Am Sonntag wollen sie gegen die Styrian Stallions den Sieg in ihrer Conference sicher stellen und danach Ramba Zamba in der Mama Mia machen.
Das hat schon was. Im südöstlichsten Winkel des Landes findet ein Endspiel des österreichischen Footballs statt. Das erste Finale überhaupt welches von Burgenländern veranstaltet wird in der Geschichte des österreichischen Footballsports. 2004 standen die Gladiators schon in der Challenge Bowl, verloren damals in Hohenems gegen die Blue Devils2 mit 27:10. Heuer haben sie noch einen Weg vor sich um dorthin zu kommen, in Rudersdorf ist man sich aber sicher das Finale zu erreichen.

‚Am Sonntag wollen wir den ersten Sack zu machen.‘, sagt Gladiators Manager Andreas Mayer und meint damit einen Triumph über die Styrian Stallions, welcher ihnen gleichzeitig den Sieg in der Conference und natürlich auch den Halbfinaleinzug bei Heimrecht sichern würde. Ein großer Gameday ist geplant, die Party danach im Mama Mia soll gleichzeitig zum Siegesfest & zur Feier über die Finalaustragung in der Heimat werden.

Respekt vor den Knights
Wer auch immer im Halbfinale ihr Gegner sein wird, die Gladiators strotzen vor Selbstvertrauen und wissen jeden Gegner in der Division II schlagen zu können. In der Vorbereitung schlug man immerhin den regierenden Meister und 6:0 Grunddurchgangssieger der Division 1, die Dodge Vikings 2. Vor den Vienna Knights hat Mayer aber Respekt. ‚Wir hoffen auf ein Finale gegen die Wiener. Das zweite Match in Rudersdorf war enorm spannend und das Team hat uns alles abverlangt. Wir hatten auch Glück, spielten aber an dem Tag nicht in Bestform. Wir wollen im Finale zeigen, daß wir heuer die Nummer 1 sind.‘

Fördern
Der Verband fasste gestern den Beschluß die Challenge Bowl nach Rudersdorf zu vergeben. Neben dem rasanten sportlichen Aufstieg der Gladiators hat wohl auch das neue Zuschauerinteresse in der Region, die Organisation des Gameday und die Infrastruktur überzeugt. Der Sportplatz mit seiner überdachten Tribüne bietet rund 500 Zuschauern einen Sitzplatz, bei den beiden Heimmatches waren die Ränge gut gefüllt. Verantwortlich dafür sind sicher auch die vor der Saison eingefädelten Medienkopperationen mit lokalen Zeitungen. Die Gladiators sind in der Region ein Gesprächsthema geworden – die Leute gehen ‚Football schauen‘ und bleiben hängen.

Und Fordern
Letztes Ziel wäre der Aufstieg in die Division 1. Gefordert wird hier seitens des Verbandes die Teilnahme an den Nachwuchsmeisterschaften in mindestens einer Klasse. Diese Auflage können die Glads mangels Personal heuer nicht erfüllen, haben für die Nachwuchsmeisterschaften daher auch nicht genannt, erahnen jedoch ein Schlupfloch. Die Budapest Wolves spielen heuer Division 1, nannten aber im Vorjahr ebenfalls nicht für die Preps. Die Ungarn mußten dem Verband hoch & heilig versprechen nach einer Übergangsfrist im darauffolgenden Jahr (also heuer) zu nennen, ansonsten bräuchten sie gar nicht mehr mit Wünschen kommen. Das Vertrauen des AFBÖ sollte sich lohnen – die Wolves werden heuer mitspielen. Genau so stellen sich das nun die Gladiators vor, welche sich in ihrer kurzen Geschichte niemals die Frage nach dem Aufstieg und seinen Konsequenzen stellen mußten. Jetzt tun sie es mit Nach- & Hochdruck. Man geht in die Schulen, spricht potentiellen Nachwuchs aktiv an. Vom 23. Juli bis zum 30. August finden jeweils Samstag und Sonntag Summer Camps statt, wo man in allen Altersklassen Tackle und Flagfootballspieler für den Verein gewinnen will.

‚Für uns ist das eine neue Situation. Es ist viel frischer Wind in den Verein gekommen. Die ersten Jahre waren wir damit beschäftigt eine Kampfmannschaft halbwegs auf den Weg zu bekommen. Jetzt spüren wir aber, daß bei uns einiges mehr geht und wollen dem Sport hier in der Region eine Basis geben. Die Leute kommen zu unseren Spielen – Kids wollen plötzlich Football spielen. Dazu gehört eben dann auch in erster Linie eine nachhaltige Nachwuchsarbeit, welche wir in den letzten beiden Jahren nur nebenbei betrieben haben. Mit den derzeitigen Nachwuchsspielern können wir heuer unmöglich in eine Meisterschaft gehen. Das wäre kontraproduktiv. Bis zum Herbst 2007 schaffen wir das aber unter Garantie. Wir hoffen natürlich, daß uns der Verband aufsteigen läßt, wie sie das bei den Wolves gemacht haben, indem wir ihm unser Versprechen geben im nächsten Jahr anzutreten.‘ so Mayer abschließend.

Der Kamber Effekt
Auch wenn es die Burgenländer nicht so gerne hören. Hauptverantwortlich für die sportlichen Erfolge der Gladiatoren sind die Neuzugänge aus Kärnten. Bernhard Kamber, Hannes Kamber & Manuel Houtz. Diese haben nicht nur selbst für die Akzente im Spiel gesorgt, sondern auch Eigenbauschläfer entdeckt. Anhand der vielen verschiedenen Scorer & der plötzlich kompakten Defense ist zu erkennen, daß hier ein schriller Weckruf durch die Thermenregion hallte. ‚Hey, ihr könnt Football spielen – Tut es endlich!‘ Und sie taten es. Das war die erste Trompete, die auch der plötzlich emsigen Nachwuchssuche den Ankick verlieh. Die drei Kärntner lieben es, ihre neuen burgenländischen Freunde auch. Es läuft in der Meisterschaft gut, die Trainingsbeteiligung ist enorm hoch und das Team bis in die Haarspitzen motiviert. Der Aufstieg in der Beziehung ist aber fast ein Muss.

Bernhard Kamber will kein weiteres Jahr in der Division 2 verbringen, weil dort, so sagt er, könne er seiner Lieblingsbeschäftigung nicht nachgehen – die Vikings schlagen. Frech & immer fröhlich. Die Wikinger haben sich schon mehrmals am Kärntner QB die Zähne ausgebissen. Eine sportliche Rückkehr nach Kärnten wird es aber wohl so oder so nicht spielen. Die drei verspüren kein besonders patriotisches Heimweh und sahen sich davor eigentlich schon als Football Frühpensionisten. Viel mehr kann man sich vorstellen den freundlichen Burgenländern noch mehr auf die Sprünge zu helfen. Kamber bezeichnet den Zustand des Teams und der Organisation als ‚gesund‘ & ‚motiviert‘. Was fehlt sei eben akkurat der Nachwuchs. Das wird man als nächstes angehen und auch dort erfolgreich sein.

Fazit
Im Burgenland geht was. Die bisherigen Gamedays haben deutlich gemacht, daß die Team Organisation passt und das Zuschauerinteresse nicht nur potentiell, sondern auch nominell vorhanden ist. Der sportliche Erfolg hat diesen Prozeß nur beschleunigt. Ein kleiner Fleck auf der Landkarte, womöglich in einigen Jahren ein großer in der Footballandschaft. Solchen new spaces, außerhalb der Region Wien Umgebung, wird der Verband wohl mit Liebe unter die Arme greifen. Schon vernimmt man auch erste ernstzunehmenden Stimmen dem Ansinnen der Gladiators nachkommen zu wollen. Ihre Versprechung müssen dann aber sicher halten. Auch die von Bernhard Kamber & Co.

Football-Austria.com wird vor Ort vom Spiel & der AGP berichten.

Division 2
ASVÖ Gladiators vs. Styrian Stallions
04. Juni 06, Kickoff 15:00
Sportplatz, Rudersdorf
Referees: Steiner / Koller F. / Koller E. / Fritz / Hölbling
(war)

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