Ein bitterer Abend für die Raiders Tirol in der European Football Alliance (EFA)! Am vierten Spieltag der regulären Saison schnupperten die Tiroler im traditionsreichen Stade Bauer lange Zeit am ersten Saisonsieg. Nach einer kämpferisch überragenden Leistung ging die Mannschaft von Shuan Fatah mit einer verdienten Führung in die Kabine. Am Ende entschied ein Pariser Touchdown nur 16 Sekunden vor dem Schlusspfiff eine dramatische Partie, die bis zur allerletzten Sekunde auf des Messers Schneide stand.
Die Ausgangslage vor dem Kickoff in Frankreich war für die Raiders (0-4) bereits maximal druckvoll. Nach drei Auftaktpleiten musste dringend ein Befreiungsschlag her. Die Zuschauer erlebten ein Wechselbad der Gefühle, geprägt von defensiven Big Plays, spektakulären Touchdowns und einem tragischen Ende aus österreichischer Sicht.
Paris Musketeers vs. Raiders Tirol 24:17
Viertelscores: (7:3/3:14/0:0/14:0) | Sa. 13.06.2026 | 18:00 Uhr | 📍 Stade Bauer, Paris
Der Start in die Partie verlief für die Gäste holprig. Quarterback Steven Krajewski suchte seinen neuen Receiver J’Kalon Carter früh tief, überwarf ihn jedoch deutlich. Auf der Gegenseite fackelte Paris-Spielmacher Zach Edwards nicht lange. Ein tiefer 51-Yard-Pass auf Austin Mitchell brachte die Musketeers sofort in die Red Zone. Wenige Spielzüge später bediente Edwards Hugo Tekedam in der Endzone zum schnellen 0:7 nach dem Extrapunkt (PAT).
Mitte des ersten Viertels fanden die Tiroler ihren Rhythmus. Angeführt von einem starken Laufspiel über Lukas Haslwanter marschierten die Raiders über das Feld. Zwar verhinderte ein Sack von Roderick Daniels den ganz großen Coup, doch Kicker Jonata Loria verkürzte per 27-Yard-Field-Goal auf 3:7.
Defensives Big Play läutet die Tiroler Führung ein
Das zweite Viertel begann mit einem Paukenschlag der Tiroler Defensive. Tim Unger schlug Paris-Quarterback Edwards bei einem Lauf den Ball aus den Händen. Jan Mayerhofer sicherte das Ei reaktionsschnell für die Raiders. Die Offense nutzte das Momentum eiskalt aus. Nach starken Läufen von Tobias Bonatti bediente Krajewski Marco Schneider mit einem schnellen Pass. Schneider ließ mehrere Verteidiger stehen und lief zum 10:7.
Nach einem zwischenzeitlichen Ausgleich der Franzosen durch ein Field Goal von Dean Faithfull blieben die Raiders ihrer Linie treu. Pässe auf Carter und Lorenzo Bassi brachten die Tiroler wieder kurz vor die gegnerische Endzone. Direkt nach der Two-Minute-Warning nahm Krajewski das Heft selbst in die Hand. Der US-Amerikaner fand eine Lücke in der Pariser Defense und brachte den Ball im Fallen über die Goalline. Mit einer verdienten 17:10-Führung für die Tiroler ging es in die Halbzeitpause.
Verletzungsschock und verpasste Chancen
Nach dem Seitenwechsel überschattete ein Schockmoment die Partie. Der Pariser Top-Receiver Austin Mitchell verletzte sich schwer und musste unter dem Applaus der Fans per Trage vom Feld gebracht werden. Das Spiel war für längere Zeit unterbrochen.
Sportlich entwickelte sich das dritte Viertel zu einer intensiven Abwehrschlacht. Die Raiders-Verteidigung glänzte, als sie einen Field-Goal-Versuch der Musketeers blockte und den freien Ball sicherte. Kurz vor der letzten Viertelpause bot sich den Tirolern die Riesenchance zur Vorentscheidung. Begünstigt durch eine Strafe gegen Paris trat Loria zu einem 37-Yard-Field-Goal an, setzte den Kick jedoch rechts neben die Stangen. Es blieb beim 17:10.
Drama in den Schlusssekunden
Die verpasste Möglichkeit rächte sich im Schlussviertel bitter. Edwards trieb die Musketeers mit gefährlichen Eigenläufen nach vorne und bediente Tekedam an der 10-Yard-Linie. Runningback Jason Bofunda tankte sich schließlich im vierten Versuch zum 17:17-Ausgleich durch. Ein offener Schlagabtausch in der Crunchtime begann.
Zwei Minuten vor dem Ende mussten die Raiders nach einem gestoppten Drive per Punt abgeben. Edwards nutzte die verbleibende Zeit eiskalt. Mit präzisen Pässen führte er Paris über das gesamte Feld. Nur 16 Sekunden vor dem Ende war es erneut Hugo Tekedam, der mit seinem zweiten Touchdown des Abends für das brutale 17:24 aus Sicht der Tiroler sorgte. Der letzte Verzweiflungswurf von Krajewski elf Sekunden vor dem Ende wurde von der Pariser Defense abgefangen und besiegelte die denkbar bittere Niederlage. Die Raiders Tirol stehen nach dem 0-4 Fehlstart nun endgültig vor einer Mammutaufgabe.
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