Nach einem zähen Start, die Gäste aus Madrid führten 3:0 und ließen in der Frühphase, auch wegen einer ganz starken Stuttgarter Redzone-Defense, gute Gelegenheiten für eine höhere Führung aus, kam Stuttgarts Offense spät in der ersten Hälfte in Fahrt und ging mit 21:3 in die Pause. In der zweiten Halbzeit ließ Stuttgart nichts mehr anbrennen und gewann am Ende verdient mit 41:17. Größter Wermutstropfen war eine mehrfach neben sich stehende Referee-Crew, die mit dem Spiel in etlichen Momenten heillos überfordert schien.
Das erste Halbfinale der ELF Saison lautet daher Munich Ravens vs. Stuttgart Surge und wird am kommenden Sonntag in Unterhaching gespielt.
The first 𝐒𝐞𝐦𝐢-𝐅𝐢𝐧𝐚𝐥 of 2025 is set pic.twitter.com/FSU2XgWd17
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Der Gegner der Vienna Vikings wird damit im morgigen Spiel (15:00 Uhr auf Prosieben Maxx) zwischen Kopenhagen (Nordic Storm) und Düsseldorf (Rhein Fire) ermitteltet.
Das Spiel:
Madrid startete mit der Offense und Quarterback Reid Sinnett stand von Beginn an unter Druck. Ein vermeintlicher Fumble wurde zum Glück für die Gäste als Incomplete Pass gewertet.
What a play right at the start of the game! Imagine if that had counted 👀 pic.twitter.com/f0rnQNvWad
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Ein 4th Down wurde ausgespielt, eine Strafe hielt den Drive am Leben. Das nächste ausgespielte 4th Down verwertete Sinnet selbst zum First Down. Es folgten QB Sacks für viel Raumverlust zum 4th & 26. Das wurde nicht mehr ausgespielt.
Der Punt Return zum Touchdown zählte nicht wegen erneuter Strafen gegen die Baden-Württemberger. Mit der Offense der Surge am Feld, ging die erste Strafe gegen Madrid wegen eines Face Masks an Quarterback Reilly Hennessey. Der wollte im Anschluss einen Hit out of Bounds provozieren, die Refs vielen auf die Mätzchen des US-Imports nicht hinein. Auch Stuttgart musste punten, nachdem das Flehen nach einer Pass Interference nach einer Incompletion beim 3rd Down auch nicht fruchtete.
Das erste Big Play, in einem Spiel in dem es vorerst um Field Position ging, erledigte Flores Calderon nach Pass von Sinnett, Justus Seelig, der zwischen den Plays nur humpelnd über das Feld ging, brachte vor dem ersten Seitenwechsel den Ball an Stuttgarts 16.
Das letzte Play wurde von Stuttgarts Head Coach Jordan Neuman mit einer Challenge Flag versehen. Er meinte einen Fumble gesehen zu haben, die TV-Bilder zeigten, dass Seelig down war.
Madrid in der Redzone #1
Sinnet ging Richtung Endzone, das funktionierte in drei Versuchen leidlich. Bei 4th & 2 bleib die Offense der Madrilenen wieder am Feld, der Pass incomplete, aber wieder gab es eine Strafe, dieses Mal gegen beide Teams – der vierte Versuch wurde wiederholt – incomplete. Reid Sinnet beschwerte sich über ein Tackle unterhalb der Hüfte – zurecht, aber auch hier hatten die Offiziellen kein Ohr für Beschwerden.
Stuttgart wieder mit der Offense am Feld, die gleich wieder runter musste. Eine Interception von Pablo de Diego brachte Sinnet & Co gleich wieder zurück.
Interception by Pablo De Diego! The Bravos are back on the ball 👀
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Madrid in der Redzone #2
Wieder gab es Strafe gegen Stuttgart, stets begleitet von deutlichen Unmutsbekundungen des Heimpublikums. Madrid spielte, erneut in Field Goal-Range, erneut ein 4th Down aus. Sinnett erledigte das, das Vertrauen in ihren Kicker schien nicht allzu groß. Wieder gab es nach der Incompletion Beschwerden an die Refs, aber Aron Cruickshank musste den Call wie alle zuvor hinnehmen. Nach einer weiteren Strafe gegen Madrid (Delay of Game) verwertete Alvaro Peñas Orjas aus 30 Yards zum 0:3. Madrid stand zwei Mal innerhalb der 10 Stuttgarts und brachte dabei ganze drei Punkte aufs Scoreboard. Das sollte sich rächen.
Daniel Pedro with a huge return and the first big play of the game 😮💨
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Der Kickoff-Return der Stuttgarter – ein Monster Play von Daniel Pedro, der erst an Madrids 13 Out of Bounds gedrängt werden konnte. Jordan Bouah besorgte das First & Goal für Stuttgart. Den ersten Touchdown in der Post Season der ELF Saison 2025 machte Kai Hunter für Stuttgart zum 7:3 (PAT Timo Bronn).
Kai Hunter rushes for two yards into the endzone! Touchdown Stuttgart Surge ⚡️
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Den leider sehr schwachen Referees entglitt die Partie dann vollends, es wurden schwere Fouls auf beiden Seiten übersehen, die Spieler behielten dabei zum Glück kühlen Kopf, offenbar auch im Wissen um die überschaubaren Kompetenzen der Crew. Aber in einem Playoff-Spiel solche Zebras in die Serengeti zu schicken, das kann man durchaus als weitere Baustelle in der ELF sehen.
Stuttgart zog in Sekunden davon
Der Drive der Bravos ging in die 2-Minute Warning, aber man kam (auch wegen Strafen) nicht vom Fleck. Surge bekam nochmal den Ball in der ersten Hälfte. Und das nutzten sie eiskalt aus: Reilly Hennessey feuerte auf Louis Geyer zum (PAT Timo Bronn).
Beautiful pass from Reilly Hennessey to Geyer who takes it all the way for the touchdown! Surge lead gets bigger 😮💨
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Es kam noch schlimmer für Madrid. Ein Strip Sack (Robert Lachmann mit der Recovery) an Sinnett und Surge hatte den Ball 35 Sekunden vor der Pause den Ball wieder in den Händen. Reilly Hennessey passte über 29 Yards auf Michael Harley Jr. zum 21:3 (PAT Timo Bronn). Die Spanier gaben binnen ein paar gespielten Sekunden das Spiel weg.
Right into the corner! Another touchdown by Hennessey and Harley Jr 🤯
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Die zweite Hälfte
Sie begann mit einer weiteren katastrophalen Fehlentscheidung. Ein Fumble bei Stuttgarts Return wurde von Madrids Head Coach Andrew Weidinger gechallenged. In den TV Bildern war der Fumble erkennbar, die Referees waren aber nicht imstande diesen zu identifizieren und blieben bei ihrem Call. Spätestens an der Stelle hätte die gesamte Crew von Referee John Haentjens vom Feld gehört. Man kann nur hoffen, dass bei den verbleibenden drei Spielen keine solche horrenden Fehler passieren.
„Ein Drive, der nie starten hätte dürfen“ (Original Kommentar Prosieben Maxx) führte zum 28:3 (Reilly Hennessey) für die Stuttgarter.
Referees weiter im Fokus
Zum Glück waren die indisponierten Schiedsrichter:innen nicht verantwortlich für Madrids Niederlage, deren hoch gejazzte Offense im dritten Viertel nur anwesend war, aber nicht stattfand. Die Referees übersahen dann auch ein Fumble der Madrilenen, eine Challenge von Jordan Neuman war die logische Folge. Wieder zeigten die TV-Bilder dass die Challenge richtig war, wieder sahen das die Offiziellen anders. Quasi der Ausgleich an krassen Fehlentscheidungen im dritten Viertel. Stuttgart damit ohne weiterer Möglichkeit einer Challenge – für dieses Spiel war es mehr oder weniger auch egal.
Quarterback Sinnets Punt zum Start des letzten Viertels wurde von Raphael Zistler geblockt und von Marko Vidackovic zum 34:3 retourniert. Der PAT von Bronn war nicht gut.
Madrid mit Moral
Was sah man noch von der statistisch besten Offense der Liga? Zuerst ihren ersten Touchdown im Spiel von der US-Kombo Sinnet-Cruickshank zum 34:9, die Two-Point-Conversion war nicht gut.
Aron Cruickshank scores! Touchdown for the Bravos 🙌
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Die Geschichte des letzten Viertels, es war eigentlich schon die Garbage Time, wurde dann zunächst von den Bravos geschrieben. Ein weiterer Touchdown der Gäste – Reid Sinnett auf Sixten Dragan – markierte das 34:17 (Two-Point-Conversion Aron Cruickshank). Als Cruickshank danach auch noch den Onside-Kick eroberte, wachte alles auf Seiten der Surge wieder auf. Es waren immerhin noch sieben Minuten auf der Uhr. Doch das Pulver der Iberer war damit auch verschossen – ein Turnover on Downs schloss das kleine Fenster wieder.
Bravos perform a successful onside kick! Maybe a wake up call? 👀
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Danach kam es noch zu einer unschönen Szene. Ein Spieler der Bravos kam nach einem Play aufs Spiel, stieß einen Stuttgarter um, der zuvor mit seinem Bruder aneinander geraten war. Das mündete in einem Ausschluss des wilden Stiers aus Madrid.
Ein Spieler ohne Pads und Helm der Madrid Bravos kommt nach einem Play gegen Stuttgart aufs Feld um „mit zu spielen“.
Outcome: Unsportlichkeit gegen Madrid und Stuttgart beim Play. Nach diesem: Unsportlichkeit Madrid und Ausschluss des Spielers. pic.twitter.com/zCPQqbqJe2
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Einen Score gab es auch noch: Reilly Hennessey traf über 34 Yards ein weiteres Mal Louis Geyer zum 41:17 (PAT Timo Bronn).
34-yard touchdown by Louis Geyer and the next points for the Stuttgart Surge pic.twitter.com/ktrVwELEtL
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Fazit:
Die NFL erfahrenen Herren der Bravos wurden von den Surge über das gesamte Spiel betrachtet für ihre Verhältnisse durchaus ruhig gestellt. Die individuellen Matchups zwischen deutschen und spanischen Spielern spiegelte auch das Ergebnis wider. Die Iberer haben gut gescoutet, sich dadurch auch top verstärkt, ihre Homegrowns sind an einigen Positionen europäisch aber nur zweitklassig. So ging es in der Regular Season gut dahin, wobei sie auch in der gegen die Top Teams verloren haben. Gegen den bisher stärksten Gegner wurden ihre Mankos ebenso offensichtlich, wie auch die Basis ihrer starken Statistiken auf Spielen gegen die sieglosen Mercenaries und Centurions, so wie gegen Fehervar und Hamburg basieren. Die eigentlichen Highlights waren ihre zwei knappen Spiele gegen München, die allerdings beide verloren gingen. Gegen Stuttgart sah man davon nur mehr wenig, womit Surge auch der leichte Favorit im Semifinale von München sein darf.
ELF Wild Card
#3 Stuttgart Surge (11-2) vs. #6 Madrid Bravos (8-5) 41:17
(0:0/21:3/7:0/13:14)
SA 23. August 2025 15:00 Uhr · GAZi-Stadion auf der Waldau Stuttgart
Sonntag:
#4 Nordic Storm (10-2) vs. #5 Rhein Fire (8-4)
SO 24. August 2025 15:00 Uhr · Gladsaxe Stadion Kopenhagen
ELF Playoff
#1 Vienna Vikings vs. #4 Nordic Storm/# 5 Rhein Fire
SA 30. August 2025 15:00 Uhr · Stadion Hohe Warte Wien
→ Tickets
#2 Munich Ravens vs. #3 Stuttgart Surge
SO 31. August 2025 15:00 Uhr · Sportpark Unterhaching





















