Max Seitz flog im ersten Viertel des Spiels Raiffeisen Vikings 2 vs. St. Pölten Generali Invaders am letzten Sonntag vom Spielfeld auf eine Metallabsperrung neben dem Spielfeld des Footballzentrums Ravelinstraße. Dabei zog er sich eine Rissquetschwunde zu und, wie sich erst später herausstellte, durchtrennte er sich die Sehne des Trizeps. Nach einer eineinhalbstündigen Operation und zwei Tagen stationärem Aufenthalt im Wiener SMZ-Ost wurde Seitz heute Abend entlassen. Football-Austria.com sprach mit dem 31-jährigen Runningback der Invaders.

FA: Wie geht es dir?
MS: Den Umständen entsprechend gut. Ich bin zu Hause bei meiner Familie und froh, dass ich raus durfte. Das war heute in der Früh noch nicht klar, wegen einer Entzündung der Wunde.

Was ist dir genau passiert?
Zunächst schaute es ’nur‘ nach einer Rissquetschwunde aus, doch dann kam die Hiobsbotschaft, dass die Sehne des Trizeps durchtrennt ist. Ich musste operiert werden. Da sich durch den Abriss der Trizeps zurückgezogen hatte, mussten die Ärzte zusätzlich noch den Arm von der Wunde nach beiden Seiten aufschneiden, um den Muskel wieder in die ursprüngliche Position bringen zu können.

Wie lange musst du pausieren?
Ich muss jetzt acht Wochen einen Gips tragen, danach darf ich sechs Monate lang kein Krafttraining machen, was aber auch schon egal ist.

Weshalb?
Ich bin 31 Jahre alt – damit hat sich die Sache. Ich werde meine Karriere beenden. Mir wäre es anders auch lieber gewesen, aber es ist halt passiert. Viel wichtiger ist, dass ich bald wieder arbeiten kann. Meine Firma weiß bereits Bescheid. Die sind nicht glücklich, aber da es das letzte Mal sein wird, dass ich mir beim Football verletzt habe, wird das schon in Ordnung gehen.

Es gibt Personen, die hier im Forum behaupten, du hättest nur eine Abschürfung erlitten.
Ich hab es gelesen und war verwundert. Eine Abschürfung habe ich auch. Leider ist das nicht alles.

Wie war der Unfallhergang aus deiner Sicht?
Ich bin nach einem hit in eine dieser Metallabsperrung gekracht und auf ihr am Boden gelandet. Ich hab dann bemerkt, dass es etwas am Arm nicht stimmt. Beim Weg zurück in die Team Area sagte ich noch zu Karl Wurm, den ich dort traf, dass diese Dinger meiner Meinung nach grob fahrlässig aufgestellt sind, woraufhin er mit den Schultern zuckte. In der Team Area stellte sich erst heraus, dass ich mir den Arm aufgerissen habe. Ich wollte es von unseren Leuten zusammenflicken lassen, merkte dann aber, dass ich nicht weiterspielen kann. Die Wunde ging dann richtig auf und ich wurde ins Spital gebracht.

Wo genau hast du dich verletzt?
Die genau Stelle kann ich nicht sagen, weil alles so schnell ging. Passiert ist es beim Sturz auf den Metallsteher. Ich hab danach von unseren Leuten gehört, dass es an denen scharfe Ränder gab.

Was machst du nach deiner aktiven Karriere?
Zuschauen. Ich werde keine Trainer-Karrriere anstreben. Ich war Footballspieler mit Leib und Seele, aber ich möchte nach meiner aktiven Karriere nicht weiterhin so viel Zeit investieren, sondern mich mehr um meine Familie und meinen Beruf kümmern.

Überlegst du dir rechtliche Schritte?
Ich bin kein Freund von Klagen, werde mir das noch überlegen und auch mit meinem Verein darüber reden. Von Seiten der Vikings hat sich bisher niemand gerührt. Ich hoffe für andere Spieler aber, dass dort jetzt etwas passiert, denn sonst werde ich nicht der Letzte gewesen sein, der sich verletzt. Ein wenig mehr als ein Schulterzucken als Reaktion würde mir also gefallen.

Außerdem wünsche ich mir, dass meine Mannschaft es in die Silver Bowl schafft. Mein Ausfall kommt zum denkbar schlechtesten Moment, weil auch andere Spieler sich verletzt haben. Ich glaube aber, dass es gegen die Bulls am kommenden Wochenende reichen wird. Ich werde dort sein und mein Team anfeuern.

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