Da im heurigen Sommer die erste Frauenfootball-WM in Stockholm stattfinden wird und Österreichs Nationalteam ein gewichtiges Wort mitreden will (und wird), ist die Meisterschaftssaison in Frühjahr – , und Herbstrunde gesplittet.

Weiters wurde, um den Übungseffekt im Hinblick auf die WM zu erhöhen, auf 11 vs. 11 (statt bisher 9 vs. 9) umgestellt – personell weder für die Graz Black Widows, noch für die LA Titans Ladies schaffbar.

Warum also nicht einen Versuch mit einer Spielgemeinschaft wagen?
Gesagt, getan – unter der Leitung der Titans-Coaches Matthias Weinberger und Matthias Neumann gelang die Premiere am 25. April gegen die Budapest Wolves Ladies in Graz mit Bravour.
 
Die erste Überraschung gelang bereits beim Face Check: Ungarns Superstar und Leage Offensive MVP 2009 Kundlya Szofia, die im Vorjahr noch jede Defense schwindlig gelaufen ist, war nicht mit von der Partie.

Nach dem Kick Off erschien die Ungarische Offense zunächst trotzdem stark lauflastig unter Aufbietung von drei Runningbacks. Offenbar nervös angesichts des ersten Spielzugs mißlang der Long Snap und Linebacker Sara Schützenhofer musste nur noch abstauben – Fumble Recovery im ersten Spielzug!

So fulminant die Partie begonnen hatte, so mühselig gestaltete sich dann zunächst der erste Offense Drive.
Diszipliniert agierende Outside Linebacker und permanent tief blockende D-Liner auf ungarischer Seite machten dem tapfer kämpfenden Runningback Nicole Vogrinz mehr Arbeit als erwartet.

Die Erlösung für die Widows/Titans und zahlreiche lautstark unterstützende Fans erfolgte ungewohnt mittels eines Passpiels. Ein tiefer Pass von Quarterback Gabriele Gruber fand in Tamara Graf seine Abnehmerin und das Scoreboard zeigte das ersehnte 6:0. Zu erleichtert und deshalb wohl zu unkonzentriert agierte das PAT-Team, der Kick misslang.

In den weiteren Plays ließen die Höhepunkte auf sich warten, da sich die Defenses gegenseitig neutralisierten. Mit diesem knappen Vorsprung verabschiedeten sich die die Widows/Titans in die Halbzeitpause.

Ausgestattet mit zahlreichen Adjustments begannen die Widows/Titans das dritte Viertel, das mit dem ersten Offense Drive die Fans glücklich machte; Tamara Graf zündete den Turbo und trug den Ball mit einem Gewaltlauf in die Endzone.

Nachdem die weiteren 7 Drives punktelos verliefen, schien alles auf ein knappes Resultat hinzuweisen.
Die Wolves Ladies eröffneten ihrerseits die Sturm-und-Drang-Periode und suchten ihr Glück in der zweiten Hälfte vorwiegend im Passpiel, jedoch hatten die Cornerbacks Elisabeth Knapp und Sarah Schindlbacher die ungarischen Reciever hervorragend im Griff.

Mitten im vierten Quarter dann ein Paukenschlag – LB Sandra Haberl fing einen gegnerischen Pass und trug den Ball an Freund und Feind vorbei völlig unbedrängt in die Endzone.

Beim anschließenden Kick Off strafte Quarterback und Kicker Gabi Gruber all jene Lügen, die behaupten, dass Quaterbacks nicht tackeln können/wollen/sollen. Mit einem gewaltigen Solo-Hit stoppte sie den Return und verhalf der Defense erneut zu einer guten Feldposition. Auch der folgende Offense Drive der Ungarinnen wurde souverän gestoppt.

Kurz vor Schluss machte sich dann auch noch Nicole Vogrinz‘ unermüdlicher Kampf bezahlt; mit aller Kraft schraubte sie sich beim vorletzten Offense Drive durch die gegnerische Defense und erhöhte den Score auf 24:0. Als Gabi Gruber anschließend den PAT zum 25:0 souverän verwertete und die Defense keine Punkte mehr zuließ, war der Gameday perfekt.

Ein großes Lob gilt den unermüdlichen Stützen Nicole Vogrinz und Tamara Graf, sowie den "Kanonenkugeln" der Defense Katharina Koller und Sara Schützenhofer, welche die ungarische Offense permanent in Angst und Schrecken versetzt haben. Julia Nusko.
 
SG Widows/Titans vs. Budapest Wolves Ladies 25:0
(6:0/0:0/6:0/13:0)

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