Die sportliche Krise bei den Raiders Tirol führt zu personellen Konsequenzen in der Führungsetage. Wie die Tiroler in einer Aussendung bekannt gaben, trennen sich der Verein und der Sportliche Leiter Football, Ulz Däuber, mit Ende der laufenden EFA-Saison. Die einvernehmliche Entscheidung ist das Ergebnis einer internen sportlichen Analyse.
Die Nachricht kommt nach den sportlich enttäuschenden Wochen in Innsbruck nicht unerwartet. Die Tiroler stecken seit geraumer Zeit in einer historischen sportlichen Krise. Nun zieht die Vereinsführung die ersten Konsequenzen für eine Neuausrichtung.
Fatah übernimmt
Bis zum tatsächlichen Ende der aktuellen EFA-Spielzeit wird Ulz Däuber die organisatorischen und administrativen Agenden in Innsbruck weiterführen. Auf sportlicher Ebene gibt es jedoch eine sofortige Änderung. Head Coach Shuan Fatah übernimmt ab sofort die alleinige Verantwortung für das zukünftige Recruitment sowie das europaweite Scouting neuer Spieler.
Däuber kam im August 2023 nach Innsbruck und verantwortete seitdem den sportlichen Bereich der Tackle-Football-Sektion. Unter seiner Regie wurde eine einheitliche Spielphilosophie über alle Teams etabliert, so die Raiders auf ihrer Webseite. Damit sollte der heimische Nachwuchs nachhaltig an das EFA-Team herangeführt werden. Zudem war er laut Vereinsangaben maßgeblich an der Installation des Damen-Teams sowie des Special-Mix-Teams der Raiders beteiligt.
Die sportliche Bilanz der Kampfmannschaften in Zahlen
Während die strukturelle Arbeit im Hintergrund gelobt wird, sprechen die nackten Zahlen der beiden Kampfmannschaften der Herren eine andere Sprache. In den vergangenen drei Jahren gelang unter Däubers sportlicher Leitung keine einzige Playoff-Teilnahme auf internationaler oder nationaler Ebene.
Europa-Franchise (ELF und EFA):
Nach einem soliden Start in den ersten beiden Jahren folgte ab 2025 der sportliche Absturz der Kampfmannschaft auf europäischer Bühne. In der laufenden Saison wartet das Team noch auf den ersten Sieg.
- ELF 2023 und 2024: Jeweils eine Bilanz von 8-4
- ELF 2025: Bilanz von 6-6
- EFA 2026: Bisher eine sieglose Bilanz von 0-7
- Gesamtbilanz Europa: 22-21 (Keine Playoff-Teilnahme)
AFL (Austrian Football League):
Ebenso deutlich liest sich die sportliche Talfahrt in der nationalen Meisterschaft. Hier verloren die Tiroler komplett den Anschluss an die österreichische Spitze:
- AFL 2023: 3-7
- AFL 2024: 4-6
- AFL 2025: 2-8
- AFL 2026: 0-10
- Gesamtbilanz AFL: 9-31 (Keine Playoff-Teilnahme)
Erfolge im Damen- und Nachwuchsbereich
Positiver verlief die Amtszeit von Däuber hingegen abseits der Herren-Kampfmannschaften. In einer Tiroler Spielgemeinschaft sicherten sich die Raiders-Frauen 2024 und 2025 den österreichischen Meistertitel. Auch in der heurigen Saison steht das Team bereits wieder im Finale der Ladies Bowl.
Ebenso blickt die Nachwuchsabteilung auf erfolgreiche Jahre zurück. Die Jugendprogramme sicherten sich in Däubers Ära mehrere Titel. So holte die U14 im Jahr 2023 die Meisterschaft nach Innsbruck, während die U18-Mannschaft in den Jahren 2024 und 2025 jeweils den Meistertitel feierte.
Die Stimmen zur Trennung
Der scheidende sportliche Leiter verabschiedete sich in der Aussendung dankbar: „Es waren drei sehr intensive und spannende Jahre, in denen wir viele strukturelle Anpassungen und neue Impulse setzen konnten. Ich hoffe, dass die Maßnahmen dem Verein in Zukunft den Erfolg bringen, den dieses Programm verdient.“
Geschäftsführer Markus Wieser fand ebenfalls lobende Worte für den scheidenden Funktionär. Däuber habe den Verein durch sein Know-how bereichert und die sportlichen Weichen für die Zukunft gestellt. Man danke ihm von Herzen für seinen unermüdlichen Einsatz.
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