Für gewöhnlich sind das fünf, sechs Monologe mit anschließendem Frühstück. Dieses Mal gab es zur Überraschung und sicher auch zur Freude der Wikinger auf die abschließende Frage "Gibt es Fragen?" jede Menge davon. Die Themen nicht immer neu, aber durchaus brisant.

Anwesend waren Neuzugang WR Chris Rosier, OC Shawn Olson, GM Felix Hoppel, DC Chris Calaycay, DE Johannes Wimmer, QB Luke Atwood, Präsident Karl Wurm, PR Dame Barbara Preissecker und moderierend, Alfred Neugebauer.

Wiederholungsrunden

In den (Mission) Statements das zu Erwartende. Chris Rosier kommt von den Raiders, eigentlich aber aus Washington und er mag auch in Wien gut spielen. Shawn Olson verläßt am Ende der Saison die Vikings und alles andere wie das Double Austrian Bowl & Euro Bowl würde ihn nicht glücklich machen.
Felix Hoppel
pflichtete seinem Trainer bei, sieht die AFL (wieder einmal) so spannend wie noch nie, rechnet er mit den üblichen Verdächtigen als stärkste Kontrahenten, sprich Tirol und Graz, aber auch die Dragons könnten ein Faktor werden. Kärnten und Hohenems hätten sich aber sicher auch verstärkt. Chris Calaycay sieht in seiner Defense viele junge Spieler, hält das aber für den richtigen Weg. Johannes Wimmer wähnt sich mit Ende 20 schon zum alten Eisen, als er begann Football zu spielen seien das die besten Jahre eines Footballers gewesen, darauf hoffe er auch bei sich. Amüsant, der wieder rasierte Luke Atwood. Angehalten von Alfred Neugebauer den Anwesenden etwas zu erzählen, holte Atwood zu zwei Sätzen á acht Sekunden aus. Er spielt jetzt Quarterback. Er bekommt bei jedem Spielzug der Offense den Ball und das wollte er immer schon. Später sagte er noch, das sich sein Stil wird nicht ändern wird. "Das war alles?", Neugebauer überrascht, der schon wieder Pause machen wollte. Das war alles!

So weit so gut – Gibt’s Fragen?

Die gab es. Die Frage nach dem Jahresbudget beantwortet Karl Wurm zunächst mit dem Satz "Das kann man nicht in Worte fassen". Dabei hätten es schon eine Zahl getan. Er erzählte lieber seine (gute) Geschichte von 1992 bis 2007, einer der Journalisten nickte dabei kurz ein. Keinen Respekt, die jungen Leut. Quintessenz des Wurmschen Ausflugs in die Historie: Das Budget ist das Budget ist das Budget. Sollte es eines Tages dazu kommen, dass Spieler bezahlt werden, dann hoffe er schon in Pension zu sein. Samt Messingstatute mit Gravur – Karl Wurm 1992 -? Eine Milchmädchenrechnung, die nie aufginge sei der Gedanke einer Profiliga.

1000 x 60 x 12

Rainer Bortenschlager (Kronen Zeitung) wollte wissen wie das mit den Mitgliedsbeiträgen für die Kampfmannschaft sei. Warum müssen die Spieler der Kampfmannschaft den noch zahlen? Wo wäre hier, wenn alles professioneller wird, die Weiterentwicklung? Karl Wurm rechnete. "Wenn ich jedem Spieler 1000 Euro zahle, sind das bei 60 Spielern 60.000 Euro, wären das im Jahr 720.000 Euro. Das kann sich der Verein nicht leisten, das ist mehr als unser Gesamtbudget." Das war zwar nicht die Antwort auf die Frage, aber eine richtige Rechnung und auch ein Hinweis, dass das Budget weniger als 720.000 Euro beträgt. Der Krone Mann blieb hartnäckig und wusste, dass es bei den Raiders Spieler gibt die keinen Beitrag zahlen müssen. GM Felix Hoppel erklärte, dass man über Modelle spricht und nachdenkt, aber es eine gesamte Lösung, also Ligaweit, geben muss. Es können nicht die Vikings alleine keine Mitgliedsbeiträge mehr verlangen, sonst würden sich Gräben auftun. Johannes Wimmer räumte ein, dass es Spieler gibt, die das nicht verstehen, er gehöre aber nicht dazu und finde das Vorgehen des Vereins legitim. Wo würde den sonst von 5000 Menschen dein Name gerufen werden? Karl Wurm rechnete weiter. Die Security, das Stadion, die Sanitäter, die Schiedsrichter…alle verlangen Geld, welches der Verein zahlen muss.

Zwischenfrage: Schiedsrichter?

Als Teil des Verbandes, dessen Vereine als Mitglieder ihren österreichischen Spielern kein Geld zahlen, könnten doch die Schiedsrichter als Solidarität mit den Unbezahlten nicht auch auf ihr Salär verzichten?

Karl Wurm, der sich zwischenzeitlich die AFBÖ Kappe aufsetzte (bin auch Senior-Vice-President), sei für vieles zuständig im Verband, für Schiedsrichter aber nicht. Felix Hoppel sehe sich selbst häufig an der Sideline im Clinch mit den Referees, sie würden aber den Spielbetrieb ermöglichen. Es sei keine Lösung zu sagen: Die Spieler bekommen nichts, also bekommt ihr auch nichts. Er sehe es so, dass man dafür auch etwas verlangen könne. Die Referees bekommen Geld, dafür bekommen die Vereine eine Leistung. Er erkenne hier aber wohl bei manchen Potential sich zu verbessern.

Wickel mit Werosta

Ebenfalls ein Thema war dann der unrühmliche Abgang von Michael Werosta. Auch der wurde mit den Mitgliedsbeiträgen von den fragenden Journalisten verquickt. Werosta weigerte sich bekanntlich zu zahlen. Das sei aber nicht der Grund seines Ausschlusses gewesen, so die Vikings einhellig. Es habe im disziplinären Bereich Probleme gegeben, man hatte das Gefühl, dass es für das Team besser wäre, wenn Werosta, der in diesem Konnex als zuletzt nicht mehr teamfähig beschrieben wurde, den Verein verlassen würde. Das Geld habe dabei keine Rolle gespielt.

Chris und das Cash

Chris Rosier, so habe man es gelesen, sei mit Geld von Tirol weggelockt worden. Auch das wiesen die Vikings ins Reich der Mythen und Sagen. Rosier kam von sich aus nach Wien und bekomme nicht mehr oder weniger als andere vor ihm. Es sei für ihn eine sportliche Herausforderung und ein neues Team, so der Amerikaner selbst.

Warum nicht Amerika?

Eine spannende Geschichte wusste Karl Wurm zum Thema sportliche Ziele und Eurobowl zu erzählen. Drei Mal Eurobowl, acht mal Staatsmeister – so seine Bilanz bei den Vikings. Sein Puls schlage angesichts der Pokale immer langsamer. Wie oft will er diese Titel noch, oder will er etwas anderes? "Wir fliegen um 28.000 Euro nach Helsinki. Wir könnten um das Geld auch nach Boston fliegen, zehn Tage dort bleiben, zwei Matches gegen Division III Teams spielen, diese danach zu uns einladen und am Ende die Champions-Bowl dem Sieger in die Hand drücken." Er hätte solche Visionen und man überlege sich momentan die Fühler in diese Richtung auszustrecken.

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