Die Finalisten der AFL Division 2 stehen fest! In zwei hochdramatischen Halbfinal-Begegnungen sicherten sich die Mostviertel Dukes und die Ried Gladiators die Tickets für das große Endspiel um den Titel. Während die Dukes im heimischen Sarling eine nervenaufreibende, von schweren Verletzungen überschattete Defensivschlacht gegen die Stockerau Grizzlies mit 7:6 überstanden, setzten sich die Gladiators am Tag zuvor in einem turbulenten Match bei den Ebenfurth Mustangs mit 28:21 durch.
Dukes biegen Grizzlies in verletzungsgeprägtem Abwehr-Krimi
Im Sarlinger Danube Field war die Stimmung von Beginn an elektrisierend – die Dukes hatten mit den Grizzlies aus Stockerau noch eine offene Rechnung aus dem Challenge Bowl 2024 (damals noch als Mostviertel Bastards) zu begleichen. Das Spiel entwickelte sich aufgrund des Wetters schnell zu einer extrem laufintensiven Angelegenheit. Nachdem die Dukes-Defense einen frühen, starken Drive der Gäste knapp vor der eigenen Endzone stoppen konnte – unter anderem durch einen spektakulären Shoelace Tackle von Hannes Aigner –, schlug die Stunde der Mostviertler Offense.
Lange Raumgewinne durch Daniel Engl und Benjamin Liedlbauer brachten die Hausherren tief in die Redzone, ehe das Spiel wegen einer ersten schweren Verletzung eines Dukes-Akteurs lang unterbrochen werden musste. Nach dem Schock fingen sich die Gastgeber und Liedlbauer tankte sich zum 7:0 (PAT gut) in die Endzone durch. Es blieb eine erbarmungslose Abwehrschlacht, geprägt von Sacks durch Elias Dorninger auf der einen und einer Interception durch Jakob Zeitlhofer auf der anderen Seite.
Nach der Pause folgte der nächste Schock: Eine zweite schwere Verletzung, diesmal auf Seiten der Gäste, sorgte für die nächste lange Ambulanz-Unterbrechung. Ein großes Lob gebührt hierbei dem medizinischen Notfall-Personal der Grizzlies, das sofort professionell mithelfernd eingriff. Nach dem Wiederanpfiff schwächelte das Momentum der Dukes. Stockerau kam durch einen Touchdown-Lauf von Adrian Rodas Reyna auf 7:6 heran, der Extrapunkt ging jedoch daneben.
Das Schlussviertel strapazierte die Nerven der Fans bis aufs Äußerste: Ein missglückter Fake-Punt der Dukes, ein vergebener Field-Goal-Versuch der Grizzlies und eine späte Interception gegen die Mostviertler an der eigenen 15-Yard-Linie brachten Stockerau Sekunden vor dem Ende in die perfekte Position zum Sieg. Doch die Dukes-Defense mobilisierte die allerletzten Kräfte, blockte den entscheidenden Field-Goal-Versuch der Gäste und Konstantin Laaber sicherte das Ei. Ein finaler First Down machte den knappen 7:6-Sieg in der Victory Formation perfekt.
Zeichen gegen Diskriminierung: Im Nachgang des letzten Grunddurchgangsspiels der Dukes gegen Ried kam es zu einer vereinsinternen harten Konsequenz: Ein Dukes-Spieler hatte sich zu einer rassistischen Äußerung hinreißen lassen. Der Vorstand der Mostviertler reagierte prompt, verhängte eine Geldstrafe und spendete den gesamten Betrag an den Verein „ZARA“ (Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit). Die Dukes betonten unmissverständlich, dass Diskriminierung und Rassismus im Football absolut keinen Platz haben.
Ried Gladiators siegen in Ebenfurth
Bereits am Samstag stieg auf der Mustangs Ranch in Ebenfurth der erste Halbfinal-Krimi. Nach einer komplett punktelosen ersten Halbzeit (0:0), in der vor allem die Defensive der Mustangs durch mehrere Interceptions glänzte, entwickelte sich im zweiten Durchgang ein offener, punktereicher Schlagabtausch, den die Ried Gladiators letztlich mit 28:21 für sich entschieden.
Die Innviertler zeigten sich über weite Strecken feldüberlegen und etablierten ein starkes Laufspiel über Julian Tiefenthaler. Allerdings machten sich die Rieder das Leben mit vermeidbaren Fehlern – darunter ein folgenschwerer Bad Snap – immer wieder selbst schwer und ließen im ersten Durchgang zahlreiche Chancen ungenutzt, während die Mustangs offensiv zunächst blass blieben. Dafür sorgten sie defensiv mit Turnovers und Goal Line-Stands für Glanzlichter.
Für Gesprächsstoff sorgte in dieser Partie allerdings auch die Leistung der Spielleitung. Mehrere Entscheidungen erhitzten die Gemüter am und abseits des Spielfelds.
42 Punkte im letzten Quarter
Sportlich ließen sich die Rieder im dramatischen Schlussviertel den Sieg jedoch nicht mehr nehmen. Das hatte es allerdings in sich.
Nachdem zunächst Julian Tiefenthaler im dritten Viertel die Gäste in Front brachte, wurde auch die Mustangs Offense langsam wach. Christian Beisteiner (Touchdown) und Valentin Sagl (Two-Point-Conversion) brachten den Wildpferden sogar eine zwischenzeitliche 8:7-Führung.
Die war aber schnell weg. Der Kickoff Return von Michael Falkensteiner endete erst in der Mustangs Endzone, Julian Tiefenthaler stellte mit einem Lauf bei der Conversion den alten Abstand wieder her (8:15). Die Mustangs schlugen ebenso flott wieder zu. Quarterback Lukas Benesch bediente Philipp Glanner – ein 60 Yards Catch & Run, nach PAT stand es 15:15.
Im Anschluss führten die Rieder mit einem Doppelschlag die vermeintliche Entscheidung herbei. Felix Augustin und Michael Falkensteiner schraubten das Scoreboard auf 28:15 aus ihrer Sicht rauf und das bei nur mehr 90 Sekunden auf der Uhr. Die Gastgeber kamen noch mal zurück, verkürzten über David Idinger 44 Sekunden vor Ende auf 28:22. Der wurde als Ersatzkicker auch zur tragischen Figur. Beim Versuch eines Onside Kicks berührte er den Ball nur leicht, der fiel allerdings vom Tee und wurde damit als Kick gewertet. Damit hatte Ried den Ball und konnte abknien. Am Ende ein hochverdienter Sieg der Gäste, denen durchaus auch einiges im Finale zuzutrauen ist.
DIVISION 2 SEMIFINALS
#1B Ebenfurth Mustangs (8-1) vs. #2A Ried Gladiators (6-3) 21:28
(0:0/0:0/0:7/21:21)
Sa. 04.07. | 16:30 Uhr |📍 Mustangs Ranch, Ebenfurth
#1A Mostviertel Dukes (8-1) vs. #2B AFC Grizzlies (6-3) 7:6
(7:0/0:0/0:6/0:0)
So. 05.07. | 15:00 Uhr |📍 Danube Field, Sarling
IRON BOWL 2026
#1A Mostviertel Dukes (8-1) vs. #2A Ried Gladiators (6-3)
📅 Datum, Uhrzeit und Austragungsort noch offen
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