Im Kopenhagener Gladsaxe Stadion sahen die Fans über drei Viertel hinweg einen packenden, defensivgeprägten Abnutzungskampf, in dem die Tiroler den dänischen Gastgebern Paroli boten und phasenweise nur hauchdünn zurücklagen. Ein turbulentes Schlussviertel mit schnellen Turnovern und verpassten Chancen brach den mutig kämpfenden Raiders letztlich das Genick.
Nach der Auftaktniederlage in Woche 1 wollten die Raiders Tirol in Dänemark die Kehrtwende erzwingen. Doch gegen die physisch extrem starken Nordic Storm war von Beginn an klar, dass jeder Raumgewinn hart erarbeitet werden musste. Shuan Fatahs Defensiveinheit präsentierte sich anfangs hellwach, während die Offensive rund um Quarterback Steven Krajewski im Laufe des Abends mit der Konstanz zu kämpfen hatte.
📺 Das Spiel im Re-LIVE
Hier kannst du den harten Fight der Raiders Tirol im Kopenhagener Gladsaxe Stadion noch einmal in voller Länge ansehen:
1. Halbzeit: Starke Defense hält Tirol im Spiel
Die Kopenhagener Offense um Ex-Rhein-Fire-Spielmacher Jadrian Clark erwischte einen schweren Start und wurde von den Tirolern sofort mit einem schnellen Three-and-Out vom Feld geschickt. Aber auch die Raiders taten sich im Angriff schwer – Krajewski musste früh den ersten Sack einstecken. Nach einem verpassten vierten Versuch der Dänen an der Feldmitte kamen die Raiders in aussichtsreicher Position an den Ball, konnten daraus aber kein Kapital schlagen.
Es waren die Gastgeber, die das erste Big Play des Abends verbuchten. Nach starken Läufen von Star-Runningback Glen Toonga enteilte Receiver Roberto Miranda der Tiroler Secondary und fing kurz darauf den Pass von Clark zum 0:6 (PAT missed).
Die Raiders steckten nicht auf: Ein weiter Catch von Marco Schneider und starkes Laufspiel von Lukas Haslwanter brachten Kicker Jonata Loria in Position, der das zweite Viertel mit einem 37-Yard-Field-Goal zum 3:6-Anschluss eröffnete. Direkt im Anschluss forcierten die Special Teams der Raiders einen Fumble beim Kickoff-Return, doch das offensive Aufbäumen wurde nicht belohnt – ein weiteres Field-Goal-Versuch aus 44 Yards ging daneben. Kopenhagen nutzte zwei teure Tiroler Strafen aus und erhöhte durch Brendan Beaulieu auf 3:13. Ein vielversprechender Drive der Raiders kurz vor der Pause endete bitter, als Krajewskis Pass in der Redzone von Storm-DB Maceo Beard abgefangen wurde.
2. Halbzeit: Bonatti verkürzt, doch das Schlussviertel bringt den Kollaps
Die Tiroler kamen wie verwandelt aus der Kabine. Krajewski ging tief auf Aaron Jackson an die 15-Yard-Linie. Nach einem kurzen Pass auf Adrian Platzgummer war es Fullback Tobias Bonatti, der sich mit purer Willenskraft durch die dänische Defensive Line tankte und den ersten Raiders-Touchdown des Abends erzielte (10:13 nach PAT Loria). Die Dänen antworteten jedoch postwendend und bauten die Führung durch Glen Toonga wieder auf 10:19 aus.
Das vierte Viertel startete turbulent: Erst weckte Jonas Fuschelberger mit einer Interception gegen Clark neue Tiroler Hoffnungen, doch nur ein Play später warf Krajewski im Gegenzug seine nächste Interception in die Arme von Brandon Bryant. Dieser Turnover brach den Widerstand der Raiders. Kopenhagen nutzte die Schockphase eiskalt und schraubte das Ergebnis durch Miranda und Toonga binnen weniger Minuten auf 10:32 hoch.
Die Raiders arbeiteten sich noch einmal nach vorne und belohnten sich durch einen Touchdown-Lauf von Lukas Haslwanter zum 16:32. Der anschließende Onside-Kick misslang jedoch, und Clark setzte mit einem tiefen Touchdown-Pass auf Beaulieu gegen zwei Tiroler Verteidiger den Schlusspunkt zum 16:39-Endstand. Krajewskis dritte Interception kurz vor dem Ende besiegelte schließlich das finale Ergebnis.
Stimmen zum Spiel: Selbstkritik und Blick nach vorn
„Wir haben eine Menge Dinge, in denen wir besser werden müssen. Wir haben heute nicht nach unserem eigenen Standard gespielt. Kopenhagen hat ein sehr komplettes, sehr starkes Football-Team, aber wie man gesehen hat, konnten wir absolut mithalten. Ein großes Lob an unseren Offensive Coordinator Coach Max, er hat uns hervorragend auf das vorbereitet, was uns erwartet hat. Wir wussten, dass sie viel Man-to-Man-Coverage spielen und mit Druck über den Pass Rush kommen. Am Ende liegt es an der Execution: Ich persönlich muss auf dem Feld bessere Entscheidungen treffen, den Ball schneller loswerden und wir müssen diese Eins-gegen-Eins-Duelle in Zukunft einfach gewinnen.“
— Raiders Quarterback Steven Krajewski
„Wir haben das Spiel anständig zu Ende gebracht, das ist für mich das Wichtigste. Bis zum vierten Viertel war es ein enges Ding, wir waren die ganze Zeit nur ein, zwei Ballbesitze hinten dran. Das zeigt, wie viel Potenzial in dieser Mannschaft steckt. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Wir haben viele neue Gesichter, neue Coaches und ein neues Umfeld – das muss sich erst finden. Aber wir bewegen uns konstant nach vorne. In der Bye-Week können wir uns jetzt etwas erholen und weiter an unserem System feilen.“
— Raiders Wide Receiver Aaron Jackson
Für die Raiders Tirol (0-2) kommt die anstehende Bye-Week wie gerufen, um Wunden zu lecken und das System zu festigen. Am 6. Juni empfangen die Tiroler dann die Frankfurt Galaxy zum mit Spannung erwarteten ersten Heimspiel der EFA-Saison im Innsbrucker Tivoli Stadion.
EFA WEEK 2
Nordic Storm (2-0) vs. Raiders Tirol (0-2) 39:16
(0:6/7:3/6:7/20:6)
Sa. 23.05. | 18:00 Uhr | Gladsaxe Stadion Kopenhagen
Scoring Overview:
• 1. Qtr: NOR – Roberto Miranda Touchdown Pass von Jadrian Clark (PAT missed) | 6:0
• 2. Qtr: RAI – Jonata Loria 37-Yard Field Goal | 6:3
• 2. Qtr: NOR – Brendan Beaulieu Touchdown Pass von Jadrian Clark (PAT good) | 13:3
• 3. Qtr: RAI – Tobias Bonatti Touchdown Lauf (Jonata Loria PAT good) | 13:10
• 3. Qtr: NOR – Glen Toonga Touchdown Lauf (2-Point-Conversion failed) | 19:10
• 4. Qtr: NOR – Roberto Miranda Touchdown Lauf (PAT missed) | 25:10
• 4. Qtr: NOR – Glen Toonga Touchdown Lauf (PAT good) | 32:10
• 4. Qtr: RAI – Lukas Haslwanter Touchdown Lauf (2-Point failed) | 32:16
• 4. Qtr: NOR – Brendan Beaulieu Touchdown Pass von Jadrian Clark (PAT good) | 39:16
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