Eine gute Show bedingt noch kein gutes Spiel. Ebenso verhält es sich umgekehrt. Manchmal trifft beides zusammen. Die nun folgende Auflistung beruht auf purem subjektiven Empfinden und stellt keinerlei Anspruch auf Richtig- wie Vollständigkeit. Football-Austria.com war 2005 bei rund 100 Football Matches vor Ort und das Ergebnis spiegelt unsere persönlichen Eindrücke wider. Sollte sich nun jemand benachteiligt oder gar unberücksichtigt fühlen, dann bitten wir nicht um Entschuldigung, aber um Verständnis. Dieses Ranking beruht auf persönlichen Erfahrungen.

Die Top 10 Gamedays gesamt nach Spielstätten:
Platz 10
Stadion Eggenberg (ÖKO-Box Graz Giants)
Die alte knorrige Dame bekam durch das Engagement des aktivsten Fanclubs Österreichs, den G-Freakzzz, ein frischen Farbanstrich. Der Club rund um die beiden Protagonisten Tina Charmaine Vökt und Christian Vogrinec hat es geschafft so manchen trüben Tag in Eggenberg in ein farbenfröhliches und stimmungsvolles Spektakel zu verzaubern. Spektakulär auch ihre Innovation – der „Schnalz-O-Meter“, wenngleich kontrovers ihre Auftritte auf „feindlichem“ Gebiet. Das Luftauslassen des Vikings Maskottchen hat ihnen ein wenig die Unschuld geraubt, trotzdem zählt diese Gruppe Menschen für uns zu den ganz, ganz wichtigen im österreichischen Football. Zwar hat sich nach dem tragischen Ableben von Mike Daum logischerweise weder die Stimmung noch die Umstände vor Ort verbessert, aber das neue Management rund um Präsident Gerhard Grassegger und Stefan Schubert, wie auch besagter Fanclub sind ganz sicher in der Lage diesen zehnten Platz (es ist ganz sicher nicht der letzte, sondern der letzte der Besten!) 2006 wesentlich zu verbessern. Wir wünschen den Grazern 2006 sportliche Höhenflüge, ein wenig mehr Kontrolle über bewußtseinsverändernde Substanzen im Gerstensaft und weiterhin die Phantasie Innovationen derart zu lancieren. Das hat große Klasse! Ihr gehört für uns zu den Guten, auch dann noch wenn ihr Blödsinn macht. Am Ende besiegt doch der Geist die Flasche und die Kultur des Footballs jene des Fußballs ohne dabei in die Weicheierei abgleiten zu müssen. Vokt/Vogrinec wissen wo es langgeht. Die Giants detto.

Platz 9

Sportplatz Rudersdorf (Gladiators)
Wenn man Pech hat, kommt das Glück doch noch dazu. Die Nomaden des Südostens haben in Rudersdorf eine Spielstätte gefunden wo so mancher AFL Verein neidisch darauf sein könnte. Ein Stadion, eine Tribüne, renovierte, sanitäre Anlagen, ein astreines Spielfeld, welches auch Wimbledon zur Ehre reichen würde und dazu das beste Stück Wurst (siehe Kulinarrische Köstlichkeiten im kommenden zweiten Teil) im Programm. Ein Glückstreffer der Gladiators, die sportlich heuer nicht so viel zeigen konnten wie noch ein Jahr zuvor. Auch die Off-Season verlief bislang wenig erfreulich. Head Coach Bill Moore bekämpft Personalsorgen mit wahnwitzigen Ideen (ist Bernhard Kamber jetzt nicht ein Free Agent?), bleibt aber auf den Boden (Was kostet das eigentlich?). Den Glads ist 2006 zuzutrauen schöne Events auf die Beine zu stellen. Der erste Probelauf 2005 (gegen die Wolves) war dank reger ungarischer Beteiligung ein voller Erfolg. Sollte im kommenden Jahr ein gewisser Bernhard Kamber die Bälle dort verteilen (was wir hoffen, aber nicht glauben) könnte das ganze sogar Kultcharakter bekommen, denn neben dem ganzen Tand drum herum würde sich damit ganz sicher auch die Spielstärke dieses Teams nachhaltig heben. Bernhard Kamber ist für Football-Austria.com einer der besten heimischen Footballspieler im Erwachsenenalter. Sollte er 2006 nicht mehr spielen wollen oder können, werten wir das als herben Verlust – unabhängig davon was so mancher von dem Kärntner menschlich hält. Hier ist der einzige Kamber-Fanclub Österreichs. Will jemanden beitreten?

Platz 8
BAC Platz (Baden Bruins)
Die ehemalige Spielstätte der Bruins wird nicht zu Unrecht von vielen als die neue gefordert. Die Wiese, die sie sich Pepsi Field nennt, wird angesichts der Kamelen mit den Anrainern immer unbrauchbarer. Der BAC Platz aber – ein Traumplatz für heimische Verhältnisse, konnte nur ein einziges Mal heuer bespielt werden. Das Finale des Junioren Cups geriet daher auch zu einer Top-Veranstaltung. Die Bruins (oder doch Bears?) müssen 2006 alles ins Zeug legen um dort wieder antreten zu können. Sollte das nicht gelingen – AUSZUG! Wiener Neustadt steht mit offenen Armen da, das Feld des Pepsis reicht grad zum Training. Federführend dort der Präsident Martin Altbart, der sportliche Leiter Christian Platzer und Nachwuchscoach Armin Schneider. In den Händen dieser Herren liegt u. A. das Schicksal der Kurstädter. Sollten sie 2006 am BAC Platz auflaufen können, dann ist ein Besuch Pflicht. Ebenso könnte ein Umzug ihnen zum Vorteil geraten. Ein Verweilen am bisherigen Platz wird sie weiterhin in ihrer Entwicklung hemmen.

Platz 7

Happyland (Danube Dragons)
Was die Dragons auch immer machen – es ist selten jemanden recht. Der Verein, der sich nach außen manchmal so darstellt als handle es sich um ein Truppe verschrobener Querdenker hat im Innersten wenig mit dem (mittlerweile bekämpften) Image zu tun. So auch das oft gescholtene Happyland in Klosterneuburg ganz sicher nicht zu den „miesen Plätzen“ zählt. Ganz im Gegenteil. Der Gameday dort ist geprägt von einer den Dragons ureigenen Herzlichkeit, die leider allzu oft als Schwäche ausgelegt wird. Das miserable Abschneiden der Kampfmannschaft außen vor lassend, ebenso wie die ausgeträumten Maren eines Nachwuchstitels, ist dieser Platz und der Event kein schlechter nicht. Er ist anders, aber nicht faul. Hervorzuheben ist die Gastfreundschaft, die kulinarische Vielfalt und das ehrliche Bemühen etwas Sinnvolles zu machen. Das schafft man nicht immer, aber großteils. So darf das „glückliche Land“ nicht ganz unglücklich über seine Performance 2005 sein. Das war schon sehr okay! Einziges wirkliches Manko ist die Knute des Platzwarts unter der nicht nur die Dragons stehen. Sieht der ein Wölkchen am Himmel, dann kommt ein Breschnew Njet schneller aus seinem Mund, als Luke Skywalker sein Laserschwert aktivieren könnte. Hören Sie jedenfalls damit auf die Dragons zu bashen. Es gibt Schlimmeres!

Platz 6
Tivoli Neu (Papa Joe’s Tyroelan Raiders)
„Nur“ Platz 6 für eines der modernsten Stadien Österreichs. Wir dürfen das auch begründen. Der Platzsprecher: eine erste Niederlage noch bevor die Vikings die Gelegenheit hatten überhaupt einzulaufen. Werbedurchsagen während Spielzüge ebenso unnötig und deplaziert. Stimmung? Manchmal, trotz tausender Zuseher – oftmals ging diese aber von „den Fremden“ aus. Gerwin Wichmann als Co-Kommentator ebenfalls fraglich. Die Tonanlage: Marke Micky Maus. Die Inszenierung holprig. Food & Bevarages: in Ordnung. Die Möglichkeit vor Ort zu wetten (vierklee) dafür einzigartig. Das musikalische Duo (die Gallagher Brüder Tirols) zwar enorm stimmungsfördernd, aber örtlich falsch aufgestellt. Die Latte liegt hier natürlich viel höher (in Vikings Spähern?) um das zu messen. Natürlich gibt ein Match Raiders vs Vikings am Tivoli mehr her wie eine Landpartie in Rudersdorf bei den Gladiators, aber trotzdem reicht es in Summe nicht mehr wie für einen Platz im Mittelfeld. Ein schönes Stadion alleine macht noch keinen guten Gameday. Hier hat man in Tirol vieles nicht gemacht und die Location selbst dafür einiges gut gemacht. Platz 6 scheint uns dafür gerade gut genug. Trotzdem ist ein Matchbesuch in Innsbruck etwas besonderes, denn die Spielstätte ist eine Augenweide. Der Besucher wähnt sich in einem Museum für moderne Kunst. Fehlen nur noch Bilder von Warhol. Sollten die Tiroler ein wenig von ihrer Verbissenheit ablegen können und etwas mehr Schwung und Gelassenheit im Aufbau einkehren lassen, dann ist ihnen 2006 der erste Platz wohl nicht zu nehmen. Die Gastfreundschaft ist gegenüber den Bewohnern des Ostens, trotz anders lautender Gerüchte, enorm hoch und wahrscheinlich auch ehrlich. Die Innsbrucker (Fans wie Veranstalter) haben Fans aus der Fremde stets vorzüglich behandelt; Das Miteinander z.B. zwischen Vikings- und Raiders Fanclub ist trotz aller Rivalität am Platz vorbildlich. Von kleinen Neckereien mal abgesehen ist ein Gipfeltreffen im Football von gegenseitigem Respekt geprägt. Ganz anders wie bei anderen Sportarten, wo solche Duelle eher zu Grauslichkeiten auswuchern.

Platz 5
Sportklubplatz (Chrysler Vikings)
Auch nur einen Platz in der Mitte für die ansonsten mit ersten Plätzen verwöhnten Wiener. Man war versucht alle Innereien der Hohen Warte dem Sportklubplatz zu transplantieren, Niere und Herz gaben auf halber Strecke zwischen Döbling und Hernals jedoch den Geist auf. So lag es weniger am Erfindungsreichtum der Macher als am Stadion, daß der Funke so recht nicht springen mochte. Das älteste Fußballstadion Österreichs blieb was es ist: eine für Football und eine Gameday Inszenierung untaugliche Spielstätte. Die windigen After Game Parties auf der offenen Hernalser Hauptsraße symptomatisch für das sportlich zwar erfolgreichste, aber ansonsten schwierige, ja bis sogar traurige Jahr, zudem man auch zur Nachwuchsmeisterschaft auf der zweiten Spielstätte (Schmelz) im Vergleich mit mancher „Konkurrenz“ beinahe einen bemitleidenswerten Eindruck machte. Natürlich ist das Jammern auf hohem Niveau. Man hat mich Michael Holub den mit Abstand besten Platzsprecher Österreichs an Board, mit der Stadionzeitschrift Gameday setzte man neue Maßstäbe wie so ein Ding aussehen kann und die Verpflegung der Zuschauer ist schwer in Ordnung. Nur wenn man mal auf der Venus war, beeindruckt eine Mondlandung niemanden mehr. 2006 weiß man noch sicher wo es hingeht. Sicher scheint, daß man nicht mehr am Sportklubplatz spielen wird. Die angepeilte Rückkehr auf die Hohe Warte wird den Vikings nicht gerade schmackhaft gemacht. Hohe finanzielle Forderungen der Betreiber an den Europameister, sowie die Ankündigung lieber seine eigenen Wurstsemmeln verkaufen zu wollen, verbunden mit der Kündigung des bisherigen Vikings Caterers, lassen die Vereinsführung nicht nur verhandeln, sondern auch zweifeln. Nach der erfreulichen Eurobowl Auslosung ist es durchaus möglich, daß die Vikings 2006 wo ganz anders ihre neue Heimat finden könnten. Zum Beispiel südlich der Stadt. Zumindest für die Eurobowl ist das sicher eine Option die man sich offen halten wird.

Platz 4
Traun Stadion Linz (Steelsharks)
Eine Überraschung? Natürlich werden sich jetzt viele fragen was die Linzer auf Platz 4 verloren haben. Es handelt sich dabei wahrscheinlich um Leute die nie ein Match im Traun-Stadion besucht haben. So wie wir! Kein einziges Mal hat sich bisher ein Redakteur von Football-Austria.com nach Linz bewegt und trotzdem sind sie so weit vorne. Wie geht das? Die Linzer selbst sind von ihrem Gameday überzeugt – na und? Wir haben in Folge Besucher aus Wien befragt wie es dort zugeht und ob es tatsächlich so grandios wie geschildert ist? Die Antworten waren allesamt positiv. Neben Presseaussendungen und Augenzeugenberichten haben wir nicht nur Bilder und Videos gesichtet, sondern auch einen Burger (gefroren) die Reise von Linz in unser Büro antreten lassen. Die Nachuntersuchung hat ergeben, daß dieses Teil auch noch aufgetaut hervorragend schmeckt. Herausragend für die Division I sind die Zuschauerzahlen. Gut gefüllte Tribünen lassen darauf schließen, daß die Linzer wohl die Zuschauerkaiser der zweiten Liga sind. Der Gameday wurde einmal verknüpft mit dem Trauner Stadtfest, das damals abgespulte Programm maßgeblich für den Platz an der Sonne. Im kommenden Jahr werden wir wohl auch live vor Ort erscheinen müssen.

Platz 3
Herrenriedstadion (Cineplexx Blue-Devils)
Christoph Piringer zählt nicht gerade zu den unumstritten Persönlichkeiten im österreichischen Football, aber unumstritten ist: was der Mann anpackt macht er dann auch zu 120%. So auch den Gameday der Emser, welche für uns der beste in der AFL ist. Das Stadion selbst ist zwar keine ausgesprochene Schönheit, aber umgeben von Bergen und meistens sehr gut mit Menschen gefüllt, kommt es atmosphärisch einzigartig daher. Was die Hohe Warte in den letzten Jahren in Wien an Charisma versprühte, kann Herrenried sicher nicht toppen, aber die heurige Konkurrenz schnupft man doch locker. Das kulinarische Angebot ist reichhaltig und mit lokalen Spezialitäten gespickt („die Rote“ – mehr dazu im zweiten Teil Kulinarrische Köstlichkeiten), dazu gesellen sich Bars aus der Gegend mit Longdrinks die zum Verweilen einladen. Das ganze „Foyer“ am Platz – eine durchdachte Inszenierung. Auch für Kinder tut man einiges – zuletzt der Kick & Punt Wettbewerb beim Bodensee Cup, für die ganz Kleinen gab es während der AFL Saison Spielplätze inkl. Karussell. Den „Wert“ eines Gamedays darf man auch an der Länge der AGP messen. Laufen die Zuschauer nach dem Abpfiff aus dem Stadion, oder bleiben sie noch ein, zwei oder acht Stunden? Im Fall Vorarlberg ist nach dem Match doch einiges noch los. Auch das Gastteam bleibt dann gerne noch (trotz meistens langer Rückreise) ein wenig da, denn es ist – auch wenn sich das sehr altmodisch anhört – sehr gemütlich in dieser Ecke Österreichs. Hauptverantwortlich für dieses wohlige Gefühl ist jemand die meistens im Hintergrund agiert und selten öffentlich mit Lob bedacht wird. Wir tun es hiermit: Elke Bunderla du bist wunderbar. Der verzückend gute Geist in der Blue-Devils Maschine. Aber auch Piringer selbst legt Hand, bzw. Mund an beim Gameday. Seine Auftritte als Platzsprecher machen dem Holub Konkurrenz. Zwar verfügen die Emser über einen sehr guten Platzsprecher, aber dann und wann kribbelt es dem Chef selbst in den Fingern. Wenn er das Mikro bedient, lauscht die Gemeinde. Piringer schafft es binnen 60 Sekunden die überlange Liste der Sponsoren während eines Timeouts zu rezitieren, nebenbei erklärt er auch noch den letzten Spielzug (fachlich einwandfrei) und fordert die Fans auf jetzt Gas zu geben. Es ist immer wieder erfrischend festzustellen, daß die Personen die verbissen am Erfolg ihres Teams arbeiten dann und wann auch völlig entspannt sich ihrer wirklichen Bestimmung hingeben. Nämlich daß wir Menschen alle eine möglichst gute Zeit zusammen verbringen. Im Streit, in der Diskussion aber in Frieden miteinander das Leben bestreiten. Das ist das Credo, welches die Vorarlberger umgibt und sich im Gameday in Herrenried manifestiert. Es handelt sich einfach um nette, gescheite, aber streitbare Personen. Wir lieben das.

Platz 2
Anheuser-Busch Stadion (St. Pölten Invaders)
Völlig klar, daß die Buddies aus Invaders City hier oder gar weiter vorne landen mußten. Nach langer Überlegung haben wir ihnen noch den ersten Platz „weggenommen“, den sie ohne ausländsicher Beteiligung im Laufschritt erreicht hätten. Was die Invaders in diesem Jahr auf die Beine gestellt haben ist vorbildhaft und sogar richtungsweisend. Aus dem unscheinbaren und mit Geruch belästigten Glanzstoffplatz hat man das Anheuser-Busch Stadion erschaffen in dem Football auf eine Art und Weise zelebriert wird, als wäre man nicht in St. Pölten, sondern in St. Louis. Zuerst die Mankos. Es gibt derzeit keine Tribüne und für den betriebenen Aufwand zwar mehr Zuschauer als zuletzt, aber das sind immer noch viel zu wenig. Für 200 Leute ist diese Show zu schade. Die Tonanlage ist unterdimensioniert und kaputt. Sollte sich das Positive aber in St. Pölten aber herumsprechen und die PR-Maßnahmen der Invaders greifen, wird die Hütte dort bald voll sein, denn alles andere ich höchst erfreulich. Der Gameday in seinen unterschiedlichen Formen immer am Zenit – überraschend, daß er sich zur Nachwuchsmeisterschaft hin noch steigern konnte. Lokales Fernsehen vor Ort, Gerüste für Kameras und Statistiker, eine Bar die den Namen zu recht trägt, eine BBQ Station mit Köstlichkeiten, Cheerleader, Einlaufshow usw. Man merkt, daß die Protagonisten dieses Gamedays Spaß an der Arbeit haben. Leider wirkt das ganze ein wenig übertreiben, weil die Zuschauerzahlen sich in Grenzen halten, aber warum nicht den wenigen Leuten ein Spektakel bieten? Mundpropaganda ist die beste Werbung. Zwischendurch gab es auch mal eine Kinder-Bungee Anlage und der Ablauf der Autumn Bowl hat Gäste aus London und Donetsk beeindruckt. Der neue Hauptsponsor Anheuser-Busch ist bereits gelandet, mit dem Geld kann man das alles 2006 noch toppen. Auch sportlich konnten die Invaders sich zu Wort melden. Der Titel im Junioren-Cup war kein Zufall, ebenso wenig das gute Abschneiden der Kampfmannschaft in der Division I. Dahinter stehen neben CEO Günter Zanker und HC Eldon Cunningham jede Menge Helfer, die hochmotiviert nicht nur in St. Pölten, sondern ab Sonntag auch in Houston am Werk sein werden. Football-Austria.com wird vor Ort aus Texas berichten – neben dem Aufeinandertreffen der Invaders vs. University of Mississippi Clinton, wird auch das NFL Match der Houston Texans vs Kansas City Chiefs Gegenstand unserer Berichterstattung im November sein.

1. Platz
Bozsik Stadion, bzw. Budapest Wolves AF Stadium (Budapest Wolves)
Wenn man über einen guten Gameday spricht, führt an unseren Gästen aus Ungarn kein Weg vorbei. Kein einziges österreichisches Team war 2005 in der Lage die Show der Magyaren zu übertreffen. Und das gegen ein Gastteam in der dritten Liga! Obwohl man mit zwei baufälligen Sowjet Betonbunkern sein Auslangen finden mußte, wo der Zustand der sanitären Anlagen und der Spielergarderoben als dürftig bis indiskutabel zu bezeichnen war, hat man aus den beiden Molochen mehr als das Beste rausgeholt. Den Zuschauern blieb nämlich der desolate Zustand im Inneren der beiden Stadien meist im Verborgenen und nach außen hin glänzte alles nach Gold. Massen an Zuschauern (3500 alleine beim Spiel gegen die Knights) brachten die Monster Stimmung in das Areal, dazu war das Team auch noch in der Lage alle ihre Heimpartien zu gewinnen. Alleine über das Dancing Team der Ungarn zu sprechen, raubt einem Mann die Worte. Die Frauen wurden mit Akt-Postern der Wolves Mannschaft im Frauenmagazin „Joy“ beglückt, dazu Food & Bevarages vom Feinsten, ein wahnwitziger Platzsprecher und jede Menge Show- Einlagen. Einfach geil um es so auszudrücken. Die Gastteams aus Wien, Klagenfurt, Hohenems und der Südstadt hatten ihren Spaß. Kein Wunder, daß viele Mannschaften der Division I, 2006 die Ungarn in ihrer Liga begrüßen wollen. Wer will nicht gerne vor rund 3000 enthusiasmierten Fans Football spielen? Doch langsam, denn noch ist es nicht so weit. Die Wolves spielten 2006 zuerst im Bozsik Stadion, danach haben sie sich eine eigene Spielstätte gesucht, welche heute den Namen Budapest Wolves American Football Stadium trägt. Hier hat man freie Hand, wir neben einem Pressezentrum auch noch ein Hotel für Gastmannschaften und Referees direkt im Stadion integrieren. Das alles spricht dafür, daß die Wölfe im kommenden Jahr wohl in der zweiten Liga antreten werden, denn auch sportlich zeigt die Kurve steil nach oben, nachdem man sich neben Lee Hlavka noch mit weiteren amerikanischen Coaches verstärkt hat. Dagegen spricht allerdings die „Zahlungsmoral“ der Ungarn. Ihre beim AFBÖ hinterlegte Kaution wurde gezogen, als sie bei Schiedsrichterkosten säumig wurden. Seither herrscht eine kleine Eiszeit zwischen dem österreichischen Verband und den Ungarn, denen man nun zwar „ein paar hundert Euro“ noch schuldig ist, aber die ihrerseits ihren finanziellen Verpflichtungen fristgerecht und vereinbarungsgemäß nicht nachgekommen sind. Da der „Streitwert“ hier geringfügig ist, wird es daran wohl nicht scheitern. Die Absage des off-season Matches gegen die Knights beruht auch nicht darauf, sondern auf fehlenden gültigen Spielerpässen der Ungarn beim Team II. Das hat wiederum einen ganz anderen Grund als angenommen. In Ungarn müssen Spieler bei ihrem Bezirksarzt (und nirgendwo sonst) ein ärztliches Attest einholen. Das ging sich in der kurzen Zeit nicht mehr aus, daher fand das Match auch nicht statt. Die Wolves taktieren. Sie hätten alle Pflichten eines Division I Teams zu erfüllen (Stichwort: Nachwuchs), könnten auch bei den Junioren 2006 antreten, wollen aber nicht. Sie sagen: wenn wir alle Pflichten eines Division I Teams zu erfüllen haben um teilzunehmen, dann wollen wir auch alle Rechte. Derzeit haben sie als Gastteam keine Stimme im Verband. Wir gehen davon aus, daß ich das alles klären wird und wir im kommenden Jahr die Wolves in der Division I wiedersehen werden. Verantwortlich für das formidable Durchstarten der Budapester ist Vater und Sohn Attila Àrpa, der jüngere eigentlich ein Münchner mit ungarischen Wurzeln, welcher nun aber wieder seine Zelte in der ungarischen Hauptstadt errichtet hat. Hiobsbotschaft für alle weiblichen Fans: das charismatische Mannsbild landete kürzlich im Hafen der Ehe und ist seither natürlich schwer vergeben. Als Spieler ist Àrpa Junior eher unscheinbar und daher wenig in Erscheinung getreten. Sein Job war es das Team standfest und als Publikumsmagnet in den Medien, aus deren er stammt, zu etablieren. Diese Mission ist geglückt, auch wenn man ein wenig mit Namen geschummelt hat. Die Wolves haben 2005 weder die Blue-Devils geschlagen, noch gegen die Raiders knapp verloren. Man hat jeweils den nicht ganz unwichtigen Zusatz „II“ auf Werbeträgern „vergessen“, denn diese Teams hätten die Wölfe wohl betoniert, um ein geflügeltes Wort des ORF Korrespondenten Hanno Settele beim letzen MNF im TV zu verwenden. Trotz alle dem: die Wolves haben unbestritten die beste Show 2005 abgeliefert und ein Wiedersehen 2006 wäre mehr als wünschenswert.
Im zweiten Teil von „Hell’s Kitchen“ werden wir die kulinarischen Köstlichkeiten der heurigen Saison betrachten und bewerten. Dieser wird demnächst hier veröffentlicht.

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