Acht Teams aus sechs Ländern gehen an den Start. Es wird wieder in zwei Gruppen mit Playoffs gespielt. Der genaue Spielmodus und Zeitplan wird in einem Ligameeting Mitte Dezember mit den teilnehmenden Teams abgestimmt.

Die Teilnehmer der Central-European-Football-League 2008:
Budapest Cowboys (HUN)
Novi Sad Dukes (SER)
ASVÖ Gladiators (AUT)
Bratislava Monarchs (SVK)
Ljubljana Silverhawks (SLO)
Zagreb Thunder (CRO)
Beograd Vukovi (SER)
Budapest Wolves (HUN)

Die CEFL-Macher sind davon überzeugt, dass die Liga noch stärker wird, als jene im abgelaufenen Jahr. Die Bratislava Monarchs spielten zuletzt elf Jahre in der Tschechischen Liga mit, im Vorjahr fuhren sie in der Pre-Season einen Kantersieg gegen die Vienna Knights ein. Man sieht sich im Vergleich zu Österreich im oberen Bereich der Division I, wo sich auch die Budapest Wolves zuletzt aufhielten, die 2008 auf einen Start in Österreich zu Gunsten der CEFL verzichten. Budapest und Belgrad sieht man auf einem Weg auf dem sie sich "dynamisch entwickeln" und innerhalb der Region neue Standards setzen. Die Cowboys aus Budapest setzen auf eine andere Philosophie als die Wolves, sind in ihren Reihen sehr viele US-Amerikaner tätig. Mit diesem Konzept degradierte man im Vorjahr die zweite Liga in Ungarn samt und sonders zu Statisten, die Wolves spüren bereits, dass hier ein ernsthafter Konkurrent heranwächst, der einen anderen Weg geht.

Laibach wächst
Gute Nachrichten gibt es auch aus Ljubljana. Aufgrund der NFL-Übertragungen in Slowenien, entstand ein starker Zulauf an neuen Spielern. Sind das auch gute Nachrichten für die Nachbarn aus Kärnten? Die Black Lions wollen gemeinsam mit den Gladiators in die CEFL einsteigen und eine Spielgemeinschaft dafür gründen. Ob sie dafür grünes Licht aus Österreich bekommen ist fraglich, der CEFL selbst ist bekanntlich alles recht was ein Team stärker macht. "Es gibt momentan keine Ängste, dass ein Teilnehmer aus Österreich zu stark sein könnte für die CEFL", sagt der Delegierte Gabriel Dielacher. "Die Gladiators waren am Ende ja nicht mehr ganz bei der Musik dabei, daher wäre es uns sogar sehr recht, wenn sie sich personell verstärken. Sportlich wollen wir zusammen in den nächsten Jahren den Anschluss an Europas erste Klasse schaffen. Auch mit Aktionismus und Förderungen."

Beograd Vukovi verfügt derzeit über einen Kader von 160 Spielern. Ihre U-19 (gleichzeitig Vukovi II) wird in der serbischen Meisterschaft mitmischen. Novi Sad wird voraussichtlich auf die Teilnahme an der serbischen Meisterschaft verzichten und sich ausschließlich auf die CEFL konzentrieren. Im Frühjahr plant man in Belgrad ein Drei, bzw. Vier-Länder Juniorenturnier – voraussichtlich wird hierzu auch die Einladung an ein österreichisches Team erfolgen. Generell möchte man im kommenden Jahr verstärkt Akzente in Richtung Jugendarbeit setzen.

Selektion – weniger ist mehr
So offen man bei der CEFL Spielgemeinschaften und Aufstockungen gegenübersteht, so konsequent geht man mit Teams um die den Standard nicht halten können. Wie schon in der ersten Saison 2006 (Legionaries), musste auch am Ende der zweiten Spielzeit der Letztplazierte die Liga wieder verlassen. Die Kragujevac Wild Boars, immerhin Champion 06, bekamen nach einer Verjüngungskur im Team keinen Fuß mehr auf den Boden und sind nun vorerst raus. Sie sollen sich ein Jahr lang in der serbischen Liga konsolidieren.

Zudem gab es für die kommende Saison eine Vielzahl an Bewerbern, die man nicht – oder noch nicht – aufgenommen hat. Teams aus Russland, Türkei, Österreich, Deutschland, Bulgarien, Rumänien und Polen wollten teilnehmen. Dafür waren nicht immer sportliche Gründe ausschlaggebend. Dielacher dazu: "Wir versuchen die Struktur regional kompakt und damit finanzierbar zu halten. Aus verschiedenen Gründen glauben wir, dass Football in Zentraleuropa ein hohes Entwicklungspotential hat und versuchen, über das CEFL-Projekt, diese Entwicklung mitzugestalten. Mit den teilnehmenden Teams testen wir hier lokale Strukturen, bzw. versuchen, gute lokale Strukturen in Ihrer Entwicklung zu fördern, dies um mit einem ausgewählten Set von ambitionierten Vereinsstrukturen eines Tages eine höhere Entwicklungsstufe zu erreichen."

Expansion also ja – aber die Sache muß langsam wachsen und für alle leistbar bleiben. Vor allem für die CEFL selbst, die über Sponsoren erneut Geld in die Spielserie bringt. Auch im kommenden Jahr wird wieder um Startgelder für die Folgesaison gekämpft. Finanziert wird der Ligabetrieb über Sponsorgelder, Verkauf von Werbezeit im TV, sowie durch Aktivitäten aus dem Football-Umfeld – wie zum Beispiel dem Projekt Ultimate Gear. Über einen zentralisierten Einkauf und Vertrieb von Football-Equipment werden hier Retail- und Großhandelsmargen, die ansonsten von Firmen eingesackt werden, wieder Projekten rund um den Footballsport zugeführt. Die Teilnahme der serbischen Nationalmannschaft an der EM in Wolfsberg war auch einer dieser von Ultimate Gear geförderten Projekte.

Mehr Spiele im TV
Derzeit werden Verhandlungen mit Sponsoren und TV-Stationen hinsichtlich einer Erweiterung der TV-Präsenz geführt, mit der Zielsetzung im kommenden Jahr sechs bis acht CEFL-Spiele live zu übertragen. Mit einer, laut TV-Ratings, Zuseherpräsenz von 82.000 bei der CEFL-Bowl (Halbfinale 72.000) konnte man zwar einen Achtungserfolg erzielen, zufrieden gibt man sich damit jedoch nicht. Man erwartet sich sechsstellige TV-Zuschauerzahlen.

CEFL-Organisation

Nach aussen hin wird die CEFL derzwit von vier Personen mit unterschiedlichen und sich ergänzenden Aufgabenbereichen verschiedensten Backgrounds gemanaged. Eine Erweiterung des Teams im Verlauf ist nicht ausgeschlossen.

Die CEFL verfügt über Bürostützpunkte in Wien, Zagreb, Belgrad, Athen und den USA.

Goran Nisavic
Gelernter Jurist – in den USA studiert. Nisavic hat sich im Rahmen der Studentenproteste gegen Slobodan Milosevic, sowie als Konzertveranstalter einen Namen gemacht ist in Belgrad gut vernetzt und zuständig für Organisation/Sponsoring/Marketing.

Gabriel Dielacher
Ehemaliger Spieler und erster MVP der Graz Giants. Betriebswirt/Investmentbanker – Medienunternehmer in Serbien/Kroatien. Er ist für Fund Raising/Medien/strategische Entwicklung verantwortlich.

George Sarcevich
US-Amerikaner serbischer Abstammung. Vormals Banker bei Goldman Sachs und gut vernetzt im professionellen US-Football-Umfeld. Sarcevich war Starting Offensive Tackle auf der Princeton University und hat einige NFL-Tryouts absolviert. Internationale Beziehungen/Sponsoring/Strategische Positionierung ist sein Metier.

Vuk Mitrovic
Gebürtiger Serbe, lebt seit 15 Jahren in Athen und handelt mit Sport-TV-Rechten. Mitrovic ist auch Eigentümer regionaler NFL-Übertragungsrechte. Er steht für die Positionierung der CEFL im TV & ebenfalls Fund Raising.

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