Ungewöhnlich großes Interesse herrschte am Montag beim Online-Call der Helvetic Mercenaries. Neben Fans, Supportern und Teamverantwortlichen um Eigentümer Sandro Moor nahmen auch zahlreiche Journalistinnen und Journalisten aus dem gesamten DACH-Raum teil – über 40 Personen, darunter auch der Schweizer TV-Sender TV24. Der Grund für die hohe Aufmerksamkeit: Die Zukunft des europäischen Footballs ist unklar, die ELF ist gespalten und die abgespaltene EFA wiederum intern zerstritten zwischen den Lagern „NFL-Modell“ und „Investoren-Modell“.
Moor machte gleich zu Beginn deutlich, wie die Mercenaries die Situation einschätzen:
„Stand heute gibt es in Europa nur eine Liga – und das ist die ELF. Wir haben natürlich einen Plan B und C. Aber wir wollen Plan A, und der heißt European League of Football. Ich gehe davon aus, dass die ELF nächstes Jahr mit 8 bis 12 Teams stattfinden wird.“
„Die EFA ist keine Liga“
Zur EFA bezog Moor eine klare Position – und eine scharfe:
„Wir wurden in den letzten Monaten mehrfach eingeladen, der EFA beizutreten. Wir haben aber einen Vertrag mit der ELF und werden ihn einhalten. Hat die ELF alles erfüllt? Nein. Haben wir alles eingehalten? Vielleicht, vielleicht nicht – wie das bei Partnerschaften eben ist. Aber wir sehen den Wert der Investitionen der letzten Jahre. Wer das Championship Game in Stuttgart gesehen hat, erkennt, dass da etwas ist, das weitergehen kann.
Die EFA ist keine Liga, sie ist eine Interessengemeinschaft. Wir wissen nicht, wer die Investoren oder Sponsoren sind. Wir wissen nicht, wie sie aussehen wird. Und man muss sich fragen, von welcher EFA wir überhaupt reden – nachdem sie sich erneut gespalten hat.“
Die Mercenaries haben der ELF ein Ultimatum gesetzt, bis wann die Liga stehen muss. Wann diese Frist abläuft, sagte Moor nicht – aber man brauche rasch Planungssicherheit. „Wir haben den Verantwortlichen heute ein Ultimatum gegeben.“
Keine zweite ELF-Organisation in der Schweiz
Zuletzt tauchten die „Alpine Rams“ als weiteres Schweizer Projekt auf. Mit ihrem ehemaligen Head Coach Joshua Fitzgerald. Für Moor sind sie – wie auch die EFA keine Liga ist – kein Franchise:
„Ein Franchise ist erst dann ein Franchise, wenn es einen gültigen Franchisevertrag hat. Und sollte die ELF stattfinden, wird es ganz sicher kein zweites Schweizer ELF-Franchise geben. Das hat uns die Ligaleitung bestätigt und wir haben es schriftlich.“
Sportdirektor Ja General Manager Nein
Am Dienstag wollen die Mercenaries ihren neuen Sportdirektor bekanntgeben – laut Moor eine „bekannte und gut vernetzte Figur im Schweizer Football“. Ein General Manager wird vorerst nicht installiert.
„In den nächsten Monaten werde ich als Geschäftsführer die Organisation aufbauen und führen. Der Sportdirektor verantwortet den sportlichen Bereich. Den GM-Posten besetzen wir derzeit nicht – wir haben aus der Vergangenheit gelernt.“
„Wir müssen lernen, Spiele zu gewinnen“
Nach der sportlich ernüchternden Premierensaison mit 0:12 Siegen sieht Moor klaren Handlungsbedarf.
„Es macht natürlich keinen Spaß, nach einer Niederlage auf dem Feld auch noch Social Media zu lesen. Aber es liegt an uns, das zu ändern. Wir müssen als Organisation lernen, wie es ist, Spiele zu gewinnen.“





















