Die Tiroler, die davor 2008, 2009 und 2011 den Eurobowl holten, schlitterten vor rund 5.000 Zuschauern in eine ihrer empfindlichsten Heimniederlagen.

Das Eurobowl-Finale findet in dieser Saison ohne die Swarco Raiders statt. Der amtierende Champion ist im Halbfinale der European Football League (EFL) vor 5.000 Zuschauern am Innsbrucker Tivoli nach einer deutlichen 3:35-Niederlage gegen die Calanda Broncos ausgeschieden. Zusätzlich schmerzhaft war das verletzungsbedingte Ausscheiden ihres Spielmachers Kyle Callahan.

Die Gäste aus Chur waren von Beginn an drückend überlegen und scorten mit ihren Legionären Steve Valentino und DJ Wolfe nach Belieben. Wolfe brauchte überhaupt nur zwei Spielzüge für zwei Touchdowns gegen eine Defense der Raiders, die weitgehend ratlos gegen die Angriffe der Schweizer Legionärstruppe wirkte. Ebenso harmlos agierte der Tiroler Angriff, der gerade einmal 154 Yards erzielte – die einzigen drei Punkte steuerte Kicker Dennis Wiehberg per Field Goal bei.

Am Ende durfte aber doch noch ein Österreicher jubeln: Der ehemalige AFL MVP, der Vorarlberger Christian Steffani, erzielte den letzten und gleichzeitig spektakulärsten Touchdown der Partie. Da er jedoch im Trikot der Calanda Broncos auflief, besiegelte er damit den deutlichen 3:35-Endstand aus Sicht der Hausherren.

EFL Halbfinale 2012

Swarco Raiders Tirol vs. Calanda Broncos 3:35
(0:14/3:14/0:0/0:7)
SA 16. Juni 2012 | 20:00 Uhr | Tivoli Stadion Innsbruck

Preview zum Spiel

„Raiders alt gegen Raiders neu“ – so hätte man die Begegnung vor dem Kickoff beschreiben können. Mit den Coaches Geoff Buffum, Dave Likins, Jakob Dieplinger sowie den Spielern Marko Glavic, Stefan Becker, Pascal Maier und Robert Zernicke kehrten gleich sieben ehemalige Innsbrucker auf den Tivoli zurück. Das versprach von Beginn an ein hoch emotionales Wiedersehen.

Die Viertelfinalspiele der beiden Mannschaften verliefen recht unterschiedlich: Während die Swarco Raiders gegen die Prague Panthers einen klaren Sieg feierten, mussten die Broncos bei den JCL Giants Graz bis zum Schluss alles geben, um erstmals unter die letzten vier des EFL-Bewerbs einzuziehen.

Obwohl die Raiders in der AFL noch nicht auf ganzer Linie überzeugen konnten, stand dem Team von Head Coach Shuan Fatah in der EFL der komplette Import-Kader zur Verfügung. Neben Kicker Dennis Wiehberg schienen die Tiroler mit den Legionären Talib Wise, Kyle Callahan, John Clements und Chris James auf europäischer Ebene noch eine Spur stärker aufgestellt als in der Bundesliga.

„Wer zuletzt stemmt, stemmt am besten“

Shuan Fatah gab vor dem Spiel die klare Marschroute vor: „Calanda will uns den Eurobowl wegnehmen. Wir werden alles tun, um das zu verhindern“, so der Erfolgstrainer im Vorfeld der Partie. „Man kann viel darüber spekulieren, wer gerade die Nummer 1 ist und sich Listen dazu ansehen. Das ist der Job der Medien. Am Ende ist aber jenes Team die Nummer 1, das den Pokal in die Höhe stemmt. Calanda ist eine individuell starke Legionärstruppe, wir kennen viele ihrer Spieler. Sie sind aber nicht fehlerlos und genau da werden wir ansetzen.“

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