Mittwoch fand die Pressekonferenz zum Kickoff der Austrian Football League 2010 im Spiegelsaal des Haus des Sports statt. Neben Medienvertretern, unter anderem waren PULS 4 und der ORF vor Ort, waren Vertreter von sieben der insgesamt acht AFL-Teams anwesend. Die Swarco Raiders waren aufgrund eines verpassten Fluges per Skype-Konferenzschaltung auf der Videoleinwand mit dabei. Die Austrian Bowl wird heuer zum ersten Mal im Innsbrucker Tivoli Stadion ausgetragen.
Verbandspräsident Michael Eschlböck eröffnete die Pressekonferenz mit der Vorstellung aller Teams und der Erklärung der bekannten drei Säulen des AFBÖ – Tacklefootball, Flagfootball und Cheerleading. Danach übergab er das Wort an Lila Haag, Coach des Tacklefootball-Frauennationalteams und der Vikings Ladies. Haag informierte über die Damen-WM in Stockholm, bei der Vertreterinnen aus sechs Nationen gegeneinander antreten. Das Eröffnungsspiel findet gegen die USA statt und der Kader der österreichischen Damen umfasst 48 Spielerinnen. Auf deren Ziel angesprochen erklärte Haag, dass eine Medaille natürlich ‚genial‘ wäre. Eschlböck gab noch Hintergrundinformation zum Damen-Tacklefootball und ruft zum Spenden für das Damen-Nationalteam auf. ‚Es sind noch ein paar Kilometer bis Stockholm.‘

Die Qualifikation für die A-EM sei letztes Jahr in Wolfsberg mehr als eindrucksvoll gelungen, so Eschlböck, und merkt die Unterstützung des Nationalteams durch das Team Rot Weiss Rot an.

Als erstes wird zum Thema AFL die laufende Erhöhung des Spielniveaus angesprochen, die es allerdings für die Division I immer schwieriger macht, die Lücke zur AFL zu schließen. Der Modus der AFL sei ‚in Stein gemeißelt‘ – lediglich die Spieltermine werden im Jahr 2011 umgedreht. 

Damit wurde zu den Klubstatements übergeleitet. Chris Calaycay, Head Coach der Raiffeisen Vikings, möchte in der Saison 2010 auf den Erfolg der letzten Jahre aufbauen. Dreh- und Angelpunkt dafür wird wohl wieder der österreichische Quarterback Christoph Gross sein. Die AFL sei die härteste Liga in Europa und besonders interessant daran sei, dass jeder jeden schlagen könne.

Giants-HC Rick Rhoades sei quasi der österreichische Doppeladler, so Eschlböck, einerseits als Head Coach der Turek Graz Giants im Einsatz und auf der anderen Seite der Head Coach des österreichischen Nationalteams. Die Grenzen verschwimmen mitunter schnell, so Rhoades, so kann es schon passieren, dass ihn mitten in der Arbeit für die Giants ein Anruf bezüglich des Nationalteams erreicht. Als einzigartige Erfahrung beschreibt Rhoades seine Arbeit, und hebt hervor, dass die Teams der AFL sich jede Woche am Feld gegenüberstehen – ‚We literally try to kill each other every week‘ – um dann im Nationalteam gemeinsam ihr Bestes zu geben.


 

Alexander Narobe, Präsident und Sportlicher Leiter der Salzburg Bulls, sieht dieselben in der AFL auf gleicher Höhe mit den St. Pölten Invaders und den Black Lions. Die Bulls sind wieder zurück in der AFL, wieder dort, wo sie in den 80er Jahren waren. Damals wurden aus finanziellen und spielerischen Gründen der Abstieg beschlossen. Das Saisonziel ist das ‚Reizen der vier Großen‘ und das Hinarbeiten auf die Saison 2012, in der man dann weiter oben mitmischen will.

Der Assistant Coach der Prague Panthers ist seit 1999 in das tschechische Liga-Geschehen involviert. Die Prague Panthers sind elffacher tschechischer Meister mit einer Dreijahresrecord von 40-1 (lassen sie sich das einmal auf der Zunge zergehen) und froh, nun in der AFL mitmischen zu können. ‚It‘s gonna be tough in the AFL!‘ Froh sei man über den neuen Spieler der Prager, der ein alter Spieler der WIkinger ist: Clinton Graham. Es sei sehr hilfreich, einen Spieler zu haben, der bereits Erfahrung mit der AFL gesammelt habe und auf die Frage, ob der Gewinn der Austrian Bowl das Ziel der Prager wäre, ist die klare Antwort es ‚Yes!‘

Laut Ivan Zivko, Head Coach der Danube Dragons, war der Plan der Saison 2006, in vier Jahren die Austrian Bowl zu erreichen. Das Jahr 2010 ist erreicht und die Mannschaft mental dazu bereit.

Dirty South außer Rand und Band
Manfred Mocher, Präsident der Carinthian Black Lions, erklärte einen Sieg gegen die Dragons zum erklärten Ziel der Saison und schwenkte dann über zum verlorenen Antrag auf Anerkennung eines Ö-Klasse-Status vom ehemaligen Collegespieler und Gladiators-GM Mike Dougherty. ‚Beschämend‘ sei es, dass dem Antrag nicht stattgegeben wurde, so Mocher. Die Ermahnung Michael Eschlböcks, dieses Thema nicht auf der Pressekonferenz zu erläutern, fruchtete nicht. ‚Damit habe ich gerechnet‘, so Mocher, verriet dann den neuen Beinamen des Teams, ‚Dirty South‘, zitierte aus dem Kärntner Landeslied die Zeile ‚Wo man mit Blut die Grenze schrieb‘, und erklärte den Zusammenhang darin, dass das Team der Black Lions in Zukunft schmutzig spielen wird, ‚besonders gegen Dragons und Raiders‘, so Mocher. Weiters beschwerte sich der Black Lions Präsident über die Referees beim Wild Card Spiel der Black Lions gegen die Dragons aus dem Jahr 2009 ("…spielten mit 15 Mann gegen uns") und darüber, dass für die Black Lions ab heuer die gleichen Import Regeln wie für alle anderen Klubs gelten. Die Kärntner gingen davon aus, dass sie auch 2010 einen US-Amerikaner mehr am Feld stehen haben dürfen als der Gegner, dieser Vorteil wurde ihnen aber genommen.

Den Abschluss der Fragerunde bildeten Swarco Raiders- Runningback Florian Grein und Head Coach Santos Carillo, die per Skype von der Videoleinwand winken. Flo Grein ist nach gelungener Knie-Operation zufrieden mit dem Verlauf der Reha und antwortet auf die Frage, warum man sich denn für einen Running Back als Import entschieden habe, dass bei den Receivern im Kader genug Tiefe vorhanden wäre und man sich nicht sicher war, wie fit Grein bis zum Saisonstart sein würde. Ida Kreutzer/red

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