Das Erbe von Paul Allen: Ein geplanter Abschied

Dass die Seahawks irgendwann verkauft werden würden, zeichnete sich bereits seit dem Tod des Microsoft-Mitbegründers Paul Allen im Jahr 2018 ab. Seine Schwester, Jody Allen, führt seither die Geschäfte, doch die testamentarischen Bestimmungen des Allen-Nachlasses (Paul G. Allen Estate) sehen vor, dass alle Sport-Franchises – dazu gehören auch die Portland Trail Blazers in der NBA – früher oder später veräußert werden müssen, um die Erlöse für wohltätige Zwecke zu verwenden.

The Seahawks make it official: They are for sale.

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— Ian Rapoport (@rapsheet.bsky.social) 18. Februar 2026 um 19:37

Mit dem jüngsten Titelgewinn in Santa Clara scheint nun der perfekte Moment gekommen zu sein. Die Franchise ist sportlich auf dem Gipfel, das Management stabil und die Fanbase („The 12s“) gilt als eine der loyalsten der gesamten Liga.

Milliarden-Pokern: Was kosten die Seahawks?

Experten gehen davon aus, dass der Verkauf der Seahawks neue Maßstäbe setzen wird. Während die Denver Broncos im Jahr 2022 für 4,65 Milliarden Dollar und die Washington Commanders 2023 für rund 6 Milliarden Dollar den Besitzer wechselten, wird für den amtierenden Champion aus Seattle eine Summe jenseits der 7-Milliarden-Marke erwartet.

Der Wert ergibt sich nicht nur aus dem sportlichen Erfolg, sondern auch aus der erstklassigen Infrastruktur und dem boomenden Markt im pazifischen Nordwesten der USA. Die NFL ist profitabler denn je, und der Status als „World Champion“ treibt den Preis in astronomische Höhen.

Verkaufspreise der letzten NFL-Teams
Verkaufspreise der letzten NFL-Teams
Potenzielle Käufer: Wer schnappt sich die „Hawks“?

Die Liste der potenziellen Interessenten ist kurz, aber prominent – denn nur eine Handvoll Menschen weltweit kann eine solche Summe aufbringen. Ganz oben auf der Liste der Gerüchteküche steht immer wieder Jeff Bezos. Der Amazon-Gründer hat seinen Hauptsitz in Seattle und verfügt über das nötige Kleingeld. Auch Steve Ballmer, der ehemalige Microsoft-Chef und aktuelle Besitzer der LA Clippers, wird immer wieder genannt, obwohl er bisher ein Engagement in der NFL dementierte.

Zudem wird über Investorengruppen spekuliert, denen auch ehemalige Sportgrößen angehören könnten. Ein Name, der in Seattle immer fällt, ist Russell Wilson, der zwar mittlerweile bei einem anderen Team spielt, aber eine tiefe Verbindung zur Stadt hat – allerdings bräuchte er für einen Kauf extrem potente Partner.

Bleibt das Team in Seattle?

Für die Fans in Washington State ist die wichtigste Frage: Muss man einen Umzug befürchten? Hier geben NFL-Insider Entwarnung. Die Liga hat kein Interesse daran, einen derart starken Markt wie Seattle aufzugeben. Zudem ist das Lumen Field eines der ikonischsten Stadien der NFL. Ein neuer Besitzer wird die Franchise aller Voraussicht nach in Seattle belassen, um auf der bestehenden Marke und der enormen Popularität aufzubauen.

Fazit für Football-Fans

Der Verkauf der Seattle Seahawks markiert das Ende einer Ära und den Beginn eines neuen Kapitels. Für die NFL bedeutet dies einen weiteren massiven Zufluss an Kapital und möglicherweise einen neuen „Owner-Typus“, der die Liga medial noch stärker pushen könnte. Für Football-Austria bleibt die Entwicklung spannend: Ein Champion, der den Besitzer wechselt, ist auch in der NFL-Geschichte eine absolute Rarität.

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