Das für kommenden Sonntag geplante Oberösterreich-Derby in der Division 3 zwischen den Gmunden und Steyr findet nicht statt. Aufgrund von akutem Spielermangel aufseiten der Gmundner wird die Partie mit 35:0 für die Predators strafverifiziert. Es ist nach den Vorfällen um die SG Bulls/Hurricanes in der Spielklasse und des Staatsmeisters aus Wien in der Division 2 der nächste bittere Nackenschlag für das Österreichische Football Unterhaus.

Der American Football Bund Österreich (AFBÖ) stellte heute Freitag die offizielle Strafverifizierung aus. In der Begründung des Verbandes heißt es nüchtern: „Aufgrund des Nicht-Erreichens der Mindestspieleranzahl seitens der Gmunden Rams wird das Division-3-Meisterschaftsspiel vom 14.06.2026 zwischen den Gmunden Rams und den Predators Steyr abgesagt.“ Das Spiel fließt damit plangemäß mit einem 35:0-Erfolg für die weiterhin ungeschlagenen Steyrer (nun 7-0) in die Tabelle ein.

Die Rams meldeten sich kurz darauf auch auf ihren Social-Media-Kanälen zu Wort und baten um Entschuldigung.

„Das Spiel am 14.06. muss aufgrund vieler kurzfristiger Ausfälle leider abgesagt werden. Wir entschuldigen uns bei unseren Gegnern, Fans und Unterstützern für die Unannehmlichkeiten.“

Ärger bei den Predators: Fanbus storniert

Bei den Predators Steyr hält sich die Begeisterung über die Absage drei Tage vor dem Kickoff verständlicherweise in engen Grenzen. Neben dem sportlich verlorenen Derby-Gameday schlagen auch organisatorische Absagen ins Kontor: Spieler- und Fanbusse waren bereits fix gebucht und mussten kurzfristig storniert werden.

Zudem wirft die Absage im Lager der Steyrer ethische Fragen auf. Andreas Nichtawitz, Finanzreferent und Kassier der Predators, spart in einer Aussendung nicht mit Kritik am Verhalten des Gegners, vor allem mit Blick auf das restliche Programm der Rams: „Das OÖ-Derby drei Tage vorher abzusagen, ist extrem bitter. Wenn das Spiel am kommenden Wochenende gegen die Carnuntum Legionaries dann aber wie geplant stattfinden soll, wäre das reines Rosinenpicken und äußert unsportlich.“

Altbekanntes Muster: Gmundens chronische Kaderkrise

Dass die Gmundner mit einem extrem dünnen Kader operieren, ist statistisch kein Geheimnis. Ein Blick auf die offiziellen Line-Ups der vergangenen Wochen zeigt, wie eng es bei den Rams personell wirklich zuging: Beim letzten Heimspiel am 25. Mai standen 24 Spieler im Kader, beim Auswärtsspiel davor (16. Mai) waren es nur 20 Akteure. Das laut AFBÖ-Regulativ vorgeschriebene Mindestlimit liegt bei 16 spielfähigen Spielern. Fällt da eine Handvoll Leistungsträger weg, bricht das sportliche Kartenhaus zusammen.

Die aktuelle Entwicklung kommt auch wenig überraschend, denn das Problem hat in Gmunden eine Historie: Bereits in der Vorsaison 2025 sorgten die Traunseestädter für ein negatives Highlight, als sie kurz vor dem eigentlichen Saisonstart alle Spiele absagten und den Spielbetrieb komplett einstellen mussten. Dass man nach dem Neustart nun erneut in alte Muster verfällt und Derbys extrem kurzfristig platzen lässt, hinterlässt innerhalb der Liga einen faden Beigeschmack.

Die Absagen-Serie im AFBÖ prolongiert sich

Die Absage in Ebensee ist kein Einzelfall, sondern fügt sich nahtlos in eine schon länger andauernde Entwicklung im Unterhaus ein. Erst in der Vorwoche musste das Spiel in derselben Spielklasse zwischen der SG Bulls/Hurricanes und den Goldwörth Raccoons strafverifiziert werden, weil die Spielgemeinschaft keine spielfähige Mannschaft aufbieten konnte.

SG Bulls/Hurricanes sagt Spiel gegen Raccoons ab

Noch heftiger erwischte es kurz vor Saisonstart die Division 2. Dort zog der amtierende Staatsmeister Danube Dragons die Konsequenzen aus der personellen Dauerkrise und meldete sein zweites Team (Dragons 2) komplett aus der Meisterschaft ab. Ob der AFBÖ nach dieser Saison die Schrauben bei den Mindestkadergrößen und den Strafen für kurzfristige Absagen anzieht, bleibt abzuwarten. Für die sportliche Fairness und die zahlenden Fans im Unterhaus ist die aktuelle Entwicklung jedenfalls ein herber Rückschlag.


Das Statement der Gmunden Rams auf Instagram:

 

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