fieldgoal zum Endstand von 12:33.
Der Blick nach vorne: Umbruch in Tirol, Halbfinale in Frankfurt
Die EFA-Saison der Raiders endet damit wie jene in der AFL mit einer herben Enttäuschung. Zum vierten Mal in Folge verpasst Innsbruck international die Postseason. Vom einstigen europäischen Powerhouse ist wenig über. Es wartet viel Arbeit auf Shuan Fatah, der auch die Agenden des General Managers Ulz Däuber übernimmt, von dem man sich zum Saisonende trennt.
Andererseits ist es die zweite Playoff-Teilnahme der Musketeers, die zuletzt 2024 das Halbfinale der ELF erreicht haben. Es ist gleichzeitig auch der erste Sieg der Pariser auf österreichischem Boden. Ihre bisherigen drei Auftritte hierzulande endeten allesamt mit einer Niederlage – allerdings gegen die #1 des Landes, die Vienna Vikings.
Im BIG 4 Halbfinale treffen die Paris Musketeers am 16. August in der Frankfurter PSD Bank Arena auf die #1 Nordic Storm. Die Munich Ravens bekommen es tags zuvor mit Frankfurt zu tun.
Besonders bitter für die Raiders (und auch die Liga) ist, dass das Finale am 29. August im Tivoli Stadion ohne die Tiroler stattfinden wird.
EFA WEEK 12
Raiders Tirol (2-8) vs. Paris Musketeers (4-6) 12:33
(0:10/6:6/6:7/0:10)
📅 Sonntag, 09.08.2026 | 16:00 Uhr 📍 Tivoli Stadion, Innsbruck
Scores:
1. Quarter
PAR – TD Pass Zach Edwards to Hugo Tekedam (PAT Dean Faithfull) 0:7
PAR – FG Dean Faithfull 0:10
2. Quarter
PAR – TD Pass Zach Edwards to Torin Justice (PAT no good) 0:16
RAI – TD Pass Kenyatte Allen to Marco Schneider (PAT Jonata Loria no good) 6:16
3. Quarter
PAR – TD Pass Zach Edwards to Torin Justice (PAT Dean Faithfull) 6:23
RAI – TD Pass Kenyatte Allen to Felix Kantner (2Pt no good) 12:23
4. Quarter
PAR – TD Pass Zach Edwards to Hassane Dosso (PAT no good) 12:30
PAR – FG Dean Faithfull 12:33
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Lukas Haslwanter zerstörte die Prager im Alleingang, am Sonntag bekam er genau 3 x den Ball.
Kenyatte Allen lief am Sonntag 12 mal und machte MINUS 25 Yards.
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