Die Tiroler Offense fand gegen die gewohnt athletische Defensive der Hessen über die gesamte Distanz keinen Rhythmus und wartet weiter auf den ersten Saisonsieg.
Raiders Tirol (0-3) vs. Frankfurt Galaxy (1-2) 5:21
Viertelscores: (3:3/0:10/2:3/0:5) | Sa. 06.06. | 18:00 Uhr | 📍 Tivoli Stadion Innsbruck
Das lange Warten der Football-Fans im heiligen Land hatte endlich ein Ende, doch die erhoffte Party beim Heimdebüt blieb aus: Die Raiders Tirol empfingen am Samstagabend im Tivoli Stadion die Frankfurt Galaxy zum ersten Heimspiel der EFA-Saison 2026. Für beide Traditions-Franchises ging es nach einem holprigen Saisonstart um den richtungsweisenden ersten Sieg des Jahres. Am Ende mussten sich die Hausherren vor den eigenen Rängen jedoch mit 5:21 geschlagen geben, weil die Tiroler gegen die physische Frankfurter Defense über vier Viertel kein konstantes Offensiv-Rezept fanden.
Traumstart nach erzwungenem Turnover bringt frühe Führung
Dabei startete die Begegnung aus Sicht der Tiroler durchaus vielversprechend. Die Gäste aus Hessen begannen zwar stark und drangen durch Pässe von Quarterback Ethan Garbers auf Tight End Adrià Botella Moreno sowie Receiver Brevin Easton direkt tief in die Red Zone vor. Doch beim ersten Rushing-Versuch der Frankfurter folgte das erste Big Play des Abends: Raiders-Safety Jan Mayerhofer schlug dem Runningback den Ball aus den Händen, und Linebacker Precious Ogbevoen sicherte den Hausherren den umjubelten Turnover.
Diese Chance nutzte die Tiroler Offense sofort für einen aggressiven Vorstoß. Quarterback Steven Krajewski ging gleich in seinem ersten Passversuch tief und fand in Aaron Jackson einen Abnehmer, der das Ei bis an die 30-Yard-Linie der Galaxy trug. Nach zwei kurzen Runs von Tobias Bonatti und einem unvollständigen Pass kam Kicker Jonata Loria aufs Feld. Der Italiener behielt die Nerven und sorgte mit einem sicheren 43-Yard-Field-Goal für die ersten Punkte der Partie zum 3:0 für die Raiders.
Frankfurt antwortete prompt, begünstigt durch eine Pass-Interference-Strafe gegen die Tiroler Secondary. Zwar sorgte Ogbevoen mit einem Sack an Garbers kurzzeitig für Entlastung, doch nach einem erfolgreichen Fourth-Down-Lauf der Galaxy hielt die Tiroler Defensive kurz vor der eigenen Goalline stark stand. Frankfurt musste sich mit einem 25-Yard-Field-Goal von Ryan Rimmler zum 3:3-Ausgleich begnügen.
Fehler im Special Team bringen Frankfurt vor der Pause in Front
Nachdem sich beide Defensiv-Formationen im Anschluss besser eingestellt hatten, neutralisierten sich die Angriffsreihen weitgehend. Zu Beginn des zweiten Viertels erspielte Marco Schneider zwar ein neues First Down für Tirol, weitere Zähler blieben jedoch aus. Der Knackpunkt der ersten Hälfte folgte nach einem gestoppten Tiroler Drive: Ein missglückter Snap beim Punt schenkte der Galaxy eine exzellente Feldposition nur wenige Yards vor der Tiroler Endzone. Quarterback Garbers nutzte die Einladung und erzielte per Lauf den ersten Touchdown des Abends. Nach einem geblockten Extrapunkt hieß es Mitte des zweiten Viertels 3:9.
Die Hausherren fanden in dieser Phase keine passende Antwort. Ein tiefer Pass von Krajewski endete in einer Interception. Kurz vor dem Pausenpfiff schlugen die Hessen dann erneut eiskalt zu: Ein tiefer Pass auf Easton brachte die Galaxy an die 6-Yard-Linie, ehe ein perfekt exekutiertes Trickplay, bei dem Quarterback Garbers selbst als Passempfänger in Erscheinung trat, den 3:16-Halbzeitstand markierte.
Safety-Punkte bringen nur kurz Hoffnung in den Tivoli
Direkt nach dem Seitenwechsel versuchten die Raiders, vermehrt über das Laufspiel mit Lukas Haslwanter, Tobias Bonatti und Tim Tonko Kontrolle und stetigen Raumgewinn zu generieren. Zwar mündete die Serie in einem Punt, doch die Tiroler Verteidigung hielt im Gegenzug voll dagegen und zwang auch die Galaxy zum Kick. Dabei unterlief den Frankfurtern ein kapitaler Fehler: Der Snap flog weit über den Punter hinweg durch die eigene Endzone – ein Safety bedeutete zwei Punkte für die Raiders zum 5:16 und brachte den Ballbesitz zurück.
Die Hoffnung auf eine Aufholjagd hielt jedoch nur kurz. Trotz einer ausbalancierten Offense-Arbeit wurde ein tiefer Pass von Krajewski auf Jackson von Frankfurts Jaylen Clay abgefangen. Die Galaxy schlug aus diesem Turnover umgehend Kapital und baute die Führung knapp zehn Minuten vor dem Ende per Field Goal auf 5:19 aus. Den Tirolern gelang im Anschluss kein offensiver Befreiungsschlag mehr. Ein später Safety gegen die Hausherren besiegelte schlussendlich den bitteren 5:21-Endstand.
Stimmen zum Spiel:
Precious Ogbevoen (Linebacker Raiders Tirol): „Wir haben stark angefangen, aber im Laufe des Spiels ging bei uns einfach nicht mehr viel zusammen. Die Defensive hat uns zwar im Spiel gehalten, aber in der Offensive hat es heute leider überhaupt nicht geklappt. Wir waren wohl auch etwas angeschlagen und unser Gameplan ging einfach nicht so auf, wie wir uns das gewünscht hätten. Dazu kamen dann noch einige Fehler, durch die sie zu Punkten gekommen sind. Heute haben sie gewonnen, aber wir sehen uns ja schon in ein paar Wochen wieder.“
Adrian Platzgummer (Receiver Raiders Tirol): „Wir wussten natürlich, dass die Frankfurter Defensive extrem stark und athletisch besetzt ist. Es war klar, dass es schwer wird, das Laufspiel zu etablieren. Wir haben in der Offensive einfach nie den Rhythmus gefunden. Sie haben enormen Druck auf unser Passspiel ausgeübt, wodurch wir keinen einzigen Drive richtig aufziehen konnten. Es war einfach ein verdammt harter Arbeitstag für uns. Ab Montag muss in unseren Köpfen wieder alles auf Null stehen. Unser einziges Ziel für das Ende der Woche lautet: 1-0 zu gehen. Wir müssen jetzt an unseren Fehlern und noch härter an uns arbeiten.“
Während Frankfurt Galaxy den ersten Saisonsieg feiert, stecken die Raiders Tirol nach der dritten Niederlage im dritten Spiel früh in der Saison in der Krise und müssen den Blick nun schnell nach vorne richten.
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