In Graz zermürbten sie Paris Flash in der zweiten Halbzeit Dank eines überragenden Mo Muheize.

‚Wahnsinn, was dieser Spieler für unser Team leistet‘, hörte man den Platzsprecher im letzten Viertel sagen. Der meinte damit Giants Allzweckwaffe Mohamed Muheize, den man vor zwei Jahren von Innsbruck nach Graz lotsen konnte. Seither ist ‚Mo‘ Hansdampf in allen Gassen der Murstadt, ob als Receiver, Runningback, Defensive Back oder Returner. Der 27-jährige US-Amerikaner mit jordanischen Wurzeln und Zweitpass hat entweder gute oder eben sehr gute Tage. Das wussten schon die Raiders.

Gegen Paris hatte er dann einen dieser Tage, die er selbst so schnell nicht vergessen wird. Vier der sieben Giants-Touchdowns machte er, drei durch die Luft, einen durch einen Lauf, dazu jede Menge First Downs und als Sahnehäubchen noch die den Franzosen das Genick brechende Interception. Besser geht’s nicht, Mo!

The Fly
Aber auch ein anderer Spieler der Giants zeigte an diesem Samstag (erneut) auf. Der kleine, dafür aber sehr mobile Quarterback Chris Gunn präsentierte sich als Rusher wie als Passer von seiner besten Seite. First Downs am Fließband, zwei Rushing-Touchdowns, vier Passing-Touchdowns, dazu die Fähigkeit die Passrusher aus Paris ins Leere laufen zu lassen. Die rund 1500 Besucher in Graz Eggenberg gerieten einige Male ins Staunen, als sich mehrere Franzosen auf Gunn stürzten, um am Ende am nassen Boden des Eggenberger Stadions liegen zu bleiben. Gunn ist die Fliege. Man kann auf sie hinschlagen, sie ist nur nicht mehr dort, wo sie eben noch war. Zrrrrrrrrrrrrrrrr.

Das Spiel selbst hatte zwei Hälften. No na. Die ersten beiden Viertel waren enorm ausgeglichen. Das Team aus La Courneuve stemmte sich mit aller Kraft gegen anstürmende Grazer und kam auch zum Erfolg. Gulliaume Buque, Antoine Saillan, Daniel Podin und Marc-Angelo Soma, letzter nach Pass von Flash-Quarterback Yohann Rouat scorten für die Gäste und hielten das Spiel bis zur Pause völlig offen.

Error made in France
Im Laufe des Spiels unterliefen La Courneuve einige seltsame Fehler. So standen sie (auf dem Niveau noch nie beobachtet) zwei Spielzüge in Folge mit zwölf Mann am Feld (statt einem Punt gab es am Ende einen Touchdown für Graz!) und produzierten durch Fouls in für sie ganz schlechten Momenten First Downs für die Giants.

Als Flash zu Beginn des zweiten Viertels nach einem Touchdown von Armando Ponce de Leon mit 35:27 in Rückstand geriet, war es plötzlich um sie geschehen. Sie wirkten von nun an müde und angespannt zugleich, die vorher positive Körpersprache verwandelte sich zusehends in hängende Köpfe. Irgendwie haben es die Giants in dem Moment geschafft dem Gegner die Schneid abzukaufen. Eine defensive Glanzleistung zeigte übrigens auch Ex-Wikinger Michael Werosta. Der Wiener im Jersey der Grazer kassierte keine einzige Strafe, teilte dafür einige Bretter aus und sackte den Pariser Spielmacher zwei Mal. Den hätte man in Korneuburg an dem Tag gut brauchen können.

Tür zu
Flash ließ zwar nichts unversucht ins Spiel zurückzufinden, ihre Avancen in Graz als Sieger vom Platz gehen zu können wurden aber im Keim erstickt. Trotzt einiger individueller Fehler der Giants waren es von nun an die Hausherren, die den Ton angeben. Flash wusste auch auf zweie weitere Giants-Touchdowns (Gunn und Muheize) keine Antwort zu geben. Ein Defensive-Shutout im zweiten Spielabschnitt kürte die Giants zum klaren und dann auch in der Höhe verdienten 49:27-Sieger.

Die Grazer stehen damit im Viertelfinale der EFL und treffen dort auswärts auf den Deutschen Vizemeister Stuttgart Scorpions. Die Bilanz der Giants gegen deutsche Teams in den vergangenen Jahren ist beeindruckend. Die Steirer verloren kein einziges ihrer EFAF-Cup-Spiele gegen Marburg, Berlin und Dresden.

EFL
1.QT
2.QT
3.QT
4.QT
TOTAL
GIA vs. FLA
14:6
14:21
14:0
7:0
49:27
12. April 08 | 14:00
Stadion Eggenberg | Graz
Officials: Plendl / König T. / Siepmanns / Savicevic / Ball / Berger / Ulicny

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