Ende einer 18-jährigen Durststrecke! Vor 3.256 Zuschauern in der Datenpol Arena in Maria Enzersdorf besiegten die Thalheim Graz Giants den Favoriten und Titelverteidiger Danube Dragons mit 16:14. Eine herausragende Defense, die drei Viertel lang keine Punkte zuließ, und Matchwinner Leo Lipták sicherten den Steirern ihren elften Meistertitel.
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Sieh dir alle Key Plays, Touchdowns und Field Goals des dramatischen Finales zwischen den Danube Dragons und den Graz Giants in der ORF-Mediathek an!
Offensiv-Spektakel zu Beginn

Die Grazer gewannen den Münzwurf und entschieden sich dafür, den Ball in der zweiten Halbzeit zu empfangen. Der Titelverteidiger aus Wien startete somit mit seiner Offense, bei der Quarterback Walter Kuhlenkamp früh das erste First Down erlief. Nach einem spektakulären Pass auf Moritz Dungler bis an die Grazer 5-Yard-Linie tankte sich Kuhlenkamp wenige Spielzüge später selbst zum 7:0 (PAT Marcel Stefanek) durch – ein perfekter Auftakt-Drive der Dragons.
Die Antwort der Giants ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Über kurze Pässe und Läufe von Fritz Bleckmann arbeiteten sich die Steirer vor. Bei einem kritischen dritten Versuch packte Quarterback Bastian Steinmair eine Bombe auf Jonas Dachs-Wiesinger aus. Den anschließenden Touchdown besorgte Dean Opara per Lauf, ehe Kicker Leo Lipták sicher zum 7:7 ausglich.
Dragons schlagen zurück, Giants halten Anschluss

Die Dragons reagierten mit einem frühen Timeout und fanden danach umgehend ihren Rhythmus wieder. Pässe auf Uzay Nafile, Samuel Imarhiagbe und erneut Moritz Dungler brachten die Wiener schnell wieder in die gegnerische Hälfte. Schließlich bediente Kuhlenkamp den völlig freistehenden Uzay Nafile zum 14:7. Drei Drives, drei Touchdowns – der Beginn der Partie versprach ein Offensivfeuerwerk.
Mit dem Ende des ersten Viertels wendete sich das Blatt jedoch schlagartig: Die Defensivreihen übernahmen die Kontrolle. Nach den ersten Punts auf beiden Seiten verschaffte ein starker Return von Edwin Morales III den Grazern eine hervorragende Feldposition. Zwar verhinderte die Dragons-Defense einen Touchdown in der Redzone, doch Leo Lipták verkürzte per Field Goal auf 14:10.
Kurz vor dem Pausenpfiff fing Graz-Import Ben Hellett einen Pass von Kuhlenkamp ab. Zwar kamen die Steirer noch einmal an den Ball, ließen die Uhr nach einer Strafe wegen Illegal Hands to the Face jedoch zur Halbzeit ablaufen.
Defense-Schlacht und Fumble-Pekel nach der Pause
Nach einer 22-minütigen Halbzeitpause entwickelte sich in den Abschnitten drei und vier ein echter Abnutzungskampf, in dem das Thema Feldposition das Geschehen diktierte. Weder die Dragons noch die Giants konnten ihre Angriffsversuche in Punkte ummünzen. Ein missglückter Trickspielzug der Grazer bei einem getäuschten Field Goal schenkte den Dragons den Ball in aussichtsreicher Position.
Doch die Wiener schlug nicht Kapital daraus: Kuhlenkamp leistete sich seine zweite Interception des Tages, als Edwin Morales III den Ball abfing. Die Defense der Dragons hielt zwar dem Druck stand, verpasste es aber ihrerseits, eigene Ballgewinne zu erzielen.
Lipták wird im Schlussviertel zum Matchwinner
Zu Beginn des vierten Viertels schlug die Stunde von Kicker Leo Lipták. Aus 45 Yards Entfernung verwandelte der künftige College-Kicker gewohnt cool sein zweites Field Goal zum 14:13-Anschluss. Während die Nerven der Dragons-Offense mit zwei False-Start-Strafen in Serie sichtlich flatterten, blieben die Grazer eiskalt.
Ein weiteres Big Play des Duos Steinmair auf Dachs-Wiesinger, kombiniert mit einer Strafe gegen die Dragons wegen Sideline Interference und starken Läufen von Dean Opara, brachte die Giants knapp zwei Minuten vor dem Ende in die Redzone. Wieder parierte die Dragons-Verteidigung vor der eigenen Endzone, doch Lipták versenkte sein drittes Field Goal des Tages zur 16:14-Führung – die erste Grazer Führung des Abends 1:55 Minuten vor dem Ende.
Grazer Abwehr riegelt im Comeback-Versuch ab
In ihrem letzten Drive warf der Titelverteidiger noch einmal alles nach vorne. Pässe auf Bernhard Ruscher und Uzay Nafile brachten First Downs, ehe ein Sack von Stefan Dirnberger den Druck weiter erhöhte. Ein spektakulärer Catch von Marvyn Acenas bei 4th Down hielt die Hoffnungen der Wiener 22 Sekunden vor dem Ende am Leben.

Die bärenstarke Grazer Defense verhinderte jedoch jeden weiteren Raumgewinn in Richtung Field-Goal-Distanz. Mit dem Auslaufen der Uhr war der erste Staatsmeistertitel der Thalheim Graz Giants seit 2008 – und der elfte der Vereinsgeschichte – perfekt.
Steinmair zum Final-MVP gekürt
Zum wertvollsten Spieler (MVP) des Finales wurde Giants-Quarterback Bastian Steinmair gekürt. Eine Entscheidung, die durchaus überraschend kam: Schließlich erzielte Kicker Leo Lipták 10 der 16 Punkte für die Steirer, versenkte unter anderem ein langes Field Goal aus 45 Yards und entschied die Partie im Alleingang zugunsten der Grazer.
ORF Stimmen zum Spiel
Bastian Steinmair (Quarterback Graz Giants & MVP):
„Defense wins championships – unsere Defense hat heute einen Mörderjob gemacht. Danke an die Defense! Kleine Fehler haben uns zwar mehr Punkte gekostet, aber am Ende hat es gereicht. Als österreichischer Quarterback hat dieser Titel einen besonders großen Stellenwert. Als ich Starter geworden bin, war das Ziel, die Austrian Bowl zu gewinnen. Dass uns das jetzt gelungen ist, ist einfach Wahnsinn.“
Stefan Pokorny (Head Coach Graz Giants):
„Ich bin überglücklich, ich kann es noch gar nicht richtig fassen. Ich freue mich riesig darüber, wie alles gelaufen ist. Es war eine harte Partie. Die ersten beiden Drives waren die Dragons hervorragend auf uns vorbereitet, danach haben wir uns angepasst. Am Ende des Tages zählt nur, dass wir es geschafft haben.“
Franz Korger (Graz Giants):
„Heuer haben wir gesagt: Es reicht, wir ziehen in die Austrian Bowl ein und holen den Titel. Wir haben viel Kontakt mit den Spielern, die den letzten Meistertitel nach Graz geholt haben. Dass wir es jetzt nach so vielen Jahren wieder geschafft haben, macht mich unglaublich stolz. Ich bin stolz auf die gesamte Mannschaft.“
Michael Hönig (Head Coach Danube Dragons):
„Es ist zäh, wieder das Gefühl zu haben, dass wir uns selbst geschlagen haben. Wir haben zu viele Eigenfehler gemacht. Irgendwie können wir damit besser umgehen, weil wir wissen, dass wir es selbst in der Hand hatten. Das soll die Leistung der Graz Giants aber keinesfalls schmälern – sie haben verdient gewonnen.“
Walter Kuhlenkamp (Quarterback Danube Dragons):
„Ich bin natürlich traurig, dass ich unser Team nicht zum Sieg führen konnte. Gratulation an Graz, sie haben das heute wirklich gut gemacht. Es ist eine Ehre, Teil dieses Teams zu sein – hier ist alles wie eine Familie. Jetzt gilt es, stramm zurückzukommen.“
Matthias Rebl (Danube Dragons):
„Wir sind offensiv super ins Spiel gestartet. In der Defense haben wir etwas gebraucht, bis wir hineingefunden haben, danach waren wir aber da. Graz hat verdient gewonnen. Wir haben über die gesamte Saison viel richtig gemacht, aber am Ende ist das letzte Spiel das wichtigste. Wenn man das nicht gewinnt, bleibt ein fader Beigeschmack.“
AUSTRIAN BOWL XLI
Danube Dragons vs. Graz Giants 14:16
(14:7/0:3/0:0/0:6)
Sa., 25. Juli 2026, 19:00 Uhr 📍 Datenpol Arena, Maria Enzersdorf | 3.256 Zuschauer
Scoreboard:
1. Quarter
• TD Dragons: Walter Kuhlenkamp (Lauf, PAT Marcel Stefanek good) – 7:0
• TD Giants: Dean Opara (Lauf, PAT Leo Lipták good) – 7:7
• TD Dragons: Pass Walter Kuhlenkamp auf Uzay Nafile (PAT Marcel Stefanek) – 14:7
2. Quarter
• Field Goal Giants: Leo Lipták – 14:10
3. Quarter
• Keine Scores
4. Quarter
• Field Goal Giants: Leo Lipták (45 Yards) – 14:13
• Field Goal Giants: Leo Lipták – 14:16
Zuschauer-Ranking der Austrian Bowl (Neuzeit)
Mit 3.256 Zuschauern in der Südstadt belegt die Austrian Bowl XLI im historischen Ranking seit 2005 den 19. Platz:
- 2011: Wien (Ernst-Happel-Stadion) – 9.700
- 2007: Wien (Hohe Warte) – 6.000
- 2019: St. Pölten (NV Arena) – 5.546
- 2018: St. Pölten (NV Arena) – 5.100
- 2005: Südstadt (Admira Stadion) – 5.000
- 2023: St. Pölten (NV Arena) – 4.839
- 2012: Wien (Hohe Warte) – 4.640
- 2017: Klagenfurt (Wörthersee Stadion) – 4.500
- 2009: Graz (UPC Arena) – 4.500
- 2006: Wien (Hohe Warte) – 4.500
- 2025: St. Pölten (NV Arena) – 4.334
- 2016: Klagenfurt (Wörthersee Stadion) – 4.160
- 2022: St. Pölten (NV Arena) – 4.120
- 2014: St. Pölten (NV Arena) – 3.800
- 2013: St. Pölten (NV Arena) – 3.800
- 2024: Wiener Neustadt – 3.500
- 2015: Klagenfurt (Wörthersee Stadion) – 3.500
- 2010: Innsbruck (Tivoli Stadion) – 3.500
- 2026: Südstadt (Datenpol Arena) – 3.256
- 2021: Innsbruck (Tivoli Stadion) – 3.100
- 2008: Wolfsberg (Lavanttal-Arena) – 2.000
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