Quarterback Tommy Lee Hughley und Offensive Liner Nik Hennessy sollen die Abgänge der Salzburger kompensieren.

Knalleffekt in der Mozartstadt: Salzburg wird heuer, nach über einem Jahrzehnt ohne Legionäre, wieder US-Amerikaner im Dreß haben. Der 41-jährige Tommy Lee Hughley übernimmt die Rolle des in die zweite deutsche Bundesliga gewechselten Quarterbacks Andreas Diwald. Nik Hennessy wird die Offensive Line verstärken.

Es waren harte Monate für die Bullen. Nach dem Beschluss des Vereins nicht in die AFL aufzusteigen, verließen einige Schlüsselspieler die Mannschaft, darunter Spielmacher Andreas Diwald und Top-Scorer Runningback Lukas Miribung. Ihr angepeiltes Ziel dabei: Deutschland. Die Kirchdorf Wildcats holten sich vier Salzburger, hatten auch danach noch nicht genug vom Stierbraten. Zu einem Hornochsen ließ sich der zweifache Austrian Bowl Champion dann aber nicht machen. Als auch Wide Receiver Max Seitner von den Wildcats als Neuzugang präsentiert wurde raschelte es im Gebälk. Der Spieler hat die Abmeldungsfrist versäumt, daher gibt es auch keine Freigabe seitens des Vereins. Auch der AFBÖ stellte sich hinter die Bullen. Es gibt auf Grund der versäumten Abmeldefrist keine Unterschrift des Verbandes auf der Spielertransferkarte. Damit steht Seitner. Die Wildcats wollen die Sache nun dem Vernehmen nach vor einem EFAF-Schiedsgericht anfechten und rechnen sich gute Chancen aus zu "gewinnen".

Tiefdruckgebiet löst sich langsam auf

Das alles interessiert Bulls Präsident Alexander Narobe aber nur mehr am Rande. Er ist überglücklich über die Neuzugänge und die momentan tolle Stimmung im Team. Vor einigen Wochen noch war das Football-Urgestein am Boden. Der Abgang der Spieler traf Narobe persönlich. Mittlerweile haben sich die düstersten Wolken am Salzburger Himmel verzogen und die Sonne blinzelt wieder sachte vom Gaisberg hinunter. Mit Hughley hat man seiner Meinung nach einen Volltreffer gelandet.

"Wir haben Tommy Lee Hughley getestet und waren beeindruckt. Die 41 Jahre merkt man ihm überhaupt nicht an. Er ist ein Junggebliebener. Sein Zugang zum Football ist einzigartig und seine Einstellung sehr professionell. Ich war stets ein Verfechter des "Österreichischen Wegs", doch der Verein, die Spieler, sprich wir alle werden von dem Spieler profitieren können. Es war am Ende gar nicht leicht ihn für die Bulls zu gewinnen, da er Angebote von anderen Teams auch hatte. Das heisst, dass ist für uns auch ein relativ hoher finanzieller Aufwand, der sich rentieren soll. Im ersten Heimspiel gegen die Wolves hoffen wir daher auf viele Zuschauer und glauben ein gutes Team ins Rennen schicken zu können", so Narobe, der Hughley auch als Motivator einsetzen will.

"Das ist wahrscheinlich einer seiner letzten, wenn nicht die letzte Saison seiner aktiven Karriere als Spieler", folgert der Bulls Präsident, "daher hat er sich auch noch etwas zu beweisen. Die Bulls sind in der Division I eines der erfolgreichsten Teams der letzten Jahre. Wir müssen die Abgänge vekraften können und mit den Neuzugängen, dem Nachwuchs und den Spielern die bisher nicht im Rampenlicht standen diese Lücken schließen. Ich bin stolz auf mein Team, da sich seither so viel beim Training und der Vorbereitung getan hat. Es ist ein Zeichen für unsere Stärke, dass uns so etwas nicht umbringt, sondern am Ende vielleicht noch stärker macht."

Abwanderung als Chance

Seit diese Stammspieler den Verein verlassen haben drängen sich junge Spieler für die Neucesetzung der Positionen auf. Viele sehen jetzt ihre Chance gekommen im ersten Team sich einen Stammplatz zu erarbeiten. Viel Arbeit, dazu auch schwierige Aufgaben, gilt es nicht nur in der Offense, sondern auch in der Defense und bei den Special Teams die Units neu aufzubauen. Eine Aufgabe der sich Narobe mit seinem Team stellen will.

"Es ist schwierig alles umzustellen bzw. neu zu formieren, aber so ist das nun mal im Football. Wir stellen uns dieser Herausforderung und haben mit Nik Hennessy einen zweiten Amerikaner für uns gewinnen können", blickt Narobe in die nahe Zukunft. Hennessy (26) ist Lehrer in Salzburg, hat als Footballprofi bislang keine Erfahrung sammeln können, spielte aber an einem US-College und soll die O-Line der Salzburger verstärken.

Einschlag in Qualifikationsmatches

Hughley spielte die vorbereitenden Matches zum Ligaeinsteig für die Schwaz Hammers und demontierte die Gegner quasi im Alleingang. Obwohl die Tiroler die Rolle des Amerikaners ein wenig herunterspielen wollten, war schnell klar, dass der Mann eine gute Klasse über der Division II spielt. Nachdem den Hammers der Einsatz ihrer "Entdeckung" im regulären Ligabetrieb bei einer Abstimmung im Rahmen der Generalversammlung untersagt wurde, warfen die Salzburger ein Auge auf ihn. Aus der Turtelei wurde eine Romanze, die nun in einer Ehe mündete. Kinder soll die Beziehung ab dem Frühjahr hervorbringen.

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