Gute Burger, ein schönes Stadion und doch recht ordentlicher Besuch sind Teile eines Gamedays. Was den Hurricanes noch zum perfekten Glück fehlt, ist eine eingespielte Mannschaft.
Das Team von Dominik Reinwewber machte als Einheit nicht selten einen unkoordiniert wirkenden Eindruck, sie verliefen sich quasi in ihrem eigenen Wirbelwind und es unterliefen vor allem der Offense sehr simple Fehler, die darauf rüskschließen lassen, was der Coach im Interview auch bestätigt: Das Training gehört nicht zu den Stärken der Canes, nur selten sind mehr als 10 bis 15 Spieler mit dabei.
So hatten die Raptors aus Fürstenfeld, die personell nicht nur quantitativ sondern auch qualitativ überlegen sind und mit denen zumindest die Conference C/D momentan überfordert scheint, von Anfang an leichtes Spiel.
David Hailiman erzielte Touchdowns in der Offense und postwendend bei einem Punt im Special Team. Zweiter Score eine interessante Vorgeschichte hatte, als alles nach dem Punt rief "weg vom Ball!", nur gingen auch die Hurricanes Spieler weg (!), Hailiman griff zu und lief mit dem Ei in deren Endzone. Das darf selbst in der Division 3 nicht passieren.
Als nach weiteren TDs der Raptors von Armin Schöllauf, Paul Weber und dem dritten von David Hailiman die Sache zu einem frühen Shootout sich zu entwickeln drohte, verloren die Raptoren plötzlich deutlich an Bisskraft. Fokus weg, Spritzigkeit weg, kein Esprit mehr da. War ihnen der Gegner zu leicht, stand die Sonne zu tief, oder wollte man rasch nach Hause? Was auch immer passierte, es passierte nicht mehr allzu viel. Zur Halbzeit, als der Autor dieser Zeilen der Dorfjugend den Sieg im Kicking-Contest mit einem leicht wide right (wegen Sturmböen) verschossenen Fieldgoal aus gefühlten 65 Yards schenkte, wurde es auf der Seite der Raptors deshalb auch laut. Head Coach Martin Schmalzer war mit der Performance der Seinen im zweiten Quarter trotz der Führung ganz und gar nicht zufrieden und versuchte sie akustisch zurück ins Leben zu holen. 
Vergebens, denn auch nach Wiederbeginn spielten die Hurricanes zumindest defensiv mit, konnten den Angriff der Gäste mehrmals stoppen. Offensiv ging allerdings wenig, bis auf einige Big Plays die funktionierten und einigen größeren Raumstrafen gegen die Raptors, die sich gegen die tiefen Pässe des Hurrianes Spielmachers Mathias Kalcher mit Interferences zur Wehr setzten.
Auch der sechste Touchdown der Raptors von Peter Hailiman konnte seinen Coach Schmalzer danach nicht besänftigten, der von der schlechtesten Saisonleistung bisher sprach.

Das komplette Video aus dem Jahr 2005 u.a. mit Josef Rosenecker (unfassbare Aufnahmen).
Das alles ist natürlich Jammern auf sehr hohem Niveau, da dieses ihres Mitbewerbers an dem Tag auch abzüglich der Unform deutlich unter ihrem liegt. Der Klub (als am Papier neuer Verein) ist den Statuten des Verbandes nach in die Division 3 eingereiht worden. Es war nach den Quali-Spielen, als sie Teams der Division 2 schlugen, aber bereits klar, dass sie sportlich dort nicht ganz richtig eingestuft sind. Da muss man jetzt durch. Auch wenn Schmalzer vom kommenden Gegner Gmundner Rams warnt und von einer schweren Aufgabe auf dem Weg ins Playoff spricht, wird er insgeheim wohl auch wissen, dass sein Team, ruft es sein Potential ab, allemal das Endspiel erreichen kann.
Für die weststeirischen Canes, die sich am anderen Ende der D3-Nahrungskette befinden, gilt, sich zu fragen, ob sie da aus eigener Kraft raus wollen, denn dass das möglich ist, das zeigen anderen Beispiele, nicht zuletzt jenes der Telfs Patriots, die die Hurricanes heuer geschlagen haben. In Stallhofen scheint viel zu funktionieren, schaut man sich ihren Gameday und die Infrastruktur an, die Mannschaft muss sportlich nachziehen und – ich wiederhole mich – zum Training erscheinen, denn die Zeiten in der vierten Liga sind vorbei, wo man die Challenge Bowl im Vorbeigehen gewinnt. Falls es sie jemals gab. 
Division 3
AFC Hurricanes vs. Atlas Raptors Fürstenfeld 0
:40
(0:26/0:7/0:7/0:0)
Montag 20. Mai 2013 15:00 Uhr, FZZ Stallhofen
Scorer Raptors:
Tochdowns: David Hailiman (3), Armin Schöllauf, Paul Weber, Peter Hailiman
Extrapunkte: Stefan Mayer (4) 
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