Was für ein Krimi in Innsbruck! Die Raiders Tirol mussten sich in einem wahren Offensiv-Spektakel den Prague Lions denkbar knapp mit 44:45 geschlagen geben. Bei extremer Hitze im Tivoli Stadion erlebten die Fans ein Auf und Ab der Gefühle, das an Dramatik kaum zu überbieten war und erst drei Sekunden vor dem Ende ein bitteres Ende fand. Damit warten die Tiroler in der European Football Alliance (EFA) weiterhin auf den ersten Saisonsieg.
Der Start in den speziellen Salute-to-Service-Jerseys verlief für die Hausherren extrem holprig. Zwei Interceptions von Quarterback Steven Krajewski brachten die Prague Lions früh in aussichtsreiche Feldpositionen. Nach einem Field Goal der Gäste war es Aleksandar Borković, der per Pick-Six sogar für die frühe 10:0-Führung der Tschechen sorgte, während die Tiroler zunächst nur nach Schadensbegrenzung suchten.
Fehlstart und heroische Aufholjagd
Erst ein sehenswerter Sack von Precious Ogbevoen im zweiten Viertel schien die Raiders rechtzeitig aufwachen zu lassen. Plötzlich fand die Offensive ihren Rhythmus: Adrian Platzgummer verkürzte nach einem tiefen Pass von Krajewski auf 7:10, ehe Lukas Haslwanter sich mit einem energischen Lauf durch die Defense-Line tankte und die erste Führung der Gastgeber herstellte. Ein herber Dämpfer folgte jedoch kurz vor der Pause: Eine Interception der Tiroler Defense wurde wegen einer Strafe zurückgenommen. Die Lions nutzten diese zweite Chance eiskalt aus und gingen mit einer 17:13-Führung in die Halbzeit.
Nach dem Seitenwechsel sorgte die Tiroler Defensive für den nächsten großen Wendepunkt. Erneut war es Precious Ogbevoen, der dem Prager Angreifer den Ball aus den Händen schlug, ehe Stanley Aronokhale den Fumble sicherte. Zwar sprang für die Raiders zunächst nur ein Field Goal zum 16:17 heraus, doch der Ballgewinn verlieh den Hausherren sichtbar neuen Schwung für einen offenen Schlagabtausch.
Völliges Chaos im Schlussviertel
Im Schlussviertel überschlugen sich die Ereignisse endgültig, als beide Offensiv-Reihen jegliche Fesseln ablegten. Felix Kantner fing einen tiefen Pass spektakulär in dreifacher Deckung, ehe Tim Tonko per Rushing-Touchdown und J’Kalon Carter per Two-Point-Conversion auf 24:24 stellten. Nachdem Benedikt Dorner der Offensive mit einem kritischen Third-Down-Sack den Rücken freihielt, fand Krajewski Carter mit einem perfekt getimten tiefen Pass. Der US-Amerikaner blieb trotz eines Tackling-Versuchs auf den Beinen und schob zur Führung ein. Die Lions konterten jedoch umgehend mit einem langen Touchdown auf William Patterson zum 31:31.
Angesichts der schwindenden Spielzeit setzten die Raiders nun vermehrt auf das Laufspiel über Tobias Bonatti und Adrian Platzgummer, um wertvolle Sekunden von der Uhr zu nehmen. Der Plan schien aufzugehen, als Tim Tonko eine Lücke in der Line perfekt nutzte und zur 38:31-Führung sprintete. Doch Prag glich vier Minuten vor dem Ende erneut aus.
Wieder schien die Partie zu kippen – doch J’Kalon Carter hatte die vermeintliche Antwort parat: Nach einem kurzen Pass von Krajewski zündete der US-Receiver den Turbo und lief zu seinem zweiten Touchdown des Spiels zur 44:38-Führung. Der anschließende Extrapunkt-Versuch ging allerdings daneben, was den Tschechen die Tür für den Sieg in der regulären Spielzeit einen Spalt offenließ.
Bitteres Ende in den Schlusssekunden
Der letzte Drive der Prague Lions verlief chaotisch und war von harten Strafen auf beiden Seiten geprägt. Nur sechs Sekunden vor dem Ende schien die Tiroler Defense die Endzone erfolgreich zu verteidigen, doch Lions-Quarterback Henderson fand Matyáš Bílý für den Ausgleich. Der anschließende Extrapunkt saß – 45:44 für die Prague Lions, drei Sekunden vor dem Ende. Der finale Hail-Mary-Versuch der Raiders endete schließlich in einer Interception, womit die Tiroler nach einem intensiven Offensivduell die fünfte Niederlage im fünften Spiel hinnehmen müssen.
EFA WEEK 7
Raiders Tirol (0-5) vs. Prague Lions (1-5) 44:45
(0:10/13:7/3:7/28:21)
Sa. 27.06 | 18:00 Uhr | 📍 Tivoli Stadion, Innsbruck
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Dieses Spiel als Offensiv Spektakel zusammenzufassen find ich erheiternd…. Ich sah völlig überforderte D#es und haufenweise individuelle Fehler wie Missed Tackles, Interceptions…. Spätestens wenn man sich noch die AFL Mannschaft ansieht sollte langsam mal Feuer unter dem Dach in Innsbruck sein. Man kann ja nicht mal von Stillstand sprechen, es geht seit mehreren Jahren bei beiden Tackle-Teams eher im Rückwärtsgang. Der Fisch stinkt hier vom Kopf, und u.a. Däuber soll schon mal anfangen seine Sachen zu packen. Am meisten tuts mit für Coach Shuan leid; er hätte besseres verdient. Trotzdem Respekt an die Spieler die hier zumeist für kleinstes Geld… Weiterlesen »