Der ehemalige NFL-Spieler und TV-Experte Markus Kuhn wird mit sofortiger Wirkung neuer Präsident der European Football Alliance (EFA). Sein Vertrag läuft über mindestens drei Jahre. Kuhn soll die Professionalisierung der europäischen Liga vorantreiben.

Mit der Personalie Markus Kuhn holt sich die European Football Alliance eine bekannte Persönlichkeit des Football-Business an die Spitze. Der ehemalige NFL-Profi und RTL-Experte übernimmt die Position mit sofortiger Wirkung, unmittelbar vor dem Abschluss der ersten EFA-Saison am Championship Weekend. Kuhn berichtet in seiner neuen Funktion direkt an den Board of Governors der Liga.

Kuhn spielte zunächst College Football an der North Carolina State University und wurde 2012 von den New York Giants gedraftet. 2014 wurde er zum ersten in Deutschland geborenen Spieler, der in der NFL einen Touchdown erzielte. Nach vier Saisons bei den Giants wechselte er zu den New England Patriots. Nach rund zehn Jahren als Spieler in den USA arbeitete Kuhn weitere zehn Jahre im Sportbusiness und gründete eigene Unternehmen. Zu seinen Stationen zählen unter anderem die NFL, die NFL Players Association (NFLPA) sowie die New York Giants und New England Patriots. Seit 2017 arbeitet er zudem als NFL-Analyst im deutschen Fernsehen.

„Es hat nie eine echte professionelle American-Football-Liga ‚made in Europe‘ gegeben. Genau das streben wir an. Die EFA bietet die bestmöglichen Bedingungen dafür. Gleichzeitig müssen wir anerkennen, dass wir noch nicht dort sind, wo eine Profiliga sein sollte – weder auf dem Spielfeld noch in den dahinterstehenden Strukturen.“

– Markus Kuhn, EFA-Präsident

Strategie: „Bottom-up“ statt zentralistischer Führung

Kuhns Entscheidung für die EFA basiert maßgeblich auf dem Strukturmodell der Liga. Im Gegensatz zu früheren europäischen Liga-Projekten, die stark zentralistisch organisiert waren, setzt die EFA auf ein „Bottom-up“-System nach dem Vorbild der NFL: Die Franchises sind Anteilseigner der Liga, halten Stimmrechte und treffen strategische Entscheidungen gemeinsam im Board of Governors.

„Wir haben diese Liga gegründet, weil wir davon überzeugt sind, dass sie den Klubs gehören muss“, erklärt Jörg Zirener, Miteigentümer der Frankfurt Galaxy. „Mit Markus Kuhn gewinnt dieses Modell eine Führungspersönlichkeit, die beide Seiten versteht: den Sport auf höchstem Niveau und das Business dahinter.“

Sportliche Qualität und professionelle Strukturen

Kuhn nimmt sowohl die sportliche Qualität als auch die wirtschaftliche Professionalisierung in den Fokus. Ziel sei es, das Spielniveau durch eine Mischung aus in den USA ausgebildeten Spielern und europäischen Top-Talenten deutlich zu steigern. Gleichzeitig sollen die Strukturen der Liga insbesondere in den Bereichen Sport, Marketing und Fan-Erlebnis professionalisiert werden.

Mittelfristig soll die EFA auch als Sprungbrett für europäische Talente dienen:

„Unser Ziel muss es sein, unseren besten Spielern mittelfristig die Chance zu geben, NFL-Verträge zu verdienen. Dafür müssen wir den Sport gemeinsam mit der NFL, der IFAF und den nationalen Verbänden in ganz Europa weiterentwickeln.“

– Markus Kuhn, EFA-Präsident

Kuhns neue Aufgabe ist auch eine bemerkenswerte Entwicklung

Kuhns neue Aufgabe ist insofern bemerkenswert, als er den europäischen Football in der Vergangenheit durchaus kritisch bewertet hat. Noch im September 2025 erklärte der damalige TV-Experte, das Niveau in Europa sei zu niedrig, um Spieler optimal auf eine NFL-Karriere vorzubereiten. Nur die tägliche Konkurrenz mit stärkeren Spielern, etwa im US-College, biete aus seiner Sicht die notwendige Grundlage für den Sprung in die NFL. Zum damaligen Bericht von sport.de.

Mit seinem Wechsel an die Spitze der EFA übernimmt Kuhn nun eine Liga, die genau an diesem Punkt ansetzen will. Die EFA hat sich zum Ziel gesetzt, die sportliche Qualität in Europa deutlich zu steigern und ihren besten Spielern mittelfristig die Chance auf NFL-Verträge zu eröffnen. Dafür sollen US-ausgebildete Spieler und europäische Top-Talente zusammengebracht und die Strukturen der Liga professionalisiert werden.

London soll 2027 hinzukommen

Auch die lokale Verankerung der Franchises soll eine wichtige Rolle spielen. Aktuell ist die EFA mit sechs Teams aus fünf Ländern vertreten: Deutschland, Österreich, Frankreich, Tschechien und Dänemark. London sowie potenziell weitere Standorte sollen 2027 hinzukommen.

Eric Reutemann, CEO der Frankfurt Galaxy, der die Liga in ihrer ersten Saison leitete und den Ligabetrieb innerhalb weniger Monate aufbaute, übergibt die Führung der Liga damit an Kuhn.

„Die Ernennung von Markus Kuhn ist ein wichtiger Schritt in der Professionalisierung der Liga. Seine Erfahrung und sein Netzwerk werden der EFA weiteren Schwung verleihen. Ich freue mich darauf, gemeinsam an der Zukunft des American Footballs in Europa zu arbeiten.“

– Eric Reutemann, CEO Frankfurt Galaxy

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